Auch Deutsche darunter: Immer mehr Menschen ertrinken auf den Kanaren

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Auch Deutsche darunter: Immer mehr Menschen ertrinken auf den Kanaren

Traurige Bilanz auf den Kanaren: Immer mehr Menschen ertrinken – auch Kinder

Stand: 04.09.2026, 22:22 Uhr

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Auf den Kanaren sterben in diesem Jahr so viele Kinder beim Baden wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr – und die Rettungsschwimmer werden weniger

Las Palmas – Sechs Kinder, die nie mehr nach Hause kommen. Drei Deutsche, die ihren Urlaub mit dem Leben bezahlten. Seit Januar 2026 sind auf den Kanarischen Inseln 45 Menschen ertrunken – sechs mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, ein Plus von 15 Prozent. Das geht aus dem Bericht des Verbandes „Canarias, 1500 km de Costa“ hervor, den die Organisation Ende August vorlegte und über den unter anderem La Provincia berichtete.

Blick auf Sonnenschirme und Liegen in der Naehe von Morro Jable auf der kanarischen Insel Fuerteventura in Spanien.

Blick auf Sonnenschirme und Liegen in der Naehe von Morro Jable auf der kanarischen Insel Fuerteventura in Spanien. © IMAGO / photo2000

Unter den 45 Toten waren laut La Voz de Lanzarote 18 ausländische Staatsangehörige aus zehn Ländern – darunter drei Deutsche, zwei Briten sowie je ein Franzose, ein US-Amerikaner, ein Venezolaner, ein Belgier, ein Norweger, ein Italiener, ein Niederländer und zwei Äquatorialguineer. Bei 24 weiteren Toten fehlen Angaben zur Herkunft, drei waren Spanier.

Kindertode auf den Kanaren: Höchststand seit elf Jahren

Besonders die Zahl der toten Kinder alarmiert Experten und Behörden. Sechs Minderjährige zwischen drei und 17 Jahren verloren in diesem Jahr ihr Leben im Wasser – der höchste Stand seit elf Jahren. Allein im August gab es sieben Wasserunfälle mit Kindern, sechs von ihnen wurden schwer verletzt, eines unverletzt gerettet. Der jüngste Fall ereignete sich im August vor der Küste von Mogán auf Gran Canaria: Der 14-jährige Jeremías kam ums Leben.

Chano Quintana, Präsident des Verbandes, findet klare Worte: „Wir befinden uns zweifellos im schwarzen Jahr für Ertrinkungstode bei Minderjährigen“, sagte er gegenüber der Tageszeitung El Día. Das Muster dahinter ist laut Quintana erschreckend eindeutig: In neun von zehn Fällen, in denen ein Kind ertrinkt, fehlte die Aufsicht durch Erwachsene – manchmal vollständig. Ein einjähriges Baby könne in nur 27 Sekunden ertrinken.

Teneriffa führt die Statistik mit 18 Toten an, gefolgt von Fuerteventura mit zehn und Gran Canaria mit acht Opfern. Lanzarote und El Hierro verzeichnen je drei Tote, La Gomera zwei, La Palma einen. Nur La Graciosa blieb ohne Todesfall. 62 Prozent der Unfälle passierten an Stränden, 22 Prozent in Häfen und Küstenzonen, je acht Prozent in Schwimmbädern und Naturpools.

Warnungen ignoriert: Fast jedes zweite Ertrinkungsopfer kannte das Risiko

Fast jedes zweite Todesopfer befand sich im Wasser, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits offizielle Warnungen galten: 21 der 45 Toten – 47 Prozent – ignorierten aktive Vor- oder Vollwarnungen der kanarischen Regionalregierung wegen gefährlicher Küstenbedingungen. Quintana bringt es auf den Punkt: „Mehr als 50 Prozent der 45 Todesopfer dieses Jahres sind ins Meer gegangen, obwohl eine Warnung wegen Küstenphänomenen bestand.“ Ausländische Touristen unterschätzten die Gefahren dabei besonders häufig – sie stellen laut Quintana sieben von zehn Ertrunkenen auf den Inseln.

Der Verband fordert mehr Rettungsschwimmer und bessere Aufklärung, auch über Hotels und Ferienwohnungsplattformen. Denn: „Wir können keinen Rettungsschwimmer hinter jeden Badegast stellen – der wirksamste Rettungsring ist Information.“ Laut Verbandsschätzung fehlen auf den Inseln mehr als 1.000 Rettungsschwimmer. Viele Verträge laufen bereits am 15. September aus – genau dann, wenn der Herbsttourismus auf den Kanaren Hochsaison hat. (Quellen: La Provincia, El Día, La Voz de Lanzarote) (cgsc)