Overtourism: Touristen zerstören beliebten Wanderweg in Italien: Jetzt folgt die Quittung

tzWeltStand: 14.09.2026, 22:58 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Seilbahn macht den Berg für alle erreichbar – doch das hat seinen Preis: Ein Naturpark in den Julischen Voralpen muss jetzt die Schäden beheb...

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Overtourism: Touristen zerstören beliebten Wanderweg in Italien: Jetzt folgt die Quittung

Stand: 14.09.2026, 22:58 Uhr

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Die Seilbahn macht den Berg für alle erreichbar – doch das hat seinen Preis: Ein Naturpark in den Julischen Voralpen muss jetzt die Schäden beheben.

Chiusaforte – Wer in diesem Herbst zum Rifugio Gilberti im friulanischen Chiusaforte aufbricht, sollte die Uhr im Blick haben. Der CAI-Wanderweg Nr. 632 am Monte Canin – einer der meistbesuchten Pfade der gesamten Region – ist ab dem 14. September 2026 bis zum 2. Oktober werktags zwischen 9 und 15 Uhr für Sanierungsarbeiten gesperrt. Der Grund liegt buchstäblich unter den Füßen der Besucher: Der Boden hat dem jahrelangen Massenandrang nicht standgehalten.

Eine Berghütte in den Dolomiten muss wegen Vandalismus schließen. (Symbolbild)

Die italienischen Alpen © Volker Hohlfeld/imago

An mehreren Stellen ist der Weg eingebrochen. Neben dem eigentlichen Pfad haben sich zahlreiche Trampelpfade gebildet – entstanden, weil Wanderer Abkürzungen gesucht haben. Das Ergebnis: ein zerfurchter Hang, der kaum noch klar erkennbar ist.

Italien: Botanischer Lehrpfad leidet unter Overtourism

Giulio Goi, Verantwortlicher des Parco Naturale delle Prealpi Giulie, beschreibt das Problem gegenüber il Dolomiti so: „In den vergangenen Jahren haben wir eine gewisse Verschlechterung des Weges festgestellt, sowie eine Reihe von Abkürzungen, die gegenüber dem ursprünglichen Verlauf entstanden sind und die Erosion noch verstärkt haben.“ Hinzu kämen extreme Wetterereignisse, die den ohnehin strapazierten Boden zusätzlich aufweichen.

Besonders heikel: Der betroffene Abschnitt liegt mitten in einem alpinen botanischen Lehrpfad. Der Naturpark stellt laut il Dolomiti fest, dass bestimmte Pflanzenarten im Bereich des Weges kaum noch wachsen – ein Rückgang, den Goi direkt mit der hohen Besucherfrequenz in Verbindung bringt.

Seilbahn bringt Besucher in den Julischen Voralpen direkt auf den Berg

Ein strukturelles Problem verschärft die Lage: Die Seilbahn von Sella Nevea befördert Besucher bequem auf rund 1.800 Meter Höhe – ohne dass diese zwingend wandererfahren sein müssen. Goi benennt das offen: „Viele Menschen, die mit der Seilbahn hochkommen, haben nicht immer die richtige Einstellung – und kommen oft mit glatten Turnschuhen.“ Auf einem anspruchsvollen Hochgebirgsweg ist das nicht nur ein Risiko für die Besucher selbst, sondern auch für den Untergrund.

Eine Totalsperre wollte der Park bewusst vermeiden. Wie der offizielle Parkhinweis zeigt, bleibt der Weg außerhalb der Arbeitszeiten – also abends, an Wochenenden und Feiertagen – weiterhin begehbar. Der Park bittet Wanderer ausdrücklich, die Sperrzeiten bei der Tourenplanung zu berücksichtigen und auf den Weg sowie die alpine Flora zu achten.
(Quellen: il Dolomiti, Parco Naturale delle Prealpi Giulie) (cgsc)