Tischtennis: Patrick Franziska ärgert sich über Terminkollision vor EM - "eine Katastrophe"
Das Zwei-Millionen-Dollar-Turnier in Peking endet am Sonntag erst zum Auftakt der EM in Slowenien. Die Terminplanung der Verbände stößt gerade dem deutschen Topspieler Patrick Franziska aus Bensheim bitter auf.
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Tischtennis Franziska über Terminkollision vor EM: "Katastrophe"
Das Zwei-Millionen-Dollar-Turnier in Peking endet am Sonntag erst zum Auftakt der EM in Slowenien. Die Terminplanung der Verbände stößt gerade dem deutschen Topspieler Patrick Franziska aus Bensheim bitter auf.
Patrick Franziska gilt als EM-Mitfavorit. Bild © IMAGO
Der Machtkampf im internationalen Tischtennis erreicht in den Tagen vor der Einzel-EM ab Sonntag in Ljubljana eine neue Dimension. In bislang nicht gekannter Rücksichtslosigkeit lässt die WTT-Turnierserie des Weltverbandes ITTF ihr zwei Millionen Dollar schweres Leuchtturm-Event China Smash in Peking erst am Eröffnungstag der europäischen Titelkämpfe enden. Leidtragende sind - einmal mehr - die Aktiven.
"Das ist sehr schlecht geplant, eigentlich eine Katastrophe", kommentierte Patrick Franziska aus Bensheim (Bergstraße) noch vor seiner Abreise nach China den Terminirrsinn. "Solch eine Überschneidung muss nicht sein", so der deutsche Top-25-Spieler und EM-Mitfavorit.
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00:44 Min.|07.10.26|Daniel Höhr
Kaum Vorbereitung möglich
Der Team-Olympiazweite von 2021, der mindestens bis Donnerstag in Peking im Einsatz sein und entsprechend spät nach Slowenien reisen wird, betont die Bedeutung ausreichender Vorbereitung auf so wichtige Turniere wie die EM: "Man geht ja nicht einfach in die Halle und spielt los. Wir müssen uns ja auch immer erst noch auf andere Bälle und andere Tische einstellen."
Das war in der Vergangenheit kein Problem. Nicht nur für deutsche Nationalteams gehörten vor der Anreise zu bedeutenden Titelkämpfen mindestens mehrtägige Lehrgänge mit den jeweiligen Materialien des anstehenden Events ebenso zum festen Programm wie ausreichende Regenerationsphasen.
Auch Bundestrainer Roßkopf schimpft
Die WTT-Macher jedoch scheren sich kaum um die Bedürfnisse von Aktiven und holen aus dem Kalenderjahr das Maximum an gut zu vermarktenden Turnieren heraus. Als Druckmittel setzt die ITTF-Tochter die Ansetzung obligatorischer Wettbewerbe sowie damit verbundene Chancen auf viele Weltranglistenpunkte, die alle Aktiven für die angestrebte Olympia-Teilnahme dringend benötigen, ein.
Entsprechend sauer bewertet Bundestrainer Jörg Roßkopf die Situation. "Null Tage Vorbereitung und eine Anreise direkt von einem anderen Turnier – das hat es bei einer EM noch nie gegeben. Wenn man in Peking noch im Achtelfinale vertreten ist, spielt man seinen ersten Ball in Slowenien erst, wenn das Turnier schon begonnen hat", schimpft der gebürtige Südhesse: "Das zeigt, wie wenig sich die Verantwortlichen Gedanken machen. Das darf so nie wieder passieren."