Wahlen in Sachsen-Anhalt und Beckingen: Wer aus Wut wählt, wählt trotzdem

Was hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit der Bürgermeisterwahl in Beckingen zu tun? Auf den ersten Blick ziemlich wenig. Doch zwischen beiden liegen nicht nur rund 500 Kilometer, sondern gerade einmal sieben Tage – und politische Stimmung macht bekanntlich nicht an Landesgrenzen Halt.

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Wahlen in Sachsen-Anhalt und Beckingen Wer aus Wut wählt, wählt trotzdem

Kolumne · Was hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit der Bürgermeisterwahl in Beckingen zu tun? Auf den ersten Blick ziemlich wenig. Doch zwischen beiden liegen nicht nur rund 500 Kilometer, sondern gerade einmal sieben Tage – und politische Stimmung macht bekanntlich nicht an Landesgrenzen Halt.

04.09.2026 , 14:03 Uhr

Am 13. September wird in Beckingen ein neuer Bürgermeister gewählt. Auch bundespolitische Stimmungen könnten dabei eine Rolle spielen.

Am 13. September wird in Beckingen ein neuer Bürgermeister gewählt. Auch bundespolitische Stimmungen könnten dabei eine Rolle spielen.

Foto: dpa/Bodo Schackow

Sachsen-Anhalt ist weit weg. Rund 500 Kilometer von Merzig, politisch glücklicherweise noch ein paar mehr. Was die Menschen dort am Sonntag auf ihrem Wahlzettel ankreuzen, könnte uns im Kreis Merzig-Wadern also herzlich egal sein.

Von Magdeburg nach Beckingen

Könnte. Ist es aber nicht. Denn in einer Woche liegen auch in Beckingen die Stimmzettel bereit. Gewählt wird dort allerdings kein Landtag, sondern ein neuer Bürgermeister. Trotzdem dürfte manch einer sein Kreuz nicht ausschließlich danach setzen, wer Schlaglöcher am schnellsten flickt, Kitas baut oder das Rathaus am besten führt. Kommunalwahlen haben nämlich ein kleines Problem: Sie sind kommunal. Die Wähler nicht immer.

Wer gerade sauer auf Berlin ist, könnte diesen Frust auch in Beckingen mit in die Wahlkabine nehmen. Ob der künftige Bürgermeister etwas für die Bundesregierung, die Migrationspolitik oder den Zustand der deutschen Wirtschaft kann? Das wissen Sie selber.

Frust kennt keine Landesgrenzen

Wer eine Wahl nutzt, um einen Denkzettel zu verpassen, sollte sich über die Konsequenzen bewusst sein. Denn auf dem Stimmzettel steht am Ende nicht „Protest“. Dort stehen Namen und Parteien. Und wer sein Kreuz aus Wut setzt, gibt nicht nur seiner Unzufriedenheit eine Stimme, sondern einem ganz konkreten Kandidaten politische Macht. Das gilt in Sachsen-Anhalt genauso wie eine Woche später in Beckingen.

Wer am 13. September sein Kreuz setzt, darf wütend sein, enttäuscht oder von der Politik gründlich genervt. Vielleicht gibt es dafür sogar ziemlich gute Gründe. Nur sollte die Frage in der Wahlkabine nicht sein: Wem will ich es heute zeigen? Sondern: Wen will ich morgen tatsächlich im Rathaus sehen? (sou/evy)