Vier Nationen, eine Freundschaft: Dietzenbach feiert mit drei Partnerstädten

Dietzenbach begeht ein ganzes Wochenende lang das Jubiläum seiner Städtepartnerschaften mit Vélizy-Villacoublay, Rakovník und Masaya. Gründungszeuge und Ehrenbürgermeister Jürgen Heyer hat zwei Partnerschaftsurkunden mitunterzeichnet – und in Frankreich ist sogar eine Straße nach ihm benannt.

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Vier Nationen, eine Freundschaft: Dietzenbach feiert mit drei Partnerstädten

Stand: 28.09.2026, 07:52 Uhr

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Das Orchester der Musikschule Vélizy-Villacoublay spielt im Innenhof des Heimat- und Geschichtsvereins

Das Orchester der Musikschule Vélizy-Villacoublay spielt im Innenhof des Kulturforums. © Burghard Wittekopf

Dietzenbach begeht ein ganzes Wochenende lang das Jubiläum seiner Städtepartnerschaften mit Vélizy-Villacoublay, Rakovník und Masaya. Gründungszeuge und Ehrenbürgermeister Jürgen Heyer hat zwei Partnerschaftsurkunden mitunterzeichnet – und in Frankreich ist sogar eine Straße nach ihm benannt.

Dietzenbach – Ein ganzes Wochenende lang steht Dietzenbach im Zeichen der Freundschaft über Grenzen hinweg. Die Stadt feiert 50 Jahre Partnerschaft mit dem französischen Vélizy-Villacoublay und 40 Jahre mit dem tschechischen Rakovník – dazu die seit 1985 bestehende Freundschaft mit Masaya in Nicaragua. Viele Gäste reisen aus Rakovník und Vélizy an und kommen bei Privatleuten, bei Freunden oder in Hotels unter.

Hinter dem Wochenende steckt viel Ehrenamt: Eine Kommission um Ersten Stadtrat René Bacher und Joachim Neumann hat das Fest bereits viele Monate zusammen mit dem Verein für internationale Beziehungen (VIB) und seinem Vorsitzenden René Schüttke und dessen Stellvertreter Torsten Otto und mit den Ansprechpartnern Céline Pugnet aus Vélizy und Jan Polák aus Rakovník geplant.

Wie sehr die Partnerschaft gelebt wird, zeigt schon der Freitag: Nach dem Empfang im Rathaus feiern die Partnerstädte ihre Freundschaft bei einem gemeinsamen Konzert der Musikschulen aus Vélizy und Dietzenbach in der Kirche St. Martin.

Sportlich geht es am Samstagvormittag in der Turnhalle der Regenbogenschule weiter: Dort leitet Mark de Fazio das gemeinsame Kampfsport-Training von SC Steinberg und École Tao; seit rund fünf Jahren trainieren die Begeisterten beider Städte miteinander. „Heute sind nicht nur zwei Kulturen, sondern auch die vier Sportarten Taekwondo, Aikido, Karate und Judo dabei“, sagt de Fazio.

Am Samstagmittag lädt die Stadt in den Hof des Kulturforums ein: Die École de Musique et de Danse aus Vélizy spielt auf, an den Ständen gibt es Wein, Käse und Baguette aus Frankreich, das Bier der Marke Bakalář und Fruchtschnäpse aus Rakovník sowie Fotos aus Masaya.

Mahnende Worte aus Rakovnik

Im Historischen Museum zeigen Dietzenbacher Künstlerinnen und Künstler eigens eine Sonderausstellung zu den Nationalfarben von Frankreich und Tschechien – Blau, Weiß, Rot.

Ihren Höhepunkt findet das Wochenende am Samstagabend bei der akademischen Feier im Capitol. Bürgermeister Dieter Lang zeichnet die Geschichte nach: 1976 geht Dietzenbach mit Vélizy seine erste Städtepartnerschaft überhaupt ein, 1996 folgt dafür die Europamedaille. Er erinnert an große Momente – etwa 2016, als rund 15 Freunde 560 Kilometer aus Vélizy nach Dietzenbach radeln. 1986 kommt – noch zu Zeiten des Kalten Krieges – Rakovník hinzu; Dietzenbach ist damals eine der ersten deutschen Städte mit einer Partnerstadt in der damaligen ČSSR. Zum 40. Jubiläum pflanzen im Mai vier Bürgermeister gemeinsam einen Baum im Stadtpark von Rakovník.

„Europa wird nicht nur in den Institutionen gebaut, sondern in den Städten, den Vereinen, den Schulen und den Familien“, betont Vélizys Bürgermeister Pascal Thévenot. Jan Polák vom Freundeskreis Rakovník erinnert daran, wie mutig die Verschwisterung einst über den Eisernen Vorhang hinweg war: „Aus Freunden werden Gäste, aus Gästen werden Freunde.“ Zugleich mahnt er mit Blick auf die wachsende Gefahr für Europa: „Wir leben in einer Welt, die erneut von Kriegen, Konflikten und Spannungen geprägt ist.“ Nach Europa seien Ängste zurückgekehrt, von denen man gehofft habe, sie gehörten längst der Geschichte an. Zwischen den Reden sorgen Musikbeiträge von Olivier Depaix und Suzanne Rochart, der Musikschule Dietzenbach sowie Aikido- und Tanzvorführungen für Stimmung. Als Gründungszeuge spricht schließlich Ehrenbürgermeister Jürgen Heyer. Er hat beide Urkunden mitunterzeichnet, in Vélizy ist sogar eine Straße nach ihm benannt: „Es gibt nichts Besseres für den Erhalt eines dauerhaften Friedens.“ Der VIB feiert im Dezember zudem sein eigenes 50-jähriges Bestehen.

In der nächsten Ausgabe berichtet die Dietzenbacherin Eva Karweina von einer besonderen Freundschaft nach Vélizy.