Trainer spurlos verschwunden – während seine Schützlinge bei der Leichtathletik-EM um Medaillen kämpfen
StartseiteSportTrainer seit Monaten vermisst – während seine Athleten bei der EM startenStand: 17.08.2026, 20:06 UhrKommentareUns auf Google folgenWährend seine Athleten bei der EM in Birmingham um Medaillen kä...
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Trainer seit Monaten vermisst – während seine Athleten bei der EM starten
Stand: 17.08.2026, 20:06 Uhr
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Während seine Athleten bei der EM in Birmingham um Medaillen kämpfen, ist Leichtathletik-Trainer Leon Baptiste nun schon seit Monaten verschwunden – die letzte Spur führt nach Marokko.
Birmingham – Ein vermeintlicher Kurzurlaub – seitdem herrscht Funkstille: Der britische Leichtathletik-Trainer Leon Baptiste ist seit einem Wochenende in Marokko vor einigen Wochen wie vom Erdboden verschluckt. Während seine Schützlinge bei der Leichtathletik-EM – bei der sich auch ein deutscher Doping-Eklat ereignete – um Medaillen kämpfen, fehlt von ihm offenbar nach wie vor jede Spur.

Nach einem Bericht der englischen Zeitung The Guardian reiste Baptiste vor etwa zwei Monaten mit Freunden für ein Wochenende nach Marokko. Ob es sich dabei um einen Junggesellenabschied oder einen Golftrip handelte, ist unklar. Fest steht dem Bericht zufolge nur, dass er danach nicht mehr erreichbar war.
Weder auf Anrufe noch auf Textnachrichten seiner Athleten und des Verbands reagierte er. Auch Kontaktversuche von UK Athletics, für die der heute 41-Jährige als Berater tätig ist, blieben ohne Antwort. Der Verband selbst äußerte sich auf Anfrage nicht näher zu dem Fall und berief sich gegenüber The Guardian auf Diskretion.
„Sehr beunruhigend“: Leichtathletik-Trainer Leon Baptiste nach Marokko-Urlaub spurlos verschwunden
Die Situation um Baptiste ist mysteriös. Wie ernst die Lage im Umfeld wahrgenommen wird, machte ein früherer britischer Mannschaftskollege (der in dem Bericht namentlich nicht genannt wird) deutlich. „Meiner Erfahrung nach war er ein sehr ruhiger und vernünftiger Kerl“, erklärte er gegenüber der englischen Zeitung. „Niemand weiß, was passiert ist. Das ist sehr beunruhigend.“
Besonders zu spüren bekam die Abwesenheit seines Trainers der 400-Meter-Läufer Charlie Dobson, der bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris mit der britischen 4x400-Meter-Staffel Bronze holte. Bei der diesjährigen Heim-EM, bei der zuletzt eine Festnahme für Chaos sorgte, schied er jedoch im Halbfinale aus. „Interessante acht Wochen“, sagte Dobson nach dem Rennen und sprach damit wohl indirekt über seinen verschwundenen Trainer. In Baptistes Abwesenheit sprang Martyn Rooney ein und betreute Dobson sowie weitere Athleten aus dessen Trainingsgruppe vor Ort in Birmingham.
Baptiste selbst zählte einst zu den prägenden Figuren des britischen Sprints. Schon 2003 gewann er mit 18 Jahren bei der Junioren-EM in Finnland Gold über 100 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel. Den endgültigen Durchbruch schaffte er 2010 bei den Commonwealth Games in Delhi, wo er über 200 Meter und mit der Sprintstaffel jeweils Gold holte. Eine schwere Knieverletzung stoppte seine Karriere jedoch abrupt: Die Verletzung kostete ihn die Olympischen Spiele 2012 in London – im Mai 2014 erklärte er mit 28 Jahren seinen Rücktritt. (kus)