Ukraine-Krieg: Mindestens 15 Tote nach russischen Angriffen auf Kyjiw
Nach nächtlichen Angriffen steigt die Anzahl der Toten in Kyjiw auf 15. Selenskyj kritisiert die aus seiner Sicht unzureichende Unterstützung der westlichen Verbündeten. Que...
- 2 min read
Nach nächtlichen Angriffen steigt die Anzahl der Toten in Kyjiw auf 15. Selenskyj kritisiert die aus seiner Sicht unzureichende Unterstützung der westlichen Verbündeten.
Quelle: DIE ZEIT, Reuters, dpa,
ljk
Aktualisiert am 20. August 2026, 14:23 Uhr
Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/9bb2eea5-2500-4648-b99f-4b8d8f842fc8/full_8be4de1f8cb4751c5c1b4ff454b7ec03f8b4dda81ff80f502f0333e1343e0192a5795cd4a1a52d7268085a73dbae02ff.mp3
Bei umfangreichen russischen Angriffen mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Das sagte der Bürgermeister der Stadt, Vitali Klitschko, und teilte mit, dass die Beseitigung der Schäden weiter andauere. Der ukrainische Zivilschutz meldete zudem 34 Verletzte. Im Raum Kyjiw meldeten die Behörden einen Toten und sieben Verletzte.
Klitschko erklärte den kommenden 21. August zum Trauertag. Zum Gedenken an die Toten sollten die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf halbmast gesetzt werden. Bei den Angriffen wurden nach Behördenangaben auch Wohnhäuser, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule getroffen.
In einigen der angegriffenen Gebäude seien Menschen unter den Trümmern eingeschlossen worden. Der Leichnam einer Frau wurde später aus Gebäudetrümmern im Distrikt Solomjanskyj geborgen. Nach Angaben des ukrainischen Innenministers Ivan Vyhivskyi waren bis zu 600 Rettungskräfte im Einsatz.
Selenskyj kritisiert Westen
Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte im Anschluss an die nächtlichen Angriffe die westlichen Verbündeten der Ukraine und warf ihnen vor, die Lieferung benötigter Flugabwehrraketen zu verzögern. Vor allem Raketen des Patriot-Systems würden dringend gebraucht, da sie als einzige im ukrainischen Waffenarsenal in der Lage seien, ballistische Raketen abzufangen. Ihre Bestände seien noch nicht aufgefüllt worden, würden aber täglich benötigt. »Leider gibt es (...) nicht immer die notwendige Reaktion der Welt auf solche Angriffe«, schrieb Selenskyj bei Telegram. Die Ukraine arbeite zwar an einer eigenen Raketenabwehr, dennoch brauche das Land die Abfangraketen vom Typ Patriot dringend.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Angriff auf Kyjiw und gab an, man habe mit dem Angriff Rüstungsbetriebe und Lager für Munition und Drohnen in Kyjiw getroffen. Zudem meldete das Ministerium den Abschuss von insgesamt 726 ukrainischen Drohnen in verschiedenen Regionen Russlands. Angaben zu möglichen Toten oder Verletzten gab es zunächst nicht.
Sowohl Russland als auch die Ukraine eskalierten zuletzt die Gewalt in dem seit gut viereinhalb Jahre andauernden Krieg, was auf beiden Seiten zu steigenden Todeszahlen unter der Zivilbevölkerung führte. Berichte über einen Fortschritt etwaiger Friedensgespräche gab es hingegen in letzter Zeit nicht.
Lesen Sie alles zu den aktuellen Entwicklungen des Krieges in der Ukraine hier in unserem Liveblog.