Verärgert: Trump reduziert Manöver mit Südkorea
US-Präsident Donald Trump hat das Verteidigungsministerium angewiesen, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren. Ungeachtet dessen begannen die bereits vereinbarten Übungen am Montag planmäßig. Trump legte zudem nahe, dass ein Grund für seine Entscheidung Ärger über Südkorea war. Ein Experte wiederum vermutet, es könnte eine strategische Absicht dahinterstehen.
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Verärgert
US-Präsident Donald Trump hat das Verteidigungsministerium angewiesen, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren. Ungeachtet dessen begannen die bereits vereinbarten Übungen am Montag planmäßig. Trump legte zudem nahe, dass ein Grund für seine Entscheidung Ärger über Südkorea war. Ein Experte wiederum vermutet, es könnte eine strategische Absicht dahinterstehen.
Online seit heute, 8.32 Uhr
Trump hatte am Sonntag auf seiner Onlineplattform Truth Social mitgeteilt, es sei zwar zu spät, die für den 17. bis 27. August geplanten jährlichen Übungen „Ulchi Freedom Shield“ komplett abzusagen, er sei jedoch nicht glücklich über die US-Teilnahme. Der Präsident verwies zur Begründung auf seine sehr gute Beziehung zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Die Manöver seien teuer und sendeten ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal an ein Land, das sich während seiner Präsidentschaft respektvoll und nicht bedrohlich verhalten habe.
Trump kritisierte zudem die Haltung Südkoreas im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Er habe den südkoreanischen Präsidenten kürzlich gefragt, ob sich das Land an einer Denuklearisierung des Iran beteiligen wolle, was dieser mit den Worten „Nein, danke“ abgelehnt habe. Aus Südkorea gibt es dazu bisher keine Stellungnahme zu dieser Behauptung.
Trumps Schritt dürfte nicht nur Pjöngjang, sondern auch Peking freuen. Die USA befinden sich in einem geostrategischen Wettstreit mit China. Trumps Entscheidung dürfte die Verunsicherung unter den US-Verbündeten im pazifischen Raum weiter verstärken.
Kein Kommentar von Südkorea
Der südkoreanische Generalstab bestätigte den Start der Manöver, lehnte aber einen Kommentar zu Trumps Äußerungen ab. Auch das Präsidialamt sowie das Verteidigungs- und Außenministerium in Seoul äußerten sich zunächst nicht.
Wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, wird das „Ulchi Freedom Shield“ diesmal nur 14 Feldübungen beinhalten – drei Feldübungen weniger als noch im vergangenen Jahr. Die Reduktion geht laut Yonhap allerdings auf Bemühungen des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zurück, der ebenfalls wie Trump eine diplomatische Annäherung mit Nordkoreas Machthaber Kim sucht.
Laut dem Korea-Experten der US-Denkfabrik Center for Strategic and International Sudies, Victor Cha, könnte hinter Trumps Schritt auch das Kalkül stecken, die russisch-nordkoreanische Achse zu schwächen. An den Übungen sollen rund 18.000 südkoreanische Soldaten teilnehmen. In den vergangenen Jahren hat sich der Schwerpunkt der Manöver von echten Schießübungen auf Computersimulationen von Raketen- und Cyberangriffen verlagert.
US-Militär warnt dagegen vor Gefahr
Trumps Einschätzung der Bedrohungslage steht im Kontrast zu Warnungen des eigenen Militärs. Der hochrangige US-General Joseph Jarrard hatte in der vergangenen Woche erklärt, Nordkorea habe erfolgreich Interkontinentalraketen getestet. Diese verfügten über ausreichend Schubkraft, um einen nuklearen Sprengkopf an jeden Ort in Nordamerika zu befördern, was die Verteidigung der USA erschwere.
Zudem feuerte Nordkorea erst am Mittwoch vergangener Woche eine ballistische Rakete in Richtung des Japanischen Meeres ab. Das teilten die südkoreanischen und japanischen Streitkräfte mit. Bereits am 6. August hatte Nordkorea eine ähnliche ballistische Kurzstreckenrakete getestet. Die Regierung in Pjöngjang verurteilt die amerikanisch-südkoreanischen Manöver regelmäßig als Vorbereitung für eine Invasion.
Armee sammelt Kampferfahrung in Ukraine-Krieg
US-Militärvertretern zufolge sammeln nordkoreanische Truppen derzeit an der Seite Russlands im Ukraine-Krieg Kampferfahrung. Das betreffe insbesondere den zunehmenden Einsatz von unbemannten Systemen, elektronischer Kriegsführung und Cyberoperationen. Die Ukraine hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass bei einem russischen Angriff auf ein Stahlwerk in Saporischschja Raketen aus nordkoreanischer Produktion eingesetzt worden seien.
Die Beziehung zwischen Trump und Kim ist seit Jahren von extremen Schwankungen geprägt. Nach anfänglichen schweren gegenseitigen Beleidigungen und Kriegsdrohungen trafen sich beide bereits zu drei Gipfeltreffen. Zu einer Änderung des nordkoreanischen Atom- oder Raketenprogramms führten diese Bemühungen jedoch nicht.
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit versucht, die Manöver mit Südkorea zu beenden oder einzuschränken. Zudem stritt er wiederholt mit der Regierung in Seoul über die Aufteilung der Kosten für die 28.500 in Südkorea stationierten US-Soldaten.