Ungarn: Johann Wadephul reist zu Besuch nach Budapest
Als erster deutscher Außenminister seit 2019 besucht Johann Wadephul Ungarn. Dort löste im Mai Péter Magyar nach 16 Jahren den rechtsnationalen Viktor Orbán ab. Quelle: DIE ...
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Als erster deutscher Außenminister seit 2019 besucht Johann Wadephul Ungarn. Dort löste im Mai Péter Magyar nach 16 Jahren den rechtsnationalen Viktor Orbán ab.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,
pip
- September 2026, 6:29 Uhr
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5 KommentareAußenminister Johann Wadephul (CDU) reist an diesem Montag zu einem Besuch nach Ungarn. Es ist Wadephuls erste Reise in das Land und der erste Besuch eines deutschen Außenministers in Budapest seit 2019. Eine für den Juli 2024 geplante Reise der damaligen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) nach Budapest wurde vom damaligen ungarischen Außenminister Péter Szijjártó kurzfristig abgesagt.
Geplant sind Treffen mit dem neuen ungarischen Präsidenten András Baka, Außenministerin Anita Orbán und Wirtschaftsminister István Kapitány. Nach dem Treffen mit der Außenministerin ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant. Zum Austausch mit dem ungarischen Wirtschaftsminister wird Wadephul von Vertretern deutscher Unternehmen begleitet.
Seit dem 9. Mai ist Péter Magyar Ministerpräsident von
Ungarn. Der konservative Ministerpräsident steht an der Spitze der neuen proeuropäischen Regierung. Er löste damit nach 16 Jahren seinen Vorgänger Viktor Orbán ab. Dieser stand in der EU wegen Verstößen gegen Demokratie- und
Rechtsstaatsprinzipien über Jahre in der Kritik. Kritikerinnen und Kritiker
warfen dem rechtsnationalen Politiker Orbán während seiner Amtszeit den Abbau
der Demokratie und die Missachtung der Medienfreiheit vor.
Wadephul verweist auf gegenseitiges Vertrauen
Nach dem politischen Wechsel in Ungarn setzt Wadephul auf einen raschen Neuanfang der Beziehungen beider Länder auf einem »Fundament des gegenseitigen Vertrauens und der Verlässlichkeit«. Er reise mit der Hoffnung nach Budapest, dass Ungarn sein »großes europäisches Herz wiederentdeckt«, sagte der CDU-Politiker vor der Abreise.
Ungarns neue Regierung habe in kurzer Zeit zentrale Reformen angestoßen. Die Rückkehr zu Rechtsstaatlichkeit und die Umsetzung europäischer Vorgaben seien gute Nachrichten, sagte Wadephul. Wenn für Unternehmen aus allen EU-Mitgliedstaaten wieder faire und verlässliche Wettbewerbsbedingungen gelten würden, werde Ungarns Wirtschaft erheblich davon profitieren. Schon heute seien deutsche Unternehmen für 250.000 Arbeitsplätze in dem Land verantwortlich.
Ungarn schlägt unter Magyar neuen Russlandkurs ein
Ungarn ist EU- und Nato-Mitglied. Die Orbán-Regierung hatte einen eher russlandfreundlichen Kurs verfolgt, EU-Sanktionen verwässert oder behindert und Hetzkampagnen gegen die Ukraine geführt. Magyar schlägt einen neuen Kurs gegenüber Russland ein. Wadephul hob die Ausweisung von zehn russischen Diplomaten durch Ungarn in der vergangenen Woche als klares Signal gegenüber Russland hervor. Zudem zeigte sich Ungarn nach dem von der Bundesregierung Russland zugeschriebenen Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August solidarisch.
Ihm sei es auch mit Blick auf die gemeinsame Geschichte beider Länder wichtig, die Chance auf einen Neuanfang mit Ungarn zu nutzen, sagte Wadephul. Mit der Öffnung seiner Grenzen 1989 hatte Ungarn Tausenden DDR-Bürgern den Weg in die Freiheit ermöglicht und damit den Stein ins Rollen gebracht, der am Ende die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte.