Überraschende Lüneburg-Ansage: „Im Elfmeterschießen sind wir der Favorit“
KI-Stimme. InfoDie Pressekonferenz zwei Tage vor dem DFB-Pokalspiel des Lüneburger SK Hansa gegen den SV Werder Bremen im ausverkauften Millerntor-Stadion (Sa., 15.30 Uhr) hatte noch gar nicht begonnen, da hatt...
- 3 min read
KI-Stimme. Info
Die Pressekonferenz zwei Tage vor dem DFB-Pokalspiel des Lüneburger SK Hansa gegen den SV Werder Bremen im ausverkauften Millerntor-Stadion (Sa., 15.30 Uhr) hatte noch gar nicht begonnen, da hatte Lüneburgs Trainer Tarek Gibbah auf der vereinseigenen Homepage schon mal vorgelegt.
„Ich habe beim Vorstand tatsächlich noch einmal nachgehorcht, ob wir den Transfermarkt vielleicht noch einmal sondieren müssen. Ich war schon etwas brüskiert, weil wir Reis, Dinkci und Füllkrug nicht auf dem Zettel hatten“, scherzte der Coach über die prominenten Neuverpflichtungen des übermächtig scheinenden Gegners. Grund zu großer Sorge bestehe aber nicht. „Es ist ja noch gar nicht sicher, ob die Bremer Neuzugänge ausgerechnet in einem solchen Topspiel zum Einsatz kommen. Wir lassen uns einfach überraschen – und im besten Fall überraschen wir Werder!“
Lüneburgs Trainer Gibbah: „Im Elferschießen Favorit“
Auf der Pressekonferenz selbst legte Gibbah gut gelaunt nach. „Wenn wir es ins Elfmeterschießen schaffen, kann ich besten Gewissens sagen, dass wir der Favorit sind“, spielte Gibbah auf das niedersächsische Pokalfinale gegen TuS Bersenbrück an, durch das sich der LSK für den DFB-Pokal qualifizierte. Die Lüneburger krönten dort ihre Aufholjagd nach einem 0:3-Pausenrückstand (Endstand 3:3) durch ein 10:9 im Elfmeterschießen. Lüneburgs Torwart Arne Exner, in Hamburg und Umgebung bekannt durch sein Engagement bei Regionalligist Eintracht Norderstedt, hielt drei Elfer und verwandelte einen.
Sollten die Lüneburger tatsächlich nach 120 Minuten ein Remis erreichen und vom Punkt antreten dürfen, könnte auch ein Ex-St.-Paulianer Verantwortung übernehmen. Lüneburgs Kapitän Marian Kunze (30) durchlief von 2011 bis 2017 die U17 und U19 des FC St. Pauli und war in seinen letzten beiden Jahren am Millerntor Spieler der zweiten Mannschaft der Kiezkicker. „Deshalb schlägt mein Herz natürlich immer noch braun-weiß“, so Kunze. Ausgerechnet am Millerntor Werder Bremen schlagen zu können, wäre die Krönung seiner Karriere.
Lüneburg warf fast Mainz aus dem Pokal
Im besagten Millerntor trainieren können die Lüneburger aus organisatorischen Gründen vor Anpfiff der Partie nicht. „Das ist natürlich schade, dass das nicht geklappt hat“, so Coach Gibbah. „Meine Jungs werden sich beim Aufwärmen an diese imposante Kulisse gewöhnen müssen.“ Diese stellt auch in der Gesamtschau für die Lüneburger ein großartiges Ereignis dar. „Man muss sehen“, so Gibbah, „dass wir vor 14 Monaten noch in der Landesliga gespielt haben. Dann sind wir als Aufsteiger in der Oberliga Niedersachsen Sechster geworden und spielen nun vor knapp 30.000 Fans im DFB-Pokal gegen Bremen.“
In der bisherigen Pokal-Historie gelang es nur einem Fünftligisten, einen Bundesligisten in der ersten Runde des DFB-Pokals aus dem Wettbewerb zu werfen. Der SSV Ulm schaffte dieses Kunststück am 26. August 2001 mit 2:1. gegen den 1. FC Nürnberg. Die Lüneburger bewiesen aber bei ihrem letzten Auftritt im DFB-Pokal bereits, ein sehr unangenehmer Außenseiter sein zu können. Am 12. August 2017 verloren sie gegen den Bundesligisten FSV Mainz 05 vor 4000 Fans auf der Sportanlage Sülzwiesen nur mit 1:3.
Lesen Sie auch
Coach Gibbah daher selbstbewusst: „Werder Bremen wird bestimmt nicht so arrogant sein und uns nicht analysiert haben.“ Und eine Botschaft bezüglich der Vereinsfarben hatte Kapitän Kunze noch für die etwas über 8000 Lüneburger Fans im Stadion: „Bitte alle in Weiß kommen.“