Trump-Insider: "Wir übten erstmals für einen Atomangriff auf die Vereinigten Staaten"

Miles Taylor war Mitglied der ersten Trump-Regierung. Dann wurde er zum Whistleblower. Der Präsident lässt gegen ihn nun wegen Hochverrats ermitteln. Im Interview warnt er eindringlich vor der Gefahr aus dem Weißen Haus.

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Trump-Insider: "Wir übten erstmals für einen Atomangriff auf die Vereinigten Staaten"

Miles Taylor war Mitglied der ersten Trump-Regierung. Dann wurde er zum Whistleblower. Der Präsident lässt gegen ihn nun wegen Hochverrats ermitteln. Im Interview warnt er eindringlich vor der Gefahr aus dem Weißen Haus.

Miles Taylor kennt Donald Trump aus nächster Nähe: Zweieinhalb Jahre arbeitete er als Stabschef im US-Heimatschutzministerium. Dann ging der überzeugte Republikaner an die Öffentlichkeit und warnte vor Trumps täglichem Machtmissbrauch.

In Trumps zweiter Amtszeit ist Taylor selbst ins Visier der Regierung geraten. Im Interview spricht er über seine damalige Angst vor einem möglichen Atomkrieg, wie gefährlich die aktuellen Entwicklungen sind und darüber, warum er glaubt, dass das Jahr 2026 trotzdem zu einem Wendepunkt werden könnte.

Bastian Brauns berichtet aus Washington

t-online: Herr Taylor, in der ersten Trump-Regierung waren Sie zweieinhalb Jahre lang der Stabschef im Department of Homeland Security (DHS), also im Heimatschutzministerium. Dann wurden Sie zum Whistleblower. Warum?

Miles Taylor: Ich bin mein ganzes Leben lang Republikaner gewesen und bin damals mit der Hoffnung in die Regierung eingetreten, dass wir mit Donald Trump einen Präsidenten erleben würden, den das Amt demütiger macht.

Wie kamen Sie zu dieser Annahme?

Natürlich wusste jeder, wer Donald Trump war, als er zum ersten Mal Präsident wurde. Niemand kann behaupten, wir hätten geglaubt, dieser Mann würde plötzlich ein anderer. Aber unter Republikanern, die sich große Sorgen wegen Trump machten, gab es eine gewisse, vielleicht naive Hoffnung, dass all seine charakterlichen Defizite abgemildert werden könnten.

Durch die sogenannte Würde des Amtes?

Ja, Barack Obama und George W. Bush haben darüber gesprochen, wie dieses Amt sie veränderte. Ich hatte bereits in der Regierung von George W. Bush gearbeitet und selbst erlebt, welchen Einfluss die Ernsthaftigkeit und Würde des Oval Office auf Menschen haben können.

Wie war das bei Donald Trump?

Bei ihm geschah das nicht. Was mich als Teil der Regierung zunächst beunruhigte und schließlich wirklich erschreckte, war die Regelmäßigkeit, mit der der Präsident von uns Dinge verlangte, die offensichtlich illegal oder verfassungswidrig waren. Fast jede Woche wollte Donald Trump, dass wir etwas tun, von dem wir das Gefühl hatten, dass es gegen das Gesetz verstößt.

Was verlangte er von Ihnen?

Vieles davon sehen wir gerade wieder. Etwa den Wunsch des Präsidenten, Menschen, die einen komplett legalen Aufenthaltsstatus in den USA haben, einfach abzuschieben – also nicht nur Menschen ohne legalen Status. Damals haben wir den Präsidenten und sein Team daran gehindert, großangelegte Verhaftungsaktionen gegen Menschen durchzuführen, die sich rechtmäßig in den Vereinigten Staaten aufhielten.

Das klingt so, wie das, was derzeit fast täglich im Land geschieht.

Ja. In der zweiten Trump-Regierung gibt es inzwischen mehr als 15.000 Fälle, in denen Bundesrichter entschieden haben, dass diese Regierung Menschen illegal in Gewahrsam festhält. Das wäre schon bei zehn solcher Fälle außergewöhnlich.