Umfrage Sachsen-Anhalt: AfD bei 42 Prozent – CDU auf Tiefstand vor der Wahl

Knapp eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fällt die CDU laut Sachsen-Anhalt-Trend auf 22 Prozent. Die AfD liegt mit 42 Prozent deutlich vorn. Eine Regierungsbildung ohne AfD wäre schwierig und wohl nur mit Unterstützung der Linken möglich.

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Umfrage Sachsen-Anhalt: AfD bei 42 Prozent – CDU auf Tiefstand vor der Wahl

Sachsen-Anhalt-Trend

Letzte Umfrage vor der Landtagswahl: CDU fällt zurück, AfD aber ohne absolute Mehrheit

Stand: 02.09.2026 14:09 Uhr

Knapp eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fällt die CDU laut Sachsen-Anhalt-Trend auf 22 Prozent. Die AfD liegt mit 42 Prozent deutlich vorn. Eine Regierungsbildung ohne AfD wäre schwierig und wohl nur mit Unterstützung der Linken möglich.

von Carsten Heller, MDR AKTUELL

  • Die CDU fällt im Sachsen-Anhalt-Trend auf 22 Prozent, während die AfD mit 42 Prozent klar vorn liegt.
  • Eine Regierungsbildung ohne AfD wäre schwierig: Die CDU bräuchte die Linke, doch das lehnt eine Mehrheit der Befragten ab.
  • Bei der hypothetischen Direktwahl des Ministerpräsidenten liegen Ulrich Siegmund (AfD) und Sven Schulze (CDU) nahezu gleichauf.

Knapp eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die CDU in der Wählergunst auf einen historischen Tiefstand gefallen. Das geht aus dem Sachsen-Anhalt-Trend hervor, den Infratest dimap für die ARD ermittelt hat.

In der repräsentativen Umfrage liegt die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze derzeit bei 22 Prozent. Im Vergleich zur Umfrage im Juli sind das nochmals zwei Prozentpunkte weniger.

Eine Frau wirft ihren Stimmzettel in eine Wahlurne

Die AfD kommt in der Sonntagsfrage auf 42 Prozent und legt damit einen Punkt zu. Drittstärkste Kraft ist die Linke mit 11 Prozent. Die SPD kann mit acht Prozent rechnen, die Grünen mit sechs Prozent. Das BSW würde mit vier Prozent an der Mandatsschwelle scheitern, ebenso die FDP mit drei Prozent.

Endspurt im Wahlkampf: Parteien setzen auf unterschiedliche Strategien

Im Endspurt des Wahlkampfes setzen die Parteien und ihre Spitzenkandidaten auf unterschiedliche Strategien: AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wertet die aktuellen Zahlen als Bestätigung des Kurses seiner Partei und kündigt an, in den letzten Tagen vor der Wahl weitere Wähler überzeugen zu wollen.

CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze spricht von einem offenen Rennen und will bis zum Wahltag um jede Stimme werben. Dabei stellt er die Ministerpräsidentenfrage in den Mittelpunkt und verweist darauf, dass er in der Umfrage vor seinen Konkurrenten liegt.

Schulze spricht in Richtung Siegmund

Welche Parteien würden den Einzug in den Landtag schaffen?

Eva von Angern von der Linken sieht sich durch die Umfragewerte bestätigt und will mit Rückenwind sowie prominenter Unterstützung aus der Partei in die Schlussphase gehen.

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann setzt weiter auf die bisherige Linie seiner Partei mit vielen Haustürgesprächen, Infoständen und direktem Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Susan Sziborra-Seidlitz von den Grünen will mit Hilfe zahlreicher ehrenamtlicher Unterstützer um jede Stimme kämpfen und wirbt dafür, den Einzug ihrer Partei in den Landtag als demokratisches Gegengewicht zur AfD zu sichern.

BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze misst Umfragen wenig Bedeutung bei, setzt auf den aus seiner Sicht großen Zuspruch im Land und wirbt für einen politischen Kurswechsel.

FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens sieht ihre Partei im Aufwind und will in den verbleibenden Tagen alles daransetzen, die Fünf-Prozent-Hürde noch zu überspringen.

Schwierige Regierungsbildung ohne AfD

Eine Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt wäre nach dieser Momentaufnahme schwierig. Die AfD würde eine absolute Mehrheit im Landtag zwar verfehlen. Ministerpräsident Schulze wäre allerdings für eine Koalition ohne AfD-Einbindung auf die Unterstützung aller anderen Landtagsparteien angewiesen, auch der Linken. Hier gibt es allerdings einen Unvereinbarkeitsbeschluss der Bundes-CDU.

Video: Welche Regierungsoptionen es für Sachsen-Anhalt gibt (2 Min)

Eine CDU-geführte Landesregierung, die von der Linken unterstützt wird, wird von einer Mehrheit der Wähler in Sachsen-Anhalt abgelehnt. 40 Prozent finden eine solche Koalition schlecht, 19 Prozent weniger gut. Nur 32 Prozent antworteten auf die Frage mit "gut" oder "sehr gut".

42 Prozent wünschen sich AfD in der Verantwortung

Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, ergibt sich kein eindeutiges Bild. 42 Prozent wünschen sich die AfD in der Verantwortung, 41 Prozent die CDU.

Wer würde Ministerpräsident werden?

Ähnlich sieht es bei der Frage nach der Direktwahl des Ministerpräsidenten aus. 41 Prozent würden sich für Sven Schulze entscheiden, 39 Prozent für Ulrich Siegmund. Hierbei handelt es sich allerdings um eine hypothetische Frage, da der Ministerpräsident von den Landtagsabgeordneten und nicht direkt gewählt wird.

AfD besonders stark bei jungen Männern

Einen klaren Trend gibt es hinsichtlich der Altersgruppen und ihrer Parteienpräferenz. In jüngeren und mittleren Altersgruppen wünscht sich eine Mehrheit die AfD an der Spitze der künftigen Landesregierung. Nur bei den Über-65-Jährigen liegt die CDU vorn. Die AfD kommt vor allem bei Männern gut an.

Die beiden Bewerber für das Ministerpräsidenten-Amt bekommen von den Wählern überwiegend schlechte Noten. Mit der Arbeit von CDU-Ministerpräsident Sven Schulze sind 30 Prozent zufrieden, 46 Prozent unzufrieden. AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund findet mit 37 Prozent mehr Zuspruch. 35 Prozent der Befragten lehnen ihn aber ab.

Video: Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Immer kleinere Brötchen bei der SPD (2 Min)

Der aktuelle Sachsen-Anhalt-Trend ist die letzte Umfrage von Infratest Dimap vor der Landtagswahl am 6. September. Bewegungen in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl sind damit nicht ausgeschlossen, Rückschlüsse auf das Wahlverhalten somit nur begrenzt möglich.

Wie sicher sind die Wähler bei ihrer Entscheidung?

Gut jeder zehnte Wahlberechtigte (11 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für sieben von zehn Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung fest. Etwa jeder Fünfte (19 Prozent) tendiert zur Nichtwahl oder lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

MDR (jst, Gropius), zuerst veröffentlicht am 26. August 2026