Tony Iommi über Ozzy Osbournes letzte Worte: „Er sagte, er sei völlig erledigt – dann war er tot“

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Tony Iommi über Ozzy Osbournes letzte Worte: „Er sagte, er sei völlig erledigt – dann war er tot“

Tony Iommi über das letzte Telefonat mit Ozzy Osbourne: „Ich sagte, ruh dich aus – dann starb er“

Stand: 13.10.2026, 18:45 Uhr

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Der Heavy-Metal-Gitarrist über seine letzten Erinnerungen an den verstorbenen Frontmann, das Leben in den Cotswolds und seine Auszeichnung mit dem MBE durch Prinzessin Anne.

London – Tony Iommi erinnert sich an sein letztes Gespräch mit Ozzy Osbourne. Es war Montag, der 21. Juli 2025, und der Gitarrist und der Sänger von Black Sabbath telefonierten miteinander. „Ozzy sagte: ‚Ich bin wirklich müde. Ich bin völlig erledigt.‘ Ich sagte: ‚Na ja, es waren ein paar harte Wochen. Da ist das kein Wunder.‘“

Iommi riet seinem Bandkollegen, kürzerzutreten und sich auszuruhen. „Er meinte: ‚Ja, ich werde es versuchen.‘ Und das war’s. Dann hörte ich am nächsten Tag, dass er gestorben war. Und das war“ – seine sanfte Stimme mit dem Birmingham-Akzent wird leiser – „seltsam“.

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Dieser Artikel von James Hall entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk

Osbourne starb am 22. Juli 2025 im Alter von 76 Jahren an einem Herzstillstand, nur wenige Wochen nachdem Black Sabbath im Villa Park in Birmingham ein triumphales Abschiedskonzert gegeben hatten. Osbourne hatte zudem an einer koronaren Herzkrankheit und Parkinson gelitten. Zehntausende Fans säumten eine Woche später bei seiner Beisetzung die Straßen der Stadt.

Ozzy Osbourne ist 2025 gestorben.

Ozzy Osbourne ist 2025 gestorben. © IMAGO / Funke Foto Services

Angeführt wurde der Trauerzug von einer Blaskapelle, die Sabbath-Songs spielte. Ich frage den 78-jährigen Iommi, ob der Tod Osbournes, den er seit seiner Kindheit gekannt hatte, ihn an seine eigene … „Ja, das tut er“, sagt er mit einem leisen Lachen, noch bevor ich das Wort „Sterblichkeit“ aussprechen kann.

„Sehr sogar. Inzwischen sind einige meiner Freunde gestorben, und man denkt: ‚Meine Güte, Moment mal, ich bin 78, wie lange habe ich noch?‘ Das tut man wirklich. Brian May und ich sprechen darüber. Er ist noch pessimistischer als ich. Verdammt noch mal.“

Neue Musik und ein Leben in den Cotswolds

Das Gespenst des herannahenden Alters hat Iommi allerdings nicht ausgebremst. Diesen Monat veröffentlicht er sein erstes Soloalbum seit 21 Jahren. From the Dark ist eine donnernde Platte mit jenen wuchtigen Gitarrenriffs, mit denen Iommi in den 1960er-Jahren das Heavy-Metal-Genre erfand.

Der Gitarrist hat eine erstklassige Band zusammengestellt, zu der der norwegische Sänger Jorn Lande und Robbie Williams’ Schlagzeuger Karl Brazil gehören. „Wir versuchen nicht, irgendetwas zu beweisen – es ist ein großartiges Album, es rockt“, erklärt Iommi.

Mit Songtiteln wie Black Times und Beyond the Dead greift es zudem jene satanisch angehauchte okkulte Bildwelt auf, die Black Sabbath vor Jahrzehnten so furchteinflößend machte. „Die Leute hatten Angst vor uns“, sagt Iommi. In Wirklichkeit steht er heutzutage eher für Clarkson’s Farm als für finstere Psalmen. Wir sprechen in seinem Heimstudio in den Cotswolds.

