„Geschenk des Himmels“: Weltmeister Matthäus springt Eintracht-Boss Markus Krösche zur Seite

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„Geschenk des Himmels“: Weltmeister Matthäus springt Eintracht-Boss Markus Krösche zur Seite

„Verwundert“: Weltmeister Matthäus nimmt Eintracht-Boss Krösche in Schutz

Stand: 14.10.2026, 13:28 Uhr

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Sportvorstand Markus Krösche rückt im Umfeld von Eintracht Frankfurt immer stärker in die Kritik. Lothar Matthäus hat dafür kein Verständnis.

Frankfurt – Die Gegentorflut von Eintracht Frankfurt wird in Teilen des Vereinsumfelds immer stärker Sportvorstand Markus Krösche angekreidet. Machen es sich Kritiker damit nicht zu einfach? Unbestritten hätte dem Kader ein weiterer erfahrener Abwehrspieler, der bestenfalls auch flexibel als Außenverteidiger agieren kann, gutgetan.

Lothar Matthäus und Markus Krösche.

Lothar Matthäus macht sich für Markus Krösche stark. © A-way!/Marcus Hirnschal, Florian Wiegand/dpa

Von den Abwehrspielern, die im vergangenen Sommer gingen, hatte in der Vorsaison kaum einer restlos überzeugt. Brown war die Ausnahme, Amenda mit Abstrichen. Kristensen und Theate waren 2024/25 zwar noch Führungsspieler, doch die Mannschaft kassierte in Bundesliga und Champions League insgesamt 86 Gegentore. Auch deshalb peilte man einen Umbruch an.

Eintracht-Boss Krösche hat 90 Millionen Euro eingenommen und 41 Millionen Euro investiert

Krösche nahm trotz dieser sportlichen Probleme der Eintracht erneut rund 90 Millionen Euro ein und investierte 41 Millionen Euro. Dafür kamen mit Noah Atubolu, Lilian Brassier, Noel Aseko und Raphael Onyedika ein Torhüter, ein Innenverteidiger und zwei zentrale Mittelfeldspieler, um die Defensive zu stärken. Dieses Quartett benötigt noch Zeit, die Mechanismen können nicht so schnell greifen.

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Hätte Krösche die in Otavio investierten 4,5 Millionen Euro für einen erfahreneren Abwehrspieler in die Hand nehmen müssen? Die Eintracht wird immer wieder solche Deals benötigen, das sieht das Geschäftsmodell weiterhin vor. Solche Perspektivtransfers werden immer schneller teurer. Krösche hat daher die Gelegenheit wahrgenommen und ihn als Deal für die Zukunft geholt.

Dennoch steht er in der Verantwortung. Das Modell erklärt den Druck, Spielerwerte zu entwickeln und Transferüberschüsse zu erzielen. Es nimmt Krösche aber nicht automatisch die Verantwortung für die Balance des Kaders ab. Die Eintracht braucht für die Weiterentwicklung einen guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielern. Möglicherweise hätte die Priorisierung eine andere sein müssen. Andererseits gehen Türen dann beim Rennen um Talente wie Otavio rasch zu. Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich Krösche bewegt.

Nachdem die Hessen das internationale Geschäft verpasst hatten, mussten nämlich Abstriche gemacht werden. Krösche hat den Kader deutlich verkleinert, Fehler der Vergangenheit korrigiert und die Gehaltskosten um geschätzt 25 Millionen Euro gesenkt. Mit Adi Hütter hat er einen erfahrenen Trainer zurückgeholt. Das sind wichtige Faktoren in der Arbeit des Managers. Und über allem schwebt das Damoklesschwert Transferüberschüsse.

Lothar Matthäus verteidigte ihn daher im Gespräch mit Sport Bild: „Natürlich ist der Kader nicht so gut wie in den letzten Jahren. Aber was erwartet man denn von Markus Krösche? Jedes Jahr viele Millionen einnehmen und dann noch immer weiter den Kader verbessern? Das geht auf Dauer nicht.“ Die Eintracht hat sich im Sommer 2019 bewusst für den Weg entschieden, Werte auf den Platz zu bringen und diese wachsen zu lassen.

Matthäus nimmt Eintracht-Boss Krösche in Schutz

So lange es keinen Beschluss gibt, der eine Richtungsänderung vornimmt, wird sich an diesem Modell – unabhängig vom Namen des Sportvorstandes – nichts ändern. Aufsichtsratschef und Präsident Mathias Beck sagte: „Unser Fokus richtete sich in den letzten Wochen darauf, die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison zu schaffen. Das ist der sportlichen Führung gelungen.“

Nach fünf Spieltagen mit nur fünf Punkten und 16 Gegentoren auf dem Konto sehen sich Kritiker in ihrer Annahme bestätigt. Generell ist Krösches Arbeit und seine Zukunftsplanung (trotz eines bis 2028 laufenden Vertrags) häufig Gegenstand der Berichterstattung. Matthäus zeigt dafür wenig Verständnis: „Mich hat die Unruhe bei Eintracht im Sommer sehr verwundert. Zumal diese Unruhe auch auf eine Mannschaft abfärbt.“

Für den Weltmeister von 1990 und Rekordnationalspieler steht fest: „Umso weniger kann ich die Kritik an Markus Krösche verstehen. Für Frankfurt ist Krösche ein Geschenk des Himmels. Jeder im Klub sollte jeden Tag dankbar dafür sein, dass er dort arbeitet.“ Innen- und Außenansicht können sich bei einer solchen Debatte beißen.

Die Bewertung der Arbeit von Krösche fällt außerhalb der Frankfurter Grenzen oftmals aber positiver aus, als im eigenen Kosmos. Die Unzufriedenheit über die Talfahrt ist im gesamten Umfeld greifbar. In solchen Phasen gibt es die Suche nach Schuldigen. Matthäus jedenfalls sieht den Fehler im Modell und nicht im Sportvorstand.

Unter Krösche gab es Rekorddeals für die Eintracht

Diese Unterscheidung ist enorm wichtig. Krösche arbeitet unbestritten nach seinem Stil, er hat eine eigene Handschrift. Nach Fredi Bobics Abschied suchte der damalige Aufsichtsratschef Philip Holzer bewusst einen Manager, der das System optimieren und beschleunigen sollte. Es hat dem Verein Rekordablösesummen für Randal Kolo Muani Ekitike und Omar Marmoush (sie gingen zusammen für weit über 200 Millionen Euro zu Topvereinen) gebracht.

Allerdings kamen auch viele junge Akteure, die den nächsten Schritt verpasst und nicht das erhoffte Geld in die eigene Kasse gespült haben. Das ist aber kein Eintracht-exklusives Thema, sondern betrifft alle Klubs. Nicht jeder Transfer schlägt wie erhofft ein. Für die Eintracht wird es darum gehen, die Frage zu beantworten, ob sie Anpassungen in ihrer Ausrichtung vornehmen muss. Dies alleine Krösche anzuhängen, ist jedoch viel zu einfach. Der 46-Jährige hat sich im Rahmen der Möglichkeiten bewegt – und dieser war enger gesteckt als in den Jahren mit Dreifachbelastung und internationalen Geldern.