Union Halle-Neustadt: Mit Demut und Krautmeyers Lockerheit zum neuerlichen Bundesliga-Klassenerhalt

Mit neuem Trainer, der nötigen Demut und dem altbekannten Ziel Klassenerhalt beginnt für die Handballerinnen von Union Halle-Neustadt die Bundesliga-Saison 2026/27. Sportchef Felix Gühlcke ist davon überzeugt, dass trotz einiger Wildcats-Baustellen mit dem Schweden Pether Krautmeyer an der Seitenlinie der nächste Schritt nach vorn gelingt.

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Union Halle-Neustadt: Mit Demut und Krautmeyers Lockerheit zum neuerlichen Bundesliga-Klassenerhalt

Handball | Bundesliga

Stand: 26.08.2026 07:52 Uhr

Mit neuem Trainer, der nötigen Demut und dem altbekannten Ziel Klassenerhalt beginnt für die Handballerinnen von Union Halle-Neustadt die Bundesliga-Saison 2026/27. Sportchef Felix Gühlcke ist davon überzeugt, dass trotz einiger Wildcats-Baustellen mit dem Schweden Pether Krautmeyer an der Seitenlinie der nächste Schritt nach vorn gelingt.

Felix Gühlcke bleibt Realist. Auch im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga nimmt Union Halle-Neustadt allen voran den Klassenerhalt ins Visier, unterstreicht der Sportliche Leiter der Wildcats im Gespräch mit SPORT IM OSTEN: "Es geht auch in dieser Saison nur darum, nicht abzusteigen. Da sollten wir mit Demut herangehen. Wir wollen auf jeden Fall drinbleiben – wenn es am Ende wieder über die Relegation ist, dann ist es so. Wir wissen, dass es schwierig wird."

DHB-Pokal: Zittersieg in Frankfurt

Im abgelaufenen "Lehrjahr", wie es Felix Gühlcke kategorisiert, buchten die Hallenserinnen im allerletzten Moment über besagten Umweg gegen Zweitligist Füchse Berlin das Ticket für ein weiteres Jahr in der HBF. "Wir arbeiten daran, dass wir zu den Mannschaften gehören, die keine Probleme kriegen", bekundet Gühlcke, der nicht nur die sportliche Leitung innehat, sondern gleichzeitig auch Co-Trainer des Bundesligateams ist. Tüchtig Probleme bekamen die Sachsen-Anhalterinnen jedoch schon beim jüngst zurückliegenden DHB-Pokal-Auftakt auswärts gegen den ambitionierten Drittligisten und Ex-Meister Frankfurt/Oder. Halle behielt knapp mit 28:26 die Oberhand.

Wildcats-Trainerin Ines Seidler umarmt ihre Spielerin Cara Reuthal zum Abschied.

Trainerin Ines Seidler (li.) führte Halle zurück in die Bundesliga und zum Klassenerhalt. Torjägerin Cara Reuthal (re.) war die sportliche Lebensversicherung dafür.

"Frankfurt ist kein normaler Drittligist – wir wussten, dass es ein hartes Spiel wird", bekräftigt Gühlcke. Dennoch gesteht der gebürtige Greifswalder auch: "Dass es so lange so offen ist, hätte ich tatsächlich nicht gedacht – trotzdem Respekt an uns, ein so schwieriges Spiel, wo nicht alles läuft, wie man es sich erwartet hat, doch für uns entscheiden. Das kann auch anders ausgehen, wie man es bei anderen gesehen hat."

"Er hat eine gewisse Lockerheit reingebracht"

Das K.o.-Duell an der Oder war zugleich die Pflichtspielpremiere des neuen Cheftrainers der Hallenserinnen. Pether Krautmeyer übernahm von Aufstiegstrainerin Ines Seidler, die bereits im vergangenen Winter ihren Rückzug angekündigt hatte. Entsprechend viel Zeit hatten Gühlcke und das Vereinspräsidium bei der Nachfolgersuche. Die Wahl fiel allerdings früh auf den 58-jährigen Schweden Krautmeyer, der zuletzt als Co-Trainer der US-amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft tätig war.

Union Halle-Neustadt: Sportchef Felix Gühlcke (li.) und Trainer Pether Krautmeyer.

Sportchef Felix Gühlcke (li.) und Neu-Trainer Pether Krautmeyer wollen Halle-Neustadt in der Bundesliga etablieren.

"Die Arbeit mit der Mannschaft ist sehr gut. Er hat eine gewisse Lockerheit reingebracht. Das Klima zwischen Mannschaft und Trainer ist sehr gut – wir sind von Grund auf positiv und sehr froh, dass er hier ist", versichert Gühlcke. Keine Selbstverständlichkeit bei einem vergleichsweise großen, 20-köpfigen Kader.

Noch einige Baustellen für Krauthmeyer

Krautmeyer soll den unter Seidler vorangetriebenen Tempohandball auf die nächste Stufe heben und dafür vor allem die in der Vorsaison zu selten sattelfeste Defensive dicht bekommen. In den 20 Hauptrundenpartien 2025/26 kassierte Union 663 Gegentore – so viele wie kein anderer Ligakonkurrent. Dazu kamen noch einmal 182 in sechs Play-Off-Spielen. "Er steht für eine sehr intensive Abwehrarbeit, hat einen klaren Plan, den er der Mannschaft an die Hand gibt", berichtet Sportchef Gühlcke.

Video: Wildcats rüsten sich für den Bundesligastart (2 Min)

Zugleich habe der holprige Auftakt in Frankfurt den Wildcats vor Augen geführt, "dass wir im Positionsangriff noch zulegen müssen, noch mehr in die Zweikämpfe gehen, noch mehr Zug zum Tor entwickeln", sagt der 36-Jährige. Definitiv unübersehbar ist auch die Lücke, die der Abgang von Cara Reuthal zum HBF-Spitzenteam Bensheim/Auerbach. 111 Tore warf die Linkshänderin in der Vorsaison, 97 davon aus dem Spiel heraus. Fast ein Fünftel aller Wildcats-Treffer.

Reuthal-Abgang schmerzt – knüppelhartes Auftaktprogramm

Sportchef Gühlcke hofft, diese verloren gegangene individuelle Klasse als Team kompensieren zu können. Reuthals nominelle Rückraum-Nachfolgerin, die vom polnischen Erstligisten KPR Kobierzyce gekommene Paulina Stapurewicz, brauche noch ein bisschen Zeit, meint Gühlcke. Allerdings habe die 1,94 Meter große Stapurewicz schon gezeigt, im Verbund mit Marie Polakova in Reuthals durchaus große Fußstapfen zu treten.

Wildcats-Neuzugang Paulina Stapurewicz soll für Tore aus dem Rückraum sorgen.

Schweres Reuthal-Erbe: Wildcats-Neuzugang Paulina Stapurewicz soll für Tore aus dem Rückraum sorgen.

Wie weit Stapurewicz und ihre Teamkolleginnen schon sind, wird der kommende Sonntagnachmittag (30. August, 16 Uhr) zeigen. Dann gastiert TuS Metzingen am 1. Spieltag in der Hallenser swh.Arena. Es ist der Beginn eines knüppelharten Auftaktprogramms für den Underdog. Eine Woche später folgt das Wiedersehen mit Cara Reuthal bei Pokalfinalist Bensheim Auerbach. Im Anschluss warten Meister Blomberg-Lippe und Pokalsieger Borussia Dortmund. Felix Gühlcke sieht dem gelassen entgegen: "Niemand erwartet da etwas von uns. Wir können befreit aufspielen."

mhe

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