Trump erregt Raunen: Irland-Vorstoß des US-Präsidenten überrascht – „Niemand hatte das kommen sehen“
StartseitePolitikTrump sorgt für Raunen in Dublin: US‑Präsident wirbt für ein vereintes IrlandStand: 12.09.2026, 14:12 UhrKommentareUns auf Google folgenSeit Jahrzehnten spaltet die Frage nach der Zugehörigkeit...
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Trump sorgt für Raunen in Dublin: US‑Präsident wirbt für ein vereintes Irland
Stand: 12.09.2026, 14:12 Uhr
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Seit Jahrzehnten spaltet die Frage nach der Zugehörigkeit die Menschen in Irland und Nordirland. Donald Trump sieht eine Lösung in Sichtweite.
Dublin – Donald Trump ist immer wieder für eine Überraschung gut. Das war auch bei seinem Staatsbesuch in Irland nicht anders. Dort sprach sich US-Präsident für eine Wiedervereinigung des seit über einem Jahrhundert geteilten Landes aus. „Ich will keine Probleme verursachen, aber ich sage Ihnen: Ich würde es sehr gerne vereint sehen“, sagte Trump nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin im Farmleigh House in Dublin.

Die Wiedervereinigung der irischen Insel wäre ein „großer Erfolg“, auf den alle stolz sein könnten, sagte Trump weiter. „So wie ich das sehe, wird es ohnehin eines Tages passieren. Dann kann es genauso gut jetzt sein“, sagte er. Die Äußerungen des US-Präsidenten lösten sofort große Aufregung in Großbritannien und Irland aus.
Trump für Wiedervereinigung von Irland und Nordirland
Tatsächlich kamen die Aussagen für alle überraschend. Das merkte man auch an den Reaktionen der Anwesenden: Vor dem Farmleigh House war erst einmal ein kollektives Raunen zu hören. „Niemand hatte das kommen sehen“, berichtete die BBC. Es sei einer jener spontanen Momente gewesen, für die Trump bekannt ist – und er werde „eine enorme politische Debatte auslösen, nicht zuletzt in Nordirland“, so die BBC weiter.
Trump wandte sich direkt an Martin und sagte, dieser sei „genau der richtige Mann“, um die Sache voranzutreiben. Gleichzeitig räumte er ein, dass das Vereinigte Königreich „natürlich auch etwas dazu zu sagen“ habe. Auf die Frage, wie eine Vereinigung schlecht sein könne, antwortete Trump: „Ich habe Freunde auf beiden Seiten, großartige Menschen. Es sind Iren. Wie kann das schlecht sein?“ Bei einer anschließenden Rede in Deerfield fügte Trump laut Guardian noch hinzu, dass es im Grunde „keine gute Antwort“ auf die Irland-Frage gebe. Aber: Eine Vereinigung wäre schon „eine ziemlich coole Sache“.
Irland-Frage bei Staatsbesuch – Trump stößt Debatte an
Wie nebenher hat Trump damit in einen der sensibelsten Territorialkonflikte Europas eingegriffen – und zugleich das Verhältnis zwischen den USA und Großbritannien erneut auf die Probe gestellt. Die Grenze auf der irischen Insel wurde 1921 mit dem Inkrafttreten des „Government of Ireland Act“ gezogen. Anders als Irland, das sich zur unabhängigen Republik abspaltete, blieb Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs. Vorausgegangen waren Jahrzehnte des Konflikts zwischen Nationalisten, die Unabhängigkeit von der britischen Herrschaft anstrebten, und Unionisten, die im Vereinigten Königreich verbleiben wollten.
Die Frage, ob die Provinz dazugehören oder sich mit Irland wiedervereinigen sollte, führte zu einem jahrzehntelangen, blutigen Bürgerkrieg, der als „The Troubles“ bekannt ist. Er endete 1998 mit dem Karfreitagsabkommen. Dieses sieht eine Volksabstimmung über die Zukunft Nordirlands vor – einen sogenannten Border Poll. Der britische Nordirlandminister kann eine solche Abstimmung ansetzen, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung Nordirlands für eine Wiedervereinigung zu stimmen scheint. Wann genau diese Bedingung erfüllt ist, ist Gegenstand ständiger politischer Debatten. Erst vor zwei Tagen hatte Martin mehr Klarheit darüber gefordert, wann ein solches Referendum ausgerufen werden kann. (Quellen: BBC, Guardian, Skynews