Übersicht frühere Fifa-Sperren - Paredes auf Strafenskala weit, aber nicht ganz oben

Für seine Schandtaten nach dem WM-Final kassierte Leandro Paredes 10 Spielsperren. Eine harte, aber nicht die härteste Strafe der Fifa. ...

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Übersicht frühere Fifa-Sperren - Paredes auf Strafenskala weit, aber nicht ganz oben

Für seine Schandtaten nach dem WM-Final kassierte Leandro Paredes 10 Spielsperren. Eine harte, aber nicht die härteste Strafe der Fifa.

Drei Fussballspieler in verschiedenen Spielszenen auf einem Spielfeld.
Legende:

Aktionen, die zu happigen Spielsperren der Fifa führten

Die Täter Luis Suarez (links), Leandro Paredes (Mitte) und das Opfer Luis Enrique.

Reuters/Imago Images

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff im von Spanien gewonnenen WM-Final am 19. Juli in New York brannten bei verschiedenen argentinischen Spielern und Staffmitgliedern die Sicherungen durch – allen voran jene von Leandro Paredes.

Am Freitag machte die Fifa das Strafmass gegen die Übeltäter publik. Paredes erwischte es mit 10 Spielsperren – ausschliesslich in offiziellen Länderspielen abzusitzen – am härtesten.

Suarez' Schulter-Biss gegen Chiellini

Eine ähnlich lange Spielsperre vom Weltverband kassierte zuletzt Luis Suarez. Der Stürmer aus Uruguay fiel an der WM 2014 in Brasilien im Gruppenspiel gegen Italien negativ mit einem Biss in die Schulter von Giorgio Chiellini auf. Den Schiedsrichtern entging die Aktion, einen VAR gab es dazumal noch keinen. Uruguay siegte mit 1:0 und qualifizierte sich für den Achtelfinal.

Suarez aber wurde zwei Tage nach seiner Tat von der Fifa aus dem Verkehr gezogen. Auch, weil sich der damalige Liverpool-Akteur in der Vergangenheit schon ähnliche Vergehen geleistet hatte. Suarez wurde mit 9 Länderspiel-Sperren bestraft, zudem erhielt er ein 4-monatiges Verbot für jegliche Fussball-Aktivitäten.

Trotz allem wurde der Torjäger in jenem Sommer von Barcelona verpflichtet, wo er aufgrund der Sperre allerdings erst Ende Oktober sein Debüt geben konnte.

Tassotti bricht Luis Enrique die Nase

Ebenfalls noch während einer laufenden Weltmeisterschaft gesperrt wurde Mauro Tassotti. Im Viertelfinal 1994 in den USA schlug der italienische Verteidiger seinem spanischen Gegenspieler Luis Enrique in den Schlusssekunden nach einer Flanke in den Strafraum mit brutaler Wucht den Ellbogen ins Gesicht.

Auch in jenem Fall blieb die Tätlichkeit von den Schiedsrichtern ungeahndet. Luis Enrique erlitt einen Nasenbeinbruch und musste das Feld mit einer stark blutenden Nase verlassen. Italien zog mit einem 2:1 in den Halbfinal ein. Tassotti wurde im Nachgang des Viertelfinals für 8 Partien gesperrt, für die «Squadra Azzurra» lief er nie mehr auf. Im Final unterlag Italien Brasilien. Jahre nach dem Vorfall kam es zwischen Luis Enrique und Tassotti zu einer Versöhnung.

Lebenslange Sperre gegen chilenischen Goalie

Die bis heute härteste Strafe sprach die Fifa im Jahr 1989 wegen Betrugs und massiver Unsportlichkeit gegen Roberto Rojas aus. Der chilenische Schlussmann hatte in einem für Chile wegweisenden WM-Quali-Spiel in Brasilien eine schwere Verletzung vorgetäuscht. Dies mit dem Ziel, seinem Land am grünen Tisch einen Forfait-Sieg zu bescheren.

Person liegt auf dem Boden in einem Rauchfeld.
Legende:

Angeblich von Feuerwerkskörper getroffen

Roberto Rojas liegt am 3. September 1989 im legendären Maracanã-Stadion am Boden.

Keystone/Str

Rojas täuschte vor, von einem Pyro aus dem brasilianischen Fanblock am Kopf getroffen worden zu sein. Fotos und Videos bewiesen aber bald, dass der Feuerwerkskörper Rojas nicht getroffen hatte. In Wahrheit schnitt sich der Goalie mit einer im Handschuh versteckten Rasierklinge selbst die Stirn auf. Weitere chilenische Spieler und der Trainer waren in den Plan eingeweiht.

Rojas wurde von der Fifa lebenslänglich für sämtliche Fussballaktivitäten gesperrt. Dieselbe Strafe kassierten der Teamarzt und der Trainer. Chile wurde zudem für die WM 1990 disqualifiziert und durfte nicht an der Quali für die WM 1994 teilnehmen.