Trompeter Nikolai Tchotchev: Konzerte in aller Welt, 600 Schüler und eine Kirche in Bulgarien

Der Trompeter Nikolai Tchotchev lebt seit fast 50 Jahren in Deutschland und hat die Region mit seiner Musik bereichert. Einige seiner Schüler sind international bekannt. Doch er hat noch mehr bewirkt.

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Trompeter Nikolai Tchotchev: Konzerte in aller Welt, 600 Schüler und eine Kirche in Bulgarien

Trompeter Nikolai Tchotchev Konzerte in aller Welt, 600 Schüler und eine Kirche in Bulgarien

Platten · Der Trompeter Nikolai Tchotchev lebt seit fast 50 Jahren in Deutschland und hat die Region mit seiner Musik bereichert. Einige seiner Schüler sind international bekannt. Doch er hat noch mehr bewirkt.

08.10.2026 , 07:40 Uhr

Trompeter Nikolai Tchotchev liebt die klassische Musik und gibt diese Leidenschaft gerne weiter.

Foto: Christina Bents

Den Triumphmarsch aus der Aida hat Nikolai Tchotchev schon in der Staatsoper Berlin gespielt, das Trompetenkonzert in Es-Dur von Haydn präsentierte er so ausdrucksstark wie kaum ein anderer Trompeter. Alle großen Konzertsäle in Europa hat er schon von der Bühne aus gesehen. In Sofia war er dreizehn Jahre an der Nationaloper.

Nach Deutschland haben ihn immer wieder Konzerte geführt. In Potsdam war er zur Eröffnung des Schlosses eingeladen, in München und Kiel spielte er und 1975 in Saarbrücken. Einen Vertrag bei der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich bekam er 1991. Nikolai Tchotchev: „Damals war es den Verantwortlichen wichtig, dass ausgebildete Musiker den Unterricht an den Musikschulen übernehmen. Walter Densborn und Dr. Helmut Gestrich, ehemaliger Landrat, waren an dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt.“

Neben der musikalischen Qualität des Unterrichts war für sie noch etwas anderes von Bedeutung. „Die Musikschule sollte sich mit ihren Schülern und Lehrern zeigen. Wir haben bei vielen öffentlichen Anlässen gespielt und gezeigt, was dort passiert“, so der Profimusiker. Zwanzig Jahre hat er sein Wissen an der Musikschule an rund 600 Schüler weitergegeben. Dabei gab es für ihn keine Schüler, denen er nichts beibringen konnte. „Alle können lernen. Die einen haben mehr Talent für die Trompete, die anderen eher fürs Flügelhorn, Tenorhorn oder die Tuba“, meint er und ergänzt: „Und wenn gar nichts geht, räumt einer die Bänke für die Probe und er ist auch wichtig und gehört dazu.“

Von Bernkastel-Wittlich in die großen Konzertsäle: Tchotchevs Schüler machen Karriere

Zu seinen begabtesten Schülern zählen Thorsten Schaaf, Dirk Kaftan und Thomas Hammes. Letzterer hat schon 2007 zum 80. Geburtstag von Papst Benedikt gespielt und Sophia Loren saß im Publikum. Dirk Kaftan ist Generalmusikdirektor des Beethoven Orchesters in Bonn und gab in diesem Jahr, unter anderem mit einer kleinen Besetzung im Reinhold- Messner-Haus, bei der Reihe „Gipfel und Klang“, ein Sonderkonzert mit Blick auf die Drei Zinnen in den Dolomiten.

Für Nikolai Tchotchev, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, und im März kommenden Jahres sein sechzigjähriges Bühnenjubiläum, war immer wesentlich, dass er jeden nach seinen Möglichkeiten gefördert hat: „Die Kinder entwickeln sich, da braucht es Geduld.“

Mitgearbeitet hat er auch bei der Entwicklung und dem Bau von Trompeten der Firma Kröger in Trier. „Das hat mir am Herzen gelegen“, betont er. Wichtig sind ihm auch seine Wurzeln. Die Renovierung der Kirche seines Heimatdorfs in Bulgarien hat er finanziert. Zur Einweihung ist er mit einem Teil seiner Schüler gefahren und sie gaben ein Konzert bei der Eröffnung. Den Dirigenten des dortigen Musikvereins bezahlte er über viele Jahre.

Eine langjährige Freundschaft verbindet ihn mit Gerd Vockensperger vom Musikkreis Springiersbach. Im dortigen Kloster hat er schon am 15. Dezember 1980 ein Weihnachtskonzert gespielt. Die beiden Musikexperten und leidenschaftlichen Klassikhörer haben schon viel zusammen erlebt. Wie es bei langjährigen Freunden so üblich ist, können sie sich auch leidenschaftlich streiten, etwa darüber, was das Publikum hören möchte, oder über die Qualität von Konzerten.

Trompetenensemble Tchotchev spielt am 11. Oktober im Kloster Springiersbach

Im Kloster Springiersbach spielt Nikolai Tchotchev am 11. Oktober um 16 Uhr mit seinem Trompetenensemble. Die Besucher erwartet unter anderem die Feuerwerksmusik, eine Polka mit Tuba, Ragtime, Carmen und der Triumphmarsch aus Aida. Als Profimusiker wird Yuri Rizov, der an der Nationaloper Sofia gespielt hat, dabei sein. Die sonstigen Musiker sind Schüler von Nikolai Tchotchev.

Was er noch in den kommenden Jahren vorhat: „Ich will weiter gut leben, gut kochen und die Musik genießen. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe und weiß, dass ich Glück gehabt hatte, in Bulgarien Musik zu studieren, die mir dieses Leben ermöglicht hat.“