Uli Egen wird heute 70 Jahre alt: Die 7 begleitet ihn durchs Leben

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Uli Egen wird heute 70 Jahre alt: Die 7 begleitet ihn durchs Leben

Stand: 24.08.2026, 08:12 Uhr

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Das war 2012: Uli Egen wurde damals Trainer und Sportlicher Leiter der Huskies in der Oberliga.

Das war 2012: Uli Egen wurde damals Trainer und Sportlicher Leiter der Huskies in der Oberliga. © Fischer, Andreas

Uli Egen war in Kassel Eishockeyspieler, Trainer sowie Sportlicher Leiter. Heute wird er 70 Jahre alt und blickt auf die Zeit bei den Huskies zurück.

Ja, ja, die 7 – nicht nur wenn es um die Weltwunder geht, um die Hügel Roms, die Sakramente, die Meere, die Zwerge und die Tage ist sie eine besondere Zahl. „Für mich auch“, sagt Uli Egen, „sie begleitet mich durch mein Leben als Glückszahl, vor allem als Sportler.“ Der einstige Nationalspieler trug wie schon sein Vater die 7 als Rückennummer, auch im Trikot des EC Kassel. An diesem Montag wird eine der Lichtgestalten des heimischen Eishockeys 70 Jahre alt – ein Rückblick auf sieben Jahrzehnte mit neun Saisonen in Nordhessen.

  • Ulrich Egen und die 7: Der Name Egen hat Klang im Eishockey-Allgäu. Sein Vater Markus war weit über Füssen hinaus legendär als Spieler und Schlägerfabrikant, sein 17 Monate älterer Bruder Hans-Peter ein solider Verteidiger in elf Bundesliga-Jahren. Und der Uli, der schnupperte mit 17 ins Erstliga-Team seines EV Füssen hinein, wo er zum Nationalspieler avancierte. Via Düsseldorf (1982-85), die Berliner Preussen (85-87) und Eintracht Frankfurt (87-90) kam er dann nach Kassel, begeisterte als spielender Stratege (90-93) in 132 Spielen (69 Tore + 221 Vorlagen) mit dem „tödlichen Pass“ neben Dave Morrison, Brian Hills und „Kumpel“ Ralf Hartfuß. Als Manager (93–98) stand er für den Sprung in die neue DEL (1994) und den Vorstoß sogar bis ins DEL-Finale 1997. Egen: „Aber leider haben wir am 11. April 1997 auch das dritte Playoff-Duell in Mannheim verloren. Das war das traurige Ende einer sensationellen Saison.“
  • Egen und die Zeit in Kassel: „Die neunziger Jahre waren eine großartige und erfolgreiche Zeit“, sagt Egen heute. „In der Ära von Klaus Bechmann, dem Macher von der Brandkasse, haben wir als ein tolles Führungsteam das Kasseler Eishockey als die neuen Huskies sehr vorangebracht. Das wird offenbar heutzutage leider ein wenig vergessen. Und wäre 1998 die Zusammenarbeit mit Halleneigner Simon Kimm nicht zu kompliziert geworden, dann wären wohl Präsident Gerhard Swoboda und auch ich trotz Vertrages wohl nicht ausgestiegen.“ Auch weil seine beiden Töchter inzwischen in Köln und Australien zuhause sind, gibt es nur noch wenige Kontakte nach Kassel. „Mit dem einstigen Geschäftsführer Herbert Appel und Swobi telefoniere ich immer mal, aber mit den früheren Mitspielern dürfte es gern mehr Austausch geben“, sagt Egen.
  • Egen und die Rückkehr: 2012 kehrte Uli Egen noch einmal nach Nordhessen zurück – als Trainer der (inzwischen verstärkten) Kasseler Jungs in der Oberliga. Doch im entscheidenden fünften Finalspiel traf Brad Miller, Nummer 73, in der 70. Minute und so verloren Egens Huskies 2:3 in der Verlängerung ausgerechnet gegen Bad Nauheim. Mit Spätfolgen. Kurz vor Ablauf der Sommerpause und vier Tage nach seinem 57. Geburtstag wurde Egen am 27. August 2013 völlig unerwartet von Klubchef Stefan Traut gefeuert – angeblich auf Betreiben der Mannschaft, die den Nauheim-Schock Egen und seinem Assistenten „Jessie“ Panek anlastete statt sich selbst. „Ein ganz bitterer, unverständlicher Moment für mich war das, ein Schock“, sagte er damals.
  • Egen über die Zeit danach: Im Sommer 2007 heuerte Egen erstmals in den Niederlanden an, als Trainer in Geelen bei Maastricht – und blieb da „hängen“. Insbesondere wegen Sandra, einer Rechtsanwältin, mit der er seither dort daheim ist. Essen, Kassel, Kaufbeuren, Wolkenstein in Südtirol, Berlin und Duisburg waren die nächsten Stationen des Pendlers. 2020 ging’s dann erstmals nach Lüttich in Belgien für vier Jahre, dort will er es auch jetzt noch einmal anpacken. „Mit Danny Peters will ich eine neue Mannschaft aufbauen, denn nach dem Aus der Benelux-Liga haben wir neun Stammspieler verloren“, sagt Egen. Allerdings mit etwas Verzögerung: Am 8. September wird ein Ersatzteil fällig, ein neues Hüftgelenk muss her. Ein Datum zum Wechsel ins Rentnersein? „Nee, überhaupt nicht, ich bin doch noch frisch. Von Geelen nach Lüttich sind es nur 37 Minuten Fahrzeit, und Eishockey macht mir immer noch großen Spaß. Bei der WM war ich dabei, schaue immer mal in Köln und Düsseldorf mir Spiele an. Wann kommen die Huskies zur DEG?“ Am 30. Oktober und 24. Januar, Uli.

Zitate

„Dass ich nur 62 Länderspiele hatte, lag nicht zuletzt an der alten Rivalität zwischen Bundestrainer Xaver Unsinn und meinem Vater Markus. Zwei Füssener Dickschädel.“

„Den Vorwurf, ich sei manchmal nicht austrainiert gewesen, den lasse ich nie und nimmer gelten. Natürlich hätte ich auch noch härter trainieren können. Aber der muskulöse Typ war ich nie, immer der ausdauernde. Meine Kondition hat immer gestimmt.“

„Viele meiner Mitspieler haben von meinen Pässen gelebt. In der Statistik war ich häufig besser oder genauso gut wie die Ausländer – es war kein Zufall, dass ich meistens als Mittelstürmer der besten deutschen Spieler eingesetzt wurde.“