Turnen: Darum muss Pascal Brendel von der TG Saar bei der DM passen

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Turnen: Darum muss Pascal Brendel von der TG Saar bei der DM passen

Turnen Darum muss Pascal Brendel von der TG Saar bei der DM passen

Saarbrücken · Topturner Pascal Brendel von der TG Saar verpasst zwei Saison-Höhepunkte. Talente stehen nun bei der DM in Hannover im Fokus.

20.07.2026 , 20:39 Uhr

Nationalturner Pascal Brendel von der TG Saar hat sich kurz vor der DM in Hannover verletzt und muss passen.

Foto: IMAGO/HMB-Media/IMAGO/Steffie Wunderl

Wenn von diesem Donnerstag bis Sonntag in und rund um Hannover die Finals steigen, werden 143 deutsche Meistertitel in 24 Sportarten vergeben. In der ZAG Arena werden die deutschen Meisterschaften im Gerätturnen der Männer ausgetragen – zugleich der dritte Teil der Qualifikation für die Europameisterschaft in Zagreb im kommenden Monat (19. bis 23. August). Mittendrin: mehrere Athleten, die für die TG Saar in der Kunstturn-Bundesliga starten. Nur einer fehlt schmerzlich: Pascal Brendel.

Nach zwei Wochen wieder leichte Belastung möglich

Der Nationalturner hat sich kurz vor den Titelkämpfen im Training einen Riss des Syndesmosebandes zugezogen. „Er ist direkt zum Arzt und auch sehr zeitnah operiert worden“, berichtet der TG-Saar-Vorsitzende Thorsten Michels. Ganz so schlimm wie zunächst befürchtet ist es aber nicht: Brendel trägt einen Spezialschuh, muss zwei Wochen pausieren und kann dann schon wieder mit leichter Belastung beginnen. Sein neues Ziel steht bereits im Kalender: Elf Wochen bleiben ihm, um fit zu werden für die Weltmeisterschaft, die vom 17. bis 25. Oktober in Rotterdam stattfindet.

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Die saarländischen Hoffnungen ruhen derweil auf den jungen Talenten. Marius Püschel (19 Jahre, startet für Stammverein TV Germania Dillingen), Moritz Steinmetz und Maxim Kovalenko (beide 21 und vom TV Bous) treten im Mehrkampf an, gehen also an allen sechs Geräten in die Wertung. Gabriel Eichhorn (20, MTV Stuttgart) verzichtet dagegen auf den kompletten Mehrkampf und turnt fünf Geräte. Komplettiert wird das Aufgebot durch den Ukrainer Mykola Syniukhin (26) und den Luxemburger Quentin Brandenburger (22, Zweitliga-Team), die beide für die TG Saar starten.

Für Marius Püschel ist es die erste deutsche Meisterschaft bei den Männern. Er will zeigen, was er drauf hat – unter anderem ein neues Element an den Ringen. Den Dreifachsalto als Abgang will er in Hannover im Wettkampf turnen. Auch Moritz Steinmetz hat seine Übungen kräftig aufgestockt und will bei der DM volles Risiko gehen. „Der ein oder andere liebäugelt natürlich auch mit einem Finale“, sagt Thorsten Michels – die jeweils besten sechs Turner eines Geräts erreichen die Entscheidungen am Finalwochenende.

Messlatte liegt vor allem im Mehrkampf hoch

Einer, der es wissen will, ist Maxim Kovalenko. Er hatte zuletzt mit Schulterproblemen zu kämpfen, doch die sind überstanden: „Ich fühle mich ganz gut, bin fit und habe keine Probleme mehr.“ Die ersten beiden EM-Quali-Wettkämpfe hatte er verturnt, umso höher ist die Motivation – vor allem mit Blick auf den Perspektiv-Kader des Deutschen Turner-Bundes (DTB): „Ich will unbedingt zurück in den P-Kader und werde versuchen, die dafür nötigen Punkte zu holen. Es wird allerdings nicht einfach“, sagt der 21-Jährige und betont: „Außerdem will ich am Boden und eventuell auch am Reck ins Finale einziehen. Sprung wäre auch schön – aber mal schauen. Ich habe jedenfalls richtig Bock auf dieses Riesen-Event.“

Die Messlatte liegt vor allem im Mehrkampf hoch: Als Topfavoriten gelten Timo Eder, Nils Dunkel und Radomyr Stelmakh. Letzterer ist gebürtiger Ukrainer, floh 2022 aus Saporischschja nach Deutschland und turnt seither in Cottbus. Erst im Februar erhielt der 20-Jährige die deutsche Staatsbürgerschaft, seit wenigen Tagen ist er nach der Freigabe durch den ukrainischen Verband international für Deutschland startberechtigt – womöglich schon bei der EM in Zagreb.

Ohne Turnschläppchen, aber mit wichtiger Aufgabe reist Daniel Mousichidis nach Hannover: Das große TG-Saar-Talent vom TV Schwalbach ist nur als Kampfrichter im Einsatz. Nach wiederkehrenden Ellenbogenproblemen und mehreren Operationen kann er selbst noch nicht wieder mitturnen, aktuell absolviert er Kraft- und Beweglichkeitstraining und arbeitet am Boden an ersten Elementen. „Da wird nichts überstürzt“, stellt Michels klar und hofft auf Mousichidis‘ Rückkehr in der Restrunde der Bundesliga. Dort rangieren die Turner der TG Saar nach drei Siegen aus den ersten vier Wettkämpfen im Frühjahr in der langen Sommerpause auf Tabellenplatz drei. Weiter geht es erst im November – bis dahin bestimmen die Finals, die EM und die WM den Terminkalender der saarländischen Spitzenturner.

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