Verlegerin Antje Kunstmann mit 77 Jahren gestorben

1949-2026 Verlegerin Antje Kunstmann mit 77 Jahren gestorben Unter anderem erschienen Karikaturen von Manfred Deix sowie Werke von Axel Hacke und Tim Parks in ihrem Verlag München – Die V...

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Verlegerin Antje Kunstmann mit 77 Jahren gestorben

1949-2026

Verlegerin Antje Kunstmann mit 77 Jahren gestorben

Unter anderem erschienen Karikaturen von Manfred Deix sowie Werke von Axel Hacke und Tim Parks in ihrem Verlag

München – Die Verlegerin Antje Kunstmann ist tot. Sie sei bereits am 16. September in München verstorben, teilte der von ihr gegründete gleichnamige Verlag mit. Die Palette an Veröffentlichungen reicht von Romanen über Gedichte und Essays bis hin zu Sach- und Kochbüchern und Werken für Kinder. Auch Karikaturen von Manfred Deix erschienen neben Werken von Autoren wie Axel Hacke und Tim Parks in ihrem Verlag in München.

Der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer würdigte die 77-Jährige als prägende Persönlichkeit der deutschen Verlags- und Kulturlandschaft: "Ihr Wirken stand für die Überzeugung, dass Verlegen mehr ist als ein Geschäft: Es ist ein Beitrag zur Freiheit des Denkens und zur kulturellen Vielfalt unserer Gesellschaft".

Eine Frau steht in einer geöffneten Tür, die mit buntem, floralen und landschaftlichem Motiv bemalt ist. Im Hintergrund ist ein Büro mit Regalen und Büchern zu sehen. Sie trägt einen grünen Cardigan und blickt freundlich in die Kamera.
Antje Kunstmann erhielt unter anderem das deutsche Bundesverdienstkreuz.

"Debatten angestoßen"

Kunstmann erhielt unter anderem das deutsche Bundesverdienstkreuz am Bande und den Deutschen Verlagspreis. "Ihr Engagement für Literatur, gesellschaftlichen Diskurs und die Unabhängigkeit des Verlagswesens wird in Erinnerung bleiben", so Weimer. "Über Jahrzehnte habe sie mit Mut, Unabhängigkeit und einem feinen Gespür für besondere Stimmen Bücher ermöglicht, die Debatten angestoßen und Horizonte erweitert haben."

Kunstmann wurde 1949 im unterfränkischen Bad Kissingen geboren. Nach der Matura 1968 studierte sie Erziehungswissenschaften und wurde dort auch von der 68er-Bewegung beeinflusst. 1976 gründete sie laut Mitteilung den Weisman Verlag/Frauenbuchverlag, aus dem 1990 dann der Verlag Antje Kunstmann hervorging. Auch Der NSU-Prozess. Das Protokoll mit Mitschriften aus dem aufsehenerregenden Strafverfahren gegen die deutsche Rechtsterroristin Beate Zschäpe erschien dort. (APA, 21.9.2026)

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