Über 30 Grad im Klassenzimmer: Putzbrunner Grundschule bekommt zwei Bäume statt Klimaanlage
StartseiteLokalesMünchen LandkreisPutzbrunnStand: 09.10.2026, 07:18 UhrKommentareUns auf Google folgenTrotz großer Hitze im Sommer wird es in der Grundschule keine technische Kühllösung geben – lediglich zwei n...
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Stand: 09.10.2026, 07:18 Uhr
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Bis zu 31 Grad zur Mittagszeit – und trotzdem lehnen Schulleiter und Eltern eine Klimaanlage ab. Zwei neue Schattenbäume sollen erst 2027 gepflanzt werden.
Putzbrunn – Nicht nur in diesem Sommer heizten sich die Klassenräume der Grundschule in Putzbrunn in den Sommermonaten enorm auf. Zur Mittagszeit wurden in der Schule Temperaturen zwischen 29 und 31 Grad gemessen – trotz Außenrollläden. Die Gemeinderäte des Bauausschusses wollten über die Installation von Klimaanlagen beraten, doch Schulleiter Fritz Benda lehnt die Geräte ab. Von den Eltern gab es keine Beschwerden.
Die Klassenräume im Erdgeschoss sowie im Obergeschoss verfügen über elektrisch betriebene Außenrollläden. Trotzdem wurde bei Außentemperaturen über 30 Grad zur Mittagszeit bereits eine Innentemperatur von bis zu 31 Grad erreicht. In der ersten Sommerferienwoche wurde getestet, wie man der Hitze beikommen kann: konsequent lüften, dann die Fenster zu, und auch der Einsatz der Außenrollos wurde erprobt und alles dokumentiert. Besserung? Fehlanzeige. Die vorhandenen Maßnahmen zur Verschattung sind bei anhaltenden Hitzeperioden nicht ausreichend, da ein Aufheizen der Gebäudehülle über viele Tage und Wochen nicht verhindert werden kann.
Überlegt wurde daher, die Baumbepflanzung um die Grundschule zu erweitern: Auf der Südseite können zwischen Pausenhof und Schulgebäude zwei weitere Bäume für zusätzlichen Schatten gepflanzt werden. Dies soll 2027 umgesetzt werden. Um ein Aufheizen der Klassenräume zuverlässig zu verhindern, wäre jedoch eine Klimaanlage notwendig.
Schulleiter Benda teilte der Gemeinde bei einem Gespräch jedoch mit, dass die Nachrüstung einer Klimaanlage nicht erwünscht sei. Auch von den Eltern der Schüler sind offensichtlich keinerlei Beschwerden bei der Verwaltung eingegangen. Im Schuljahr 2024/2025 wurden vier Tage „Hitzefrei“ gewährt, im Schuljahr 2025/2026 sechs Tage. „Lediglich die Mittagsbetreuung hat über die Hitze geklagt, aber dieses Gebäude bauen wir ja sowieso um“, sagte Geschäftsstellenleiter Michael Hohberg.
Die Gemeinderäte im Bauausschuss zeigten sich überrascht, dass weder bei der Schulleitung noch bei den Eltern der Wunsch nach einer Klimaanlage besteht. „Vielleicht wäre ja eine mobile Klimaanlage eine Lösung, die kann man von Zimmer zu Zimmer schieben und benötigt keine großen Umbauten“, sagte Tom Kaleße (Grüne). Dem widersprach David Meßerer, Leiter der Abteilung Bautechnik: „Auch bei mobilen Klimageräten müssen wir in den Zimmern Einbauten vornehmen zur Be- und Entlüftung.“
Alfons Meßner (CSU) findet zwei Bäume generell nicht schlecht, „doch bis die wirklich Schatten spenden, das dauert viele Jahre – außerdem sehe ich da keinen Platz für zwei Bäume. Daher würde auch ich mobile Klimageräte für vier bis sechs Räume vorschlagen.“ Nach seinem Wissen, so Meßner, gebe es wirkungsvolle Mobilgeräte, die ohne Einbauten funktionstüchtig seien. Gerhard Fink (SPD) sagte, wenn es keine Beschwerden der Eltern gebe und auch die Schulleitung keine technische Lösung wünscht, „dann müssen wir auch nichts tun und können uns das Geld sparen“. So sah das der gesamte Bauausschuss. Daher gibt es für die Grundschüler im kommenden Jahr zwei neue Schattenbäume und sonst nichts.