„Unruhe-Person“ Birgit Greve geht nach 45 Jahren in Rente

Die pädagogische Leiterin des evangelischen Kita-Verbands Diepholz ist offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Ab September übernimmt sie eine Elternzeitvertretung im Kirchenkreis Syke-Hoya.

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„Unruhe-Person“ Birgit Greve geht nach 45 Jahren in Rente

Stand: 24.08.2026, 19:00 Uhr

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Viele Weggefährte verabschiedeten Birgit Greve in ihren Ruhestand.

Viele Weggefährten verabschiedeten Birgit Greve in ihren Ruhestand. © sbb

Die pädagogische Leiterin des evangelischen Kita-Verbands Diepholz ist offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Ab September übernimmt sie eine Elternzeitvertretung im Kirchenkreis Syke-Hoya.

Diepholz – Nach rund 45 Jahren im Dienst der evangelischen Kindertagesstätten ist Birgit Greve offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. In der St.-Michaelis-Kirche, wo ihr beruflicher Weg einst begann, entpflichtete Superintendent Marten Lensch die langjährige pädagogische Leiterin des evangelischen Kita-Verbands Diepholz. Begleitet wurde die Feier von Musik, zahlreichen Weggefährten und vielen persönlichen Segenswünschen.

„45 oder 46 Jahre, das macht bei der Leistung keinen Unterschied“, sagte Lensch mit einem Schmunzeln. Fest steht: Greve begann ihren beruflichen Weg Anfang der 1980er-Jahre in der Kindertagesstätte St. Michaelis. Die Verabschiedung an diesem Ort war deshalb für sie und ihre Kollegen etwas Besonderes.

Lensch, der Greve seit sieben Jahren kennt, würdigte insbesondere ihre religionspädagogische Arbeit. „Sie haben immer religionspädagogisch gestützt gearbeitet. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar“, betonte der Superintendent. Greve habe dafür gesorgt, dass in den Kitas immer auch ein Stück Kirche gelebt worden sei. Ihre Kolleginnen und Kollegen bestätigten die Wertschätzung für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre Kollegialität.

Musikalisch passte die Feier bestens zu Greve

Zur Entpflichtung und zum Segen standen neben Lensch auch Conrad Breitenbach, Vorsitzender der Kirchenvorstände von St. Nicolai, St. Michaelis und der Kreuzkirche, sowie Ralf Vullriede an ihrer Seite. Für Greves Kollegin Frauke Bramsch, die verhindert war, übernahm Breitenbach die Vertretung.

Musikalisch passte die Feier bestens zu Greve: Sie singt selbst mit großer Leidenschaft im Chor. Deshalb war eigens ihr Gospelchor aus Vörden angereist. Auch das bekannte Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ bekam eine besondere Bedeutung. Das Bild vom Stein, der immer weitere Kreise zieht, beschrieb passend Greves Wirken: Ideen und Impulse, die sich über viele Jahre in den Teams und Einrichtungen weitergetragen haben.

Ganz leicht fiel der Abschied der neuen Ruheständlerin allerdings nicht. Greves eigener Leitspruch lautet schließlich: „Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen.“ Als selbsternannte „Unruhe-Person“ fällt es ihr sichtlich schwer, in der ersten Reihe ausnahmsweise nur zuzuhören und im Mittelpunkt zu stehen.

Ab September übernimmt Greve eine Elternzeitvertretung

Ganz in diesem Sinne gestaltet sie auch den Übergang in den Ruhestand. Ab September übernimmt Greve eine Elternzeitvertretung im Kirchenkreis Syke-Hoya. Ihre Nachfolge als pädagogische Leitung des evangelischen Kita-Verbands Diepholz tritt Frauke Rüter-Schmidt an.

Lensch erinnerte daran, dass Greve ihren Dienst stets mit Freude ausgeübt habe. Ihren Abschiedsspruch hatte Greve dem Philipperbrief entnommen: „Ich vergesse, was dahinten ist, ich strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt.“ Ganz wollte der Superintendent seine ehemalige Mitarbeiterin jedoch nicht in die Zukunft entlassen. Er ergänzte: „Aber das Schöne behalte ich in Erinnerung.“

Und davon gibt es für Greve reichlich. Im Ruhestand möchte sie Zeit mit ihrem zukünftigen Enkelkind verbringen, weiter im Chor singen und natürlich den Karneval genießen. Greve lebt in Damme und bleibt damit ihrer Lebensfreude und ihrer Verbundenheit zur Region treu.

Schlange der Gratulanten wollte kaum enden

Wie groß die Verbundenheit zu ihr ist, zeigte sich auch nach dem Gottesdienst. Ehemalige und aktuelle Mitarbeitende bildeten ein Spalier und empfingen Greve mit einem bunten Blumenstrauß. Im Gemeindesaal warteten Kollegen, Kirchenvorstandsmitglieder, Pastoren und Familienangehörige – einige von ihnen passend zum Anlass sogar in knallbunten Zirkusdirektor-Jacken.

Die Schlange der Gratulanten wollte kaum enden. Jeder hatte persönliche Worte und einen Segenswunsch für Greve dabei. Eine Fürbitte galt schließlich auch den Mitarbeitenden: „Behaltet die Freude an und mit den Kindern und dem Team.“ Dass diese Freude über viele Jahrzehnte zu Greves Berufsleben gehörte, wurde bei ihrer Verabschiedung mehr als deutlich.