Vienna Vikings gewinnen Gold Bowl: Nordhesse träumt weiter von der NFL

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Vienna Vikings gewinnen Gold Bowl: Nordhesse träumt weiter von der NFL

Stand: 12.09.2026, 13:48 Uhr

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Mit Zigarre: Die Vikings mit Felix Lepper (hinten, 2. v. r.) nach ihrem Finalsieg in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena.

Mit Zigarre: die Vikings mit Felix Lepper (hinten, 2. v. r.) nach ihrem Finalsieg in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena. © Natalia Garcia

Felix Lepper aus Witzenhausen hat mit den Vienna Vikings das AFLE-Finale 68:5 gewonnen. Der Gegner hatte zuvor Mitfavorit Rhein Fire aus dem Turnier geworfen.

Duisburg – Schon als er in der European League of Football (ELF) gespielt hat, hat der Witzenhäuser Felix Lepper aus dem Ortsteil Dohrenbach immer davon geträumt: sich einmal mit seinem Team die europäische Krone aufzusetzen. Nun hat sich der 2,05 Meter große und 148 Kilogramm schwere Tackle diesen Traum erfüllt – mit den Vienna Vikings gewann er vor 6100 Zuschauern in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena durch einen 68:5 (48:5)-Finalsieg gegen die Wroclaw Panthers den Gold Bowl. „Ich fühle mich superwohl hier, und das beruht, denke ich, auch auf Gegenseitigkeit“, sagt der 24-Jährige.

Mit Pokal und Sieger-Shirt: Felix Lepper.

Mit Pokal und Sieger-Shirt: Felix Lepper. © Frederik Löwer

Der Gold Bowl ist das Endspiel der neuen American Football League Europe (AFLE), die wiederum nach dem EFL-Ende mit der European Football Alliance (EFA) konkurriert – der europäische Football fährt aktuell zweigleisig. In der zu Ende gegangenen ersten Saison der AFLE galten neben Wien auch Wroclaw und Rhein Fire (Duisburg) zu den Titelfavoriten. Dass die Vikings im Finale den polnischen Vertreter dermaßen deutlich abservierten, kam schon überraschend.

„Es war wirklich unerwartet einfach“, sagt Lepper über das Endspiel, das bereits zur Halbzeitpause entschieden war. „Die Panthers hatten schließlich im Halbfinale Rhein Fire rausgekickt und uns im Rückspiel der Serie einen eingeschenkt.“ Gerade die Niederlage auf eigenem Platz sei jedoch so etwas wie ein Aufbruchsignal gewesen, „hat etwas bei uns ausgelöst“, so Lepper: „Das Training wurde intensiver, es ging von Spiel zu Spiel stetig bergauf, und wir kamen auf dem Feld fast immer in die Endzone und haben gepunktet.“

Die Eltern im Trikot mit der Nummer 73: Bettina und Georg Lepper aus Dohrenbach bieten familiären Rückhalt.

Mit der Nummer 73 auf dem Trikot: Die Eltern Bettina und Georg Lepper aus Dohrenbach bieten familiären Rückhalt. © hannes jirgal

6100 Zuschauer im Duisburger Finale seien zwar ordentlich gewesen, verglichen jedoch mit den EFL-Endspielen 2023 (35.000 Zuschauer) und 2024 in der Schalker Arena (40.000) hinkte es weit hinterher. „Die EFL hatte hochklassige Teams und wurde dummerweise wegen finanzieller Streitigkeiten aufgelöst. Nun wünschen sich Fans, Spieler und die meisten Eigentümer, dass die Ligen schnell wieder zusammenfinden.“ London und Paris sind mittlerweile in beiden Ligen vertreten – „da wird das Geld auf zwei mittelmäßige Teams aufgeteilt“. Lepper hat zum Thema eine klare Meinung: „Man sollte den Football-Hype in Europa bestmöglich nutzen, und auch ich denke, dass finanziell langfristig kein Weg an einer gemeinsamen Liga vorbeiführt.“ Dem Vernehmen nach gibt es bereits Bewegung in der Sache.

Für den Nordhessen ging es nach dem Gold Bowl zurück nach Wien, wo es eine Teamparty zum Saisonabschluss und eine Fanklub-Feier gab. Für die jüngsten Vikings-Fans ist Lepper ein Star, der um Autogramme gebeten wird. „Bei Heimspielen gibt es Selfies mit den Kiddies, die dann in Bücher eingeklebt werden“, berichtet der Witzenhäuser, der nun schnellstmöglich ein Highlight-Tape mit den besten Szenen der Saison zusammenschneiden will, um sich für einen Platz in der US-amerikanischen National Football League (NFL) zu bewerben. „Witzigerweise hat mir mein Agent eben erst mitgeteilt, dass sich die anderen Vikings aus Minnesota nach mir erkundigt haben.“

Der NFL-Zug ist für Lepper, der im Frühjahr den Draft mitgemacht hat, noch immer nicht abgefahren. „Nach den Cuts“, der Eindampfung der Kader auf die Saison-Sollstärke, „steht mein Name wieder ein bisschen weiter oben“, sagt er. Im Anschluss an die Feierlichkeiten in Wien geht es für den 24-Jährigen zunächst heim nach Dohrenbach. Sollte ein NFL-Anruf ausbleiben, steht dann im Oktober wieder die Uni an – „und es wird ganz normal weitertrainiert“, bevor im April wieder Wien auf der Agenda steht.