Zwei Tage nach unserem Gespräch wird er auf Schloss Windsor von Prinzessin Anne mit dem MBE ausgezeichnet. Zum Kreis der Prominenten von Chipping Norton gehört Iommi allerdings noch nicht so recht. Draußen mag ein idyllisches Bilderbuchdorf aus honigfarbenen Ziegeln liegen, doch drinnen ist alles schwarz, einschließlich Iommis Kleidung.

An einer Wand seines dämmrigen, mit Gitarren vollgestellten Männerrefugiums hängt ein riesiges, von hinten beleuchtetes Kreuz. Hier herrscht Unordnung, wenn auch in Maßen.

Ein letzter gemeinsamer Auftritt

Dass Osbourne kurz vor seinem Tod noch mit Iommi und den anderen Gründungsmitgliedern von Sabbath – Bassist Geezer Butler und Schlagzeuger Bill Ward – auftreten konnte, ist vielleicht die traurigste glückliche Fügung der jüngeren Musikgeschichte. Beim Konzert Back to the Beginning traten zahlreiche von Sabbath beeinflusste Bands, darunter Metallica und Guns ’N’ Roses, im Vorprogramm auf. Für Iommi war dieser Tag jedoch eine Herausforderung.

Er hatte Osbourne seit 2022 nicht mehr gesehen, als sie bei der Abschlussfeier der Commonwealth Games aufgetreten waren. Der Zustand des Sängers hatte sich so stark verschlechtert, dass es im Raum still wurde, als er zu den Proben kam. „Wir waren alle schockiert, weil sie ihm hineinhelfen, ihn hineintragen und hinsetzen mussten. Wir haben geplaudert und gelacht, aber es war einfach traurig, ihn so zu sehen.“

War der Verfall vor allem körperlicher Natur, frage ich? War er geistig noch ganz der alte Ozzy? „Geistig ganz da war er ja noch nie“, sagt Iommi lächelnd angesichts meiner ungeschickt formulierten Frage – schließlich sind Osbournes wilde Eskapaden bestens dokumentiert: unter anderem das Abbeißen der Köpfe einer Fledermaus und einer Taube, das Urinieren auf das Alamo und das Schnupfen einer Linie Ameisen. „Es war, ja, körperlich.“

Sorgen um Ozzy beim Abschiedskonzert

Das Konzert im Villa Park selbst sei „schwierig“ gewesen, weil Osbourne die ganze Zeit auf einem Thron saß. „Es war, als wäre er nicht da. [Ich war] über all die Jahre so daran gewöhnt, dass er hin und her rannte, zu mir kam, Grimassen schnitt und herumalberte. Und plötzlich stand ich da und spielte zur Rückenlehne eines Stuhls. Außerdem wollte Bill, dass ich neben ihm stand, weil er sich bei bestimmten Dingen unsicher war. Aber wir haben es geschafft, und Ozzy war hinterher zufrieden. Ich bin froh, dass wir es gemacht haben.“

Geezer Butler, Ozzy Osbourne und Tony Iommi (von links).

Geezer Butler, Ozzy Osbourne und Tony Iommi (von links). © IMAGO / TT

Osbourne spielte an diesem Tag tatsächlich zwei Sets: eines mit Solostücken und eines mit Sabbath. Iommi fragte sich, ob das vernünftig war. „Ich habe ihm tatsächlich gesagt: ‚Ich finde nicht, dass du zwei Sets spielen solltest.‘ Ich sagte: ‚Entweder spielst du dein Set, und dann kommen wir auf die Bühne und verbeugen uns nur oder so. Oder du spielst unser Set.‘ Aber er wollte zwei spielen … oder Sharon [Osbourne, Ozzys Witwe und ehemalige Managerin] wollte, dass er zwei spielt. Ich weiß es nicht.“

„Aber er tat es, und ich hatte Sorge, dass er sich damit völlig verausgaben würde“, sagt Iommi. Ahnte er, dass dies ihr letzter gemeinsamer Auftritt sein würde? „Ich wusste, dass es das letzte Mal sein würde, dass wir mit Sabbath [live] spielen, ja. Aber was Oz angeht, wusste ich nicht, [dass er] so schnell sterben würde.“ Iommi vermisst seinen Freund schrecklich. „Er war 60 Jahre lang Teil meines Lebens. Er fehlt mir wirklich“, sagt er.

