Höhere Gebühren, weniger Kurse: So schlecht steht es um die Volkshochschulen in NRW
Sie seien als Gruppe bereits zusammengewachsen: "Es sind Freundschaften entstanden", sagt Jenia. Für sie ist die Entscheidung, das Kursangebot der VHS zu kürzen, nicht nachvollziehbar. Das bestätigt Celia Sokol...
- 2 min read
Sie seien als Gruppe bereits zusammengewachsen: "Es sind Freundschaften entstanden", sagt Jenia. Für sie ist die Entscheidung, das Kursangebot der VHS zu kürzen, nicht nachvollziehbar.
Das bestätigt Celia Sokolowsky vom VHS-Landesverband. Derzeit werden in vielen Kommunen noch Spardebatten geführt. Dabei gehe es vor allem um die Frage, wie permanente Kosten gesenkt werden können. Laut Sokolowsky könnten beispielsweise langfristige Einsparungen erzielt werden, indem Stellen nicht nachbesetzt und Räumlichkeiten nicht weiter angemietet werden. Auch sei denkbar, dass sich die Volkshochschulen von bestimmten Bereichen trennen, von denen man wisse, dass sie hohe Kosten verursachen.
Einige Städte erhöhen Gebühren
Eine besondere Situation ergibt sich in Mönchengladbach. Dort gilt seit Juli eine Haushaltssperre. Das heißt: "Alles, was nicht gesetzliche Pflichtaufgabe ist, dürfen wir nicht machen", sagt VHS-Leiter Thomas Erler. Das könne etwa zu Einschnitten bei Investitionen führen. Kurseinsparungen seien bisher aber von keiner Seite gefordert worden. "Man muss erkennen, dass Bildung wichtig ist für Demokratie und Gesellschaft, und dass an Bildung zu sparen die falsche Idee ist", sagt Erler.
Auf eine Erhöhung der Teilnehmergebühren konnte die VHS Mönchengladbach bislang verzichten. Anders sieht es bei den Volkshochschulen Nordkreis Aachen und Rhein-Erft aus. In Gronau gilt seit kurzem eine neue Gebührenordnung. Laut der Stadt wurden die Gebühren zum August um zehn Prozent erhöht. Für einen Kurs mit 12 Terminen bedeutet das etwa für Sprach- und EDV-Kurse einen Anstieg von bisher 91 Euro auf 102 Euro.
Auch wenn in Köln bislang keine Kürzungen oder Gebührenerhöhungen geplant sind - Yogalehrerin Alena Metzler findet: "Aus meiner Sicht wird da am falschen Ende gespart, wenn man Leuten Kurse nicht mehr zugänglich macht, die für Körper, Geist und Seele wichtig sind."
Unsere Quellen:
- Interview mit Celia Sokolowsky, Vorstandsvorsitzende des VHS-Landesverbandes
- Interview mit Alena Metzler, Yoga-Lehrerin an der VHS Köln
- Interview mit Kursteilnehmerin an der Düsseldorfer VHS
- Interview mit Thomas Erler, Leiter der VHS Mönchengladbach
- Interview mit Marie Batzel, Leiterin Kölner VHS
- Anfrage Stadt Düsseldorf
Sendung: WDR.de Volkshochschulen in Finanznot, 26.08.2026, 05:01 Uhr