Toto Wolff: "Als Lewis über die Linie war, war klar, wir gewinnen das!"
(Motorsport-Total.com) - Vor dem Wochenende in Madrid hatte Mercedes nicht an den Kampf um die Poleposition geglaubt, doch zwischenzeitlich war sich Toto Wolff bereits sicher, den ersten Platz mit Kimi Antonell...
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(Motorsport-Total.com) - Vor dem Wochenende in Madrid hatte Mercedes nicht an den Kampf um die Poleposition geglaubt, doch zwischenzeitlich war sich Toto Wolff bereits sicher, den ersten Platz mit Kimi Antonelli in der Tasche zu haben: "Als Lewis über die Linie gefahren war, war klar, wir gewinnen das", sagt der Mercedes-Motorsportchef gegenüber dem ORF.

© LAT Images
Kimi Antonelli musste vor dem Schild mit der 2 parken Zoom
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Doch der Österreicher hatte die Rechnung ohne Lando Norris gemacht. Der McLaren-Pilot legte im Qualifying laut eigener Aussage eine der besten Runden seiner Karriere hin und unterbot die Zeit des WM-Führenden noch um 0,011 Sekunden. "Tadellos", muss selbst Wolff zugeben.
Ganz so tadellos war die Runde von Norris dann aber doch nicht, denn nach einem kleinen Fehler verlor er in der letzten Kurve laut McLaren-Teamchef Andrea Stella drei Zehntelsekunden. "Wenn der nicht den Fehler macht in der letzten Kurve, ist er überhaupt drei oder vier Zehntel schneller", sagt Wolff. "Das war nicht zu erwarten, aber Hut ab."
Mit dem Weltmeister hatte man bei Mercedes nämlich nicht unbedingt gerechnet. Der Brite hatte das zweite Training aufgrund von Technikproblemen verpasst, kam auch in Q1 und Q2 nicht über die Positionen fünf und sieben hinaus. "Norris hat über alle Trainings nicht gefeatured - und dann haut der da so eine Runde raus", staunt Wolff bei Sky.
"Aber der Lando hat in der Vergangenheit auch gezeigt, dass er manchmal so eine Runde hinkriegt. Gerade wenn es darum geht, das Überhitzen der Hinterachse so gut wie möglich in den Griff zu kriegen."
Antonelli: Etwas zurückhaltend in der ersten Schikane
Und da Antonelli laut Wolff einen kleinen Fehler in Kurve 13 gehabt haben soll, der "vielleicht eine Zehntel" gekostet hat, langte es für den Italiener am Ende nicht zur Pole.
Der WM-Spitzenreiter selbst sagt, dass er neben Kurve 13 auch noch etwas in der ersten Schikane verloren habe. "Ich hatte auf meiner ersten Runde in Q3 einen heftigen Schreckmoment und hatte danach ehrlich gesagt nicht mehr ganz das Vertrauen, beim Anbremsen wieder so hart reinzuhalten", gibt er zu.
Generell sei es aber eine saubere Runde gewesen. "Es ist eine Strecke, auf der es nicht einfach ist, alles zusammenzubekommen. Und Lando hat natürlich einen tollen Job gemacht - besonders, weil er nach dem verpassten zweiten Training so stark aufgeholt und im entscheidenden Moment alles auf den Punkt gebracht hat", lobt er.
"Von daher ist es natürlich schade, die Pole so knapp verpasst zu haben, aber wir werden versuchen, morgen ein gutes Rennen zu fahren."
Russell mit Set-up-Umstellungen
Keine Rolle im Kampf um Rang eins spielte wieder einmal George Russell. Der Brite musste sich mit Platz sechs begnügen und hatte mehr als drei Zehntelsekunden Rückstand auf die Spitze. "Er ist irgendwie nie mit genug Selbstvertrauen unterwegs gewesen", analysiert der Motorsportchef.
Mercedes hatte bei Russell vor der Session etwas Frontflügel rausgenommen, während der Session aber wieder umgestellt. "Das hat aber das Frontlocking nicht besser gemacht und hinten überhitzt", so Wolff.
"Und dann weißt du eigentlich nicht, was dich erwartet mit dem Auto. Normalerweise auf den Startkursen musst du Runden und Runden und Runden fahren, dass du immer näher an die Mauern kommst. Und da hilft das natürlich nicht, das Set-up zu verändern."
Startplatz zwei ein Vorteil?
Für das Rennen am Sonntag ist für Mercedes natürlich noch alles drin. Gerade Startplatz zwei könnte für Antonelli am Start ein Vorteil sein, glaubt Wolff. "Das war in der Formel 3 und in der Formel 2 gut", hat der Österreicher die Starts in den Nachwuchsserien gut beobachtet. "Jetzt müssen wir sehen, dass wir da morgen vielleicht vorne dabei bleiben."
Zwei Dinge wären für ihn aus Mercedes-Sicht wichtig: Erstens sollten die Fahrer einen Mauerkontakt auf dem schwierigen Kurs vermeiden. "Das wäre nicht gut für den Cost-Cap", meint er. Und dann will man möglichst keine Punkte auf den härtesten WM-Verfolger Lewis Hamilton verlieren, der auf Startplatz vier ins Rennen gehen wird.
Und wenn möglich, dann darf es auch ein Podium geben. "Dann haben wir unsere Ziele erreicht."