Guinness als ungewöhnlicher Freundschaftsdienst

Als bei Iommi 2012 ein Non-Hodgkin-Lymphom im Frühstadium festgestellt wurde, eilte Osbourne ihm zu Hilfe – auf seine typisch eigenwillige Art. Der Sänger war damals von den gesundheitlichen Vorzügen von Guinness besessen. „Also schickte er jemanden, der bei mir zu Hause eine Guinness-Bar aufbauen sollte. Sie kamen mit diesem Lastwagen und sagten: ‚Wir sollen das hier ausliefern.‘ Ich sagte: ‚Wer hat Ihnen das gesagt?‘ Und natürlich war es Ozzy.“

Iommi sagte ihnen, sie sollten alles wieder mitnehmen. „Und dann sagte Ozzy: ‚Na gut, dann schicke ich dir eben ein paar Dosen Guinness.‘“ Kam es an? „Fässerweise. Das ist ein bisschen übertrieben, aber so war er eben. Er war wirklich fürsorglich.“ Iommis Erkrankung ist seit Langem in Remission.

Musikgenres sind so fließend, dass es im Allgemeinen Unsinn ist, einer einzigen Band die alleinige Urheberschaft für ein Genre zuzuschreiben. Doch Black Sabbath brachten Heavy Metal hervor – und Iommi hat die Verletzungen, die das belegen. Bei seiner letzten Schicht in einer Blechfabrik in Aston 1965, bevor er aufhörte, um Musiker zu werden, sauste eine industrielle Presse auf seine rechte Hand nieder. Sie trennte die Kuppen der beiden mittleren Finger ab, mit denen er Akkorde griff.

Wie selbst gebaute Fingerkuppen den Klang prägten

„Drei oder vier verschiedene Ärzte sagten: ‚Sie können genauso gut aufgeben und sich einen anderen Job suchen.‘“ Doch Iommi hatte andere Ideen. „Ich ging nach Hause und dachte: ‚Warum mache ich mir nicht selbst ein paar Fingerkuppen?‘“ Er erzählt: „Ich nahm eine Flasche Fairy-Spülmittel und schmolz sie zu einer Kugel ein. Und mit einem heißen Lötkolben machte ich ein Loch hinein, sodass sie über meinen Finger passte.“

Tagelang schliff er diesen Fingerhut in die Form einer Fingerkuppe. „Ich versuchte, damit zu spielen, aber er rutschte einfach ab.“ Also zerschnitt Iommi eine alte Lederjacke und klebte ein briefmarkengroßes Quadrat auf die Kunststoffkuppe. Das Leder fand Halt an der Gitarrensaite. „Es funktionierte. Im Grunde dasselbe wie diese hier heute“, sagt Iommi und greift hinter sich nach einer alten, ramponierten Tabakdose von Golden Virginia.

Darin liegen auf einem Bett aus Black-Sabbath-Plektren und neben einem Beutel Silicagel, der Feuchtigkeit aufnehmen soll, neun lebensechte Fingerkuppen. Es sieht aus wie eine Entdeckung in einem besonders grausigen Horrorfilm. „Das ist ein bisschen eine abenteuerliche Bastelkonstruktion, aber sie funktionieren“, sagt Iommi und setzt sich eine auf, um es mir zu zeigen.

Nach dem Unfall schickte ihm die Prothesenabteilung eines örtlichen Krankenhauses auch Armprothesen, damit er die Finger abschneiden und daraus Kuppen machen konnte. „Können Sie sich vorstellen, was der Müllmann gedacht hat?“

Die Geburt des Heavy Metal

Um die Schmerzen zu verringern, verwendete er dünnere, weniger straff gespannte Gitarrensaiten, was einen tiefer gestimmten, düsteren Klang ergab. Dazu kamen eine stampfende Rhythmusgruppe, dämonische Texte und Osbournes unheilvoller Gesang.

Wenige Wochen bevor die Beatles 1970 Let It Be veröffentlichten, brachten Black Sabbath ihr nach der Band benanntes Debütalbum heraus, und „Heavy Metal“ war geboren. Seitdem wurden in diesem Genre Hunderte Millionen Alben verkauft. Angesichts dessen wirkt die Tabakdose vor mir weniger wie ein grausiger Fund als vielmehr wie eine Bundeslade des Heavy Metal.

