„Verbotene Liebe"-Star Gabriele Metzger liest im Seniorenzentrum
StartseiteRegionHeusenstammStand: 07.08.2026, 06:54 UhrKommentareUns auf Google folgenDer rote Hut von Sigrid Rebell fällt auf – nicht nur in der Kurzgeschichte. © Lara JörgensDie Schauspielerin Gabriele Metzge...
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Stand: 07.08.2026, 06:54 Uhr
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Die Schauspielerin Gabriele Metzger trägt gemeinsam mit Sigrid Rebell Gedichte und Geschichten vor, die Erinnerungen wecken.
Heusenstamm – Im Saal des Awo-Seniorenzentrums in der Herderstraße ist schon vor Beginn der Lesung einiges in Bewegung. Die ersten Besucherinnen und Besucher haben ihre Plätze eingenommen, während noch Stühle herbeigetragen und Lücken geschlossen werden. Als Schauspielerin Gabriele Metzger und Sigrid Rebell, Vorsitzende der „Bürger*innen-Stiftung Heusenstamm“, die den literarischen Nachmittag organisiert hat, schließlich vor dem Publikum stehen, ist der Raum restlos gefüllt. Fast alle Gäste kommen aus Heusenstamm, nur eine Besucherin ist aus dem benachbarten Obertshausen gekommen.
Bekannt aus „Verbotene Liebe“: Gabriele Metzger und Sigrid Rebell kennen sich aus der Schulzeit
Die aus der Serie „Verbotene Liebe“ bekannte Schauspielerin Metzger ist in Heusenstamm geboren und machte am Adolf-Reichwein-Gymnasium ihr Abitur. Schon früh führte ihr Weg auf die Bühne: Sie studierte Theaterwissenschaften, promovierte in diesem Fach und absolvierte zusätzlich privaten Schauspiel-, Tanz- und Gesangsunterricht. Es folgten zahlreiche Rollen an verschiedenen Frankfurter Bühnen. Ihre wohl bekannteste Figur wurde jedoch Charlotte „Charlie“ Schneider, die sie von 1995 bis 2015 in der Serie „Verbotene Liebe“ verkörperte.
Heute ist die 66-Jährige unter anderem als Moderatorin tätig und tritt bei Lesungen auf. So entstand auch die Idee für den Nachmittag im Seniorenzentrum. Dass sie dabei nicht allein auf der Bühne stehen würde, war schnell klar: „Sie hat mich überredet, auch mitzumachen“, erzählt Sigrid Rebell und blickt zu ihrer ehemaligen Mitschülerin. Bereut hat sie die spontane Zusage offenbar nicht: „Es hat riesen Spaß gemacht.“
Klassische Gedichte und Geschichten, die Erinnerungen wecken
Gemeinsam haben die beiden ein Programm zusammengestellt, das zum Publikum passt und Erinnerungen weckt. Sie lesen Gedichte und kurze Geschichten, darunter bekannte Klassiker wie Theodor Fontanes „Herr Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ und ein weiteres Gedicht von Eduard Mörike über die Liebe. Zwischendurch wird gelacht, aufmerksam zugehört und so manche Erinnerung scheint im Saal wieder lebendig zu werden.

Besonders hängen bleibt schließlich die Geschichte vom roten Hut. Darin geht es um die Frage, ob man sich auch im Alter noch trauen darf, aufzufallen und den eigenen Vorstellungen zu folgen. „Was, wenn ich mit meinen 70 Jahren keinen so auffälligen Hut mehr tragen sollte?“, fragt Rebell in ihrer Rolle. Metzger antwortet: „Dein Mann schaut sicher von oben herab und freut sich, dass du weiterlebst.“
„Liebe endet nicht, wenn ein Leben endet“ – Weisheiten regen zum Nachdenken an
Dann wird es für einen Moment still. Denn hinter der heiteren Geschichte steckt eine ernste Botschaft: „Die Liebe endet nicht, wenn ein Leben endet“, heißt es. Ein Satz, der im Raum nachhallt und die Besucherinnen und Besucher für einen Augenblick innehalten lässt.
Nach Geschichten und Gedichten wird es noch einmal musikalisch. „Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass ihr noch mehr hören wollt nach unserer Auswahl“, sagt Metzger und lacht. Also stimmen die beiden gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren noch ein Lied an. Bei „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ wird aus der Lesung endgültig ein gemeinsamer Nachmittag.

Nach rund einer Stunde ist das Programm vorbei – doch der Wunsch nach einer Fortsetzung ist im Saal offenbar schon geweckt. „Ihr könnt gerne öfter kommen“, ruft ein Mann aus dem Publikum. Ein Satz, der mehr sagt als jeder Applaus: Die beiden haben ihre Zuhörerinnen und Zuhörer an diesem Nachmittag nicht nur unterhalten, sondern auch erreicht.