Massachusetts: Jury im Prozess um drei tote Kinder auch nach 27 Stunden noch uneinig

Lindsay Clancy tötete ihre drei Kinder. Aber kann sie dafür zur Verantwortung gezogen werden? Sie litt offenbar unter einer postpartalen Psychose. Die Jury konnte sich nicht entscheiden – der Richter schickte sie nach Hause.

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Massachusetts: Jury im Prozess um drei tote Kinder auch nach 27 Stunden noch uneinig

Dem Prozess gegen eine Mutter wegen der Tötung ihrer drei kleinen Kinder droht ein Abbruch. Die Jury konnte sich im Fall Lindsay Clancy zum zweiten Mal nicht auf eine einstimmige Entscheidung einigen, wie US-Medien vom Prozess in Massachusetts berichten. Nun soll am Donnerstag einen weiteren Tag lang verhandelt werden.

Richter William Sullivan gab der Jury daraufhin eine besondere Anweisung für festgefahrene Beratungen und schickte die Geschworenen erneut zurück. Sie sollen ihre Positionen noch einmal überdenken und weiter versuchen, zu einem einstimmigen Urteil zu kommen. Sollte die Jury auch danach bei ihrer Uneinigkeit bleiben, rückt ein Abbruch des Prozesses ohne Urteil näher.

Bereits am Dienstag hatten die neun Frauen und drei Männer erklärt, nach vielen Stunden Beratung keine einstimmige Entscheidung treffen zu können. Sullivan hatte sie damals zunächst lediglich aufgefordert weiter zu beraten. Inzwischen beraten die Geschworenen seit rund 27 Stunden über den Fall.

Drei Morde, eine schwere Psychose

Die 36 Jahre alte Lindsay Clancy hat eingeräumt, ihre fünfjährige Tochter Cora, ihren dreijährigen Sohn Dawson und ihren acht Monate alten Sohn Callan im Januar 2023 im gemeinsamen Haus der Familie getötet zu haben. Im Zentrum des Prozesses steht die Frage, ob sie dafür strafrechtlich verantwortlich ist.

Die Verteidigung argumentiert, Clancy habe unter einer schweren postpartalen Psychose gelitten – einer seltenen psychischen Erkrankung, die nach einer Geburt auftreten und mit Wahnvorstellungen oder Realitätsverlust einhergehen kann. Die Staatsanwaltschaft hält dagegen, sie habe die Taten geplant und gewusst, was sie tat. Der Angeklagten droht lebenslange Haft.

Der Prozess wird in den USA im Fernsehen übertragen und verstärkte den Diskurs über die psychische Gesundheit von Frauen nach der Geburt. Richter Sullivan warnte noch am Mittwoch, bevor die Jury in den Saal geführt wurde, davor, Zeugen oder die Geschworenen zu beeinflussen. Am Dienstag war eine Frau festgenommen worden, weil sie versucht haben soll, Geschworene zu filmen.

Warum sich andere Mütter mit Clancy solidarisieren, lesen Sie hier .