War Iommi bewusst, dass er eine neue Kunstform schuf? „Nein. Ich habe einfach getan, was nötig war, damit ich spielen konnte.“ Dennoch möchte er, dass Sabbath als jene Band in Erinnerung bleibt, die „eine Musik vorangebracht hat, aus der tausend andere Bands hervorgegangen sind“. „Und das sage nicht ich – das sagen die“, fügt er hinzu.

Sabbaths letztes Album war das von Rick Rubin produzierte 13 aus dem Jahr 2013, das die Charts anführte; Schlagzeuger Ward war nicht daran beteiligt. Iommi erzählt, der allgegenwärtige Starproduzent Andrew Watt – der Mann hinter den jüngsten Alben von Paul McCartney, den Rolling Stones und Osbourne – habe ihn auf ein letztes Sabbath-Album angesprochen. Er habe Watt gesagt, das werde schwierig.

Ein letztes Album blieb aus, Ozzys Vermächtnis wächst

„Andrew sagte: ‚Na ja, nein, wenn du mir ein paar Riffs schickst, kann ich mit Bill und Geezer arbeiten.‘ Ich sagte, so einfach sei das nicht. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das funktioniert.“ Das Album kam nie zustande. Was es dagegen gibt, sind zahlreiche Aktivitäten rund um Ozzy nach dessen Tod.

Sie werden von Sharon betreut, die möchte, dass Osbournes Vermächtnis ebenso gefeiert – und profitabel – wird wie das von Elvis Presley. Thematische Fahrgeschäfte in den Universal Studios, ein Ozzy-Biopic, die Rückkehr des Ozzfest-Festivals und ein sprechender, KI-gestützter Avatar sind allesamt in Entwicklung; die Grundlagen für einige dieser Projekte wurden schon vor seinem Tod gelegt.

Sharon und Ozzy Osbourne

Sie waren 45 Jahre lang verheiratet: Sharon und Ozzy Osbourne. (Archivbild) © -/Zuma Press/dpa

Manche Metal-Fans lehnten die Avatar-Idee ab und bezeichneten sie als reine Geldmacherei. Iommi antwortet diplomatisch, als ich frage, ob man angemessen mit Osbournes Vermächtnis umgehe.

„Das kann ich eigentlich nicht beantworten, weil es so klingt, als würde ich mich darüber beschweren, aber sie machen eben, was sie machen. Und ich denke, die Leute werden sich ohnehin an ihn erinnern. Er wird nicht einfach in Vergessenheit geraten.“ Wenn die Fans einen Osbourne-Avatar sehen wollen, hat er nichts dagegen, auch wenn er sagt, dass man es grundsätzlich „übertreiben kann“.

Eine königliche Auszeichnung und alte Freunde

Iommi ist „verblüfft“ über seinen MBE, mit dem er für seine Verdienste um die Musik und sein wohltätiges Engagement ausgezeichnet wird. Neben seinem neuen Album ist dies ein weiteres neues Stück Heavy Metal in seinem Leben.

„Wenn man an die alten Zeiten zurückdenkt, sagten die Leute: ‚Warum suchst du dir nicht einen richtigen Job?‘ Sogar Familienmitglieder. Man denkt an all diese Dinge zurück und daran, wie die Leute mich angesehen haben. Deshalb ist das ein großer Erfolg“, sagt der sanftmütigste und höchstdekorierte satanisch angehauchte Rentner, dem ich je begegnet bin.

Apropos Königshaus: Hat er Harry und Meghan gesehen, die Gerüchten zufolge in den Cotswolds wohnen? „Nein“, sagt er lachend. „Die Einzige, die wir hier in der Gegend sehen, ist Sue Barker, die eine wirklich liebe Freundin von uns ist … und Ian Anderson [von Jethro Tull].“

Trotz der Trauer über Osbournes Tod geht es Iommi gut. Ich sage ihm, dass Black Sabbaths Vermächtnis in den kommenden Jahren weiter wachsen werde. „Ich lasse es Sie wissen, wenn ich tot bin“, witzelt er.