Ungleichheit: Vermögensungleichheit in Deutschland seit 2008 leicht zurückgegangen
Seit der Finanzkrise ist die Vermögensungleichheit in Deutschland leicht gesunken. Die Unterschiede bleiben aber groß – und die aktuelle Inflation gefährdet viele erneut. Qu...
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Seit der Finanzkrise ist die Vermögensungleichheit in Deutschland leicht gesunken. Die Unterschiede bleiben aber groß – und die aktuelle Inflation gefährdet viele erneut.
Quelle: DIE ZEIT, Reuters,
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Aktualisiert am 20. August 2026, 8:40 Uhr
Die Vermögensungleichheit in Deutschland hat einer Studie zufolge seit der Finanzkrise 2008 leicht abgenommen. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) hervor. Die Unterschiede bleiben aber groß. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.
Die Schere zwischen Arm und Reich ging dem Bericht zufolge in Deutschland von Ende der 1990er-Jahre bis zur Finanzkrise 2008 stark auseinander. Seither gehen die Unterschiede demnach aber leicht zurück. Grund sei unter anderem das gestiegene Realeinkommen vieler weniger reicher Haushalte und die gesunkene Verschuldung wegen billigerer Kredite nach der Krise. Die aktuelle Inflationsphase gefährdet den relativen Wohlstand vieler demnach jedoch wieder.
Unterschiede zwischen Osten und Westen
Dennoch bleibt die Ungleichheit demnach groß, in Deutschland sogar größer als in vielen anderen europäischen Ländern. Doch auch in Ländern mit starken Sozialsystemen bleibe die Ungleichheit. Ein Grund dafür sei, dass Sozialversicherungsansprüche wie die Rente in den Statistiken nicht als Vermögen erfasst würden.
Unterschiede gibt es der Studie zufolge innerhalb Deutschlands aber beispielsweise auch zwischen den ehemaligen ostdeutschen Bundesländern und den westdeutschen. So sei das durchschnittliche Nettovermögen in den süddeutschen Bundesländern mit 442.100 Euro mehr als zweieinhalbmal so hoch wie im Osten mit 169.100 Euro. Grund dafür sei, dass die Menschen im Osten erst 1990 mit der Vermögensbildung beginnen konnten. Zudem besitzen demnach wenige Menschen in diesen Bundesländern Wohnungseigentum. Dieses stelle bei der Absicherung aber eine besonders wichtige Komponente dar.
Die leicht gesunkene Ungleichheit bedeutet jedoch nicht, dass reiche Menschen ärmer geworden wären. Zuletzt berichtete die Unternehmensberatung Boston Consutling Group (BCG), dass die Zahl der Superreichen, also Menschen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar (rund 86 Millionen Euro), in Deutschland 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 1.100 auf etwa 5.000 gestiegen sei. Das liegt demnach vor allem daran, dass vermögende Menschen überproportional vom Aktienmarkt profitieren. Große Vermögen wachsen dort mehr als kleine. Demgegenüber hatten im Jahr 2025 rund 66 Millionen Menschen in Deutschland ein Finanzvermögen von unter 250.000 Dollar.