Trümmerstätte in Kröv: Zwei Jahre nach dem Hoteleinsturz: Was ist mit der Ruine?

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Trümmerstätte in Kröv: Zwei Jahre nach dem Hoteleinsturz: Was ist mit der Ruine?

Trümmerstätte in Kröv Zwei Jahre nach dem Hoteleinsturz: Was ist mit der Ruine?

Kröv · Die Wunde im Herzen von Kröv blutet auch zwei Jahre nach dem tragischen Hoteleinsturz weiter. Was geschieht mit dem Grundstück? Und wer trägt die Kosten für den Abriss?

06.08.2026 , 06:40 Uhr

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Zwei Jahre nach dem Hoteleinsturz von Kröv

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Foto: TV/Ursula Bartz

Wo einst das Leben pulsierte, Menschen die schönste Zeit des Jahres genossen, klafft heute ein großes Loch. Schutt türmt sich auf, nur schwer ist aus der Entfernung noch zu erkennen, was früher einmal Teil einer Wand oder einer Decke war. Langsam wachsen Pflanzen über das Grau.

Trauriger Jahrestag: Vor genau zwei Jahren stürzte das Hotel in Kröv ein

Rund um die Ruine ist das Leben schon lange wieder eingekehrt, spazieren die Urlauber durch die Gassen, gönnen sich ein Glas Wein. Und doch ist da eben dieses Trümmerfeld, das die Erinnerung an die Tragödie wachhält, die sich vor genau zwei Jahren ereignete: den Hoteleinsturz vom 6. August 2024, als ein komplettes Geschoss zusammenbrach und das Mittelgeschoss völlig zertrümmert und eingedrückt wurde.

Die mobilen Trennwände, die rund um das ehemalige Hotel Reichsschenke Zum Ritter Götz aufgebaut worden waren, sind inzwischen zum größten Teil verschwunden. So ist die Sicht wieder frei auf den Innenhof, den so mancher aus einem Video der jungen niederländischen Familie kennt, die damals zu den neun Verschütteten gehörten. Es zeigte Edi Hoefnagel-Visser und Mark Hoefnagel mit ihrem kleinen Jamie, der dort vor dem Unglück umherlief.

Kröver wünschen sich Ende des unschönen Anblicks mitten im Moselort

In der Laube des Hotels hat sich Staub auf die Kerzen und Aschenbecher gelegt. In einem Glaskasten am Eingang zeugt eine verblichene Postkarte von der Zeit, als der „Jungle Dick“ eine Institution im Dorf war: die „Urschenke“ des Kröver Nacktarschs.

Dass hier eines Tages wieder gefeiert wird, mag derzeit niemand glauben. Noch immer sei es zu früh, um über die Zukunft des ehemaligen Hotels mit Gaststätte zu sprechen, sagt der erste Beigeordnete der Gemeinde, Martin Rolf. Das juristische Verfahren brauche nun mal seine Zeit, da müsse man geduldig sein. Schließlich seien Menschen ums Leben gekommen. Solange die Schuldfrage nicht geklärt sei, würden die Versicherungen nichts zahlen.

Rolf weiß aber auch, dass manche Kröver ungeduldig werden. „Sie hätten gerne, dass es mal vorangeht und etwas passiert.“ Auch die Nachbarn würden sich einen anderen Anblick wünschen.

Würde der Denkmalschutz einen Abriss des Hotels Reichsschenke Zum Ritter Götz erlauben?

Natürlich habe man im Gemeinderat schon darüber gesprochen, wie es weitergehen soll. „Wir machen uns Gedanken und haben auch Ideen.“ Aber alles liege nun mal weiterhin auf Eis, das Gelände gehöre der Gemeinde ja auch nicht.

Eingestürzt war damals ein hinterer, neuerer Gebäudeteil. Er war 1980 auf den Festsaal gebaut worden. Das alte, ursprüngliche Hotel steht weiterhin – unbeschadet, so erweckt es zumindest den Anschein.

Das Haus ist denkmalgeschützt, es könnte also nicht ohne Weiteres abgerissen werden, wenn man dies denn wollte. Dazu bräuchte es eine Genehmigung, die wiederum nur erteilt wird, wenn die Belange des Denkmalschutzes nicht entgegenstehen oder andere Erfordernisse des Gemeinwohls oder private Belange überwiegen, erklärt die Pressestelle der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich.

Doch nicht nur das: Auch im Umfeld des Gebäudes darf ein Bau nur mit Genehmigung beseitigt werden, sofern es „für dessen Bestand, Erscheinungsbild oder städtebauliche Wirkung von Bedeutung ist“. Trifft das etwa auf den Hotelanbau zu?

Kreisverwaltung: Anbau dürfte abgerissen werden

Kreis-Sprecherin Stefanie Rodermund erklärt: Der ebenfalls historische Anbau habe zwar mit dem Denkmal eine funktionale Einheit gebildet. Der Anbau sei aber später als Erweiterung des Einzeldenkmals entstanden und zähle nicht zum Schutzumfang. „Dennoch ist das Denkmalrecht wegen des Umgebungsschutzes auch auf den Anbau anzuwenden.“

Das ursprüngliche Hotel befinde sich „augenscheinlich noch in einem akzeptablen Zustand und kann mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand erhalten werden“, erklärt sie weiter. „Der eingestürzte Gebäudeteil ist so stark geschädigt, dass dieser abgebrochen werden darf. Eine entsprechende denkmalrechtliche Genehmigung für die Beseitigung des eingestürzten Anbaus wurde erteilt.“

Warum der Parkplatz nebenan weiterhin gesperrt ist

Und warum ist der benachbarte Parkplatz, der einst für Stellplätze der Verbandsgemeindeverwaltung genutzt wurde, weiterhin gesperrt? Darunter befinde sich ein Keller, erklärt Rodermund. „Der Gutachter, der für die Abrissmaßnahmen zuständig war, hat festgestellt, dass eine Nutzung als Parkplatz wegen Einsturzgefahr bei zu hoher Belastung derzeit nicht möglich ist.“

Hat diese Einsturzgefahr etwas mit dem Hoteleinsturz zu tun? Und wie geht es mit dieser Fläche weiter? Dazu möchte sich die Ortsgemeinde, der das Areal gehört, nicht äußern.

Ein öffentliches Gedenken an die Opfer des Hoteleinsturzes – zwei Menschen kamen damals ums Leben – wird es nicht geben, erklärt Rolf. Man habe mit dem Neujahrsempfang 2025 einen offiziellen und sehr emotionalen Abschluss gefunden.