US-Militär fliegt erstmals seit Juli Angriffe in Iran

Die USA haben offenbar zwei iranische Raketenwerfer bombardiert – wohl, um eine erneute Verminung der Straße von Hormus zu verhindern. Iran spricht von Toten und Verletzten. 30.08.2026, 23.14 Uhr ...

  • 2 min read
US-Militär fliegt erstmals seit Juli Angriffe in Iran

Die USA haben offenbar zwei iranische Raketenwerfer bombardiert – wohl, um eine erneute Verminung der Straße von Hormus zu verhindern. Iran spricht von Toten und Verletzten.

30.08.2026, 23.14 Uhr

Ein Kampfflugzeug auf dem Flugzeugträger USS »Abraham Lincoln« Ein Kampfflugzeug auf dem Flugzeugträger USS »Abraham Lincoln«

Ein Kampfflugzeug auf dem Flugzeugträger USS »Abraham Lincoln«

Foto: AFP

Das US-Militär hat nach Angaben übereinstimmender Medienberichte erstmals seit Ende Juli wieder Angriffe in Iran geflogen. Ziel seien zwei Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak gewesen, berichteten das Nachrichtenportal »Axios« sowie die Sender Fox News, CBS News und Al Jazeera.

»Ich kann bestätigen, dass US-Streitkräfte heute früh zwei iranische ‌Abschussrampen auf der Insel Larak angegriffen haben«, sagte eine Person aus dem Umfeld der US-Regierung. Demnach sei der Angriff präventiv gewesen: Zuvor sei beobachtet worden, wie Einheiten der iranischen Revolutionswächter Vorbereitungen getroffen hätten, um Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abzufeuern.

Iranischen Staatsmedien zufolge wurden bei dem Angriff mehrere Soldaten und Zivilisten getötet und verletzt. Es werde nun eine »Reaktion und Bestrafung« aus Teheran geben.

Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump verkündet, dass alle Seeminen in den internationalen Gewässern der Straße von Hormus geräumt worden seien. Iran habe man mitgeteilt, dass jedes Schiff, das neue Minen platziere, zerstört werden würde. Er verwies auf eine »Nulltoleranzpolitik« bei der Verminung der Meerenge, nachdem er bereits Mitte April ähnliche Drohungen ausgesprochen hatte.

Krieg gegen Iran zunächst abgeflaut

Trump hatte die US-Angriffe auf Iran Ende Juli vorerst ausgesetzt – mit der Begründung, laufenden Verhandlungen über die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm eine weitere Chance zu geben. Zwei Tage später wurden neue Angriffe des US-Militärs in Iran gemeldet. Anfang August sagte er dann weitere geplante Angriffe auf Iran ab und begründete seine Entscheidung damit, dass Iran und andere Länder in der Region darum gebeten hätten, davon abzusehen, da es nun »Umrisse einer Einigung« gebe.

Zuletzt war es in Trumps Krieg gegen Iran ruhig geworden. Sowohl militärisch als auch auf diplomatischer Ebene waren keine Fortschritte zu verzeichnen. Zwar behauptete der Republikaner seither bei vielen seiner öffentlichen Auftritte, dass Teheran bezwungen worden sei und die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge geöffnet sei. Dem widerspricht die Tatsache, dass seit Monaten weiterhin kaum Schiffe durch die Straße von Hormus verkehren.

Mehr zum Thema

  • 2 Min

  • 3 Min

  • 3 Min

Nachdem Trump seit Wochen keine Fortschritte vorweisen konnte, rief er zuletzt einen »Wirtschaftskrieg« gegen Iran aus. Zwar verkündete das Finanzministerium vereinzelte Sanktionen gegen bestimmte Personen und Unternehmen, wie sie bereits seit Wochen immer wieder veröffentlicht werden. Konkrete, tiefgreifende Maßnahmen, die tatsächlich nachhaltig die Einnahmequellen Teherans abschneiden würden, fehlen allerdings nach wie vor.

jah/dpa/Reuters