Waldbrände in NRW: Warum härtere Strafen Brandstifter kaum abschrecken
90 Prozent der Waldbrände sind von Menschen verursacht Auch im Hohe Venn und im Hürtgenwald wird fieberhaft nach den Ursachen gesucht. Bekannt ist, dass natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge sehr selten sind....
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90 Prozent der Waldbrände sind von Menschen verursacht
Auch im Hohe Venn und im Hürtgenwald wird fieberhaft nach den Ursachen gesucht. Bekannt ist, dass natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge sehr selten sind. Über 90 Prozent der Waldbrände werden durch Menschen verursacht - etwa durch weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer oder eben Brandstiftung.
Können härtere Strafen Brandstiftung verhindern?
Allein im Hürtgenwald dürften die Schäden durch den Brand in die Millionen gehen. Deswegen diskutiert die Politik höhere Strafen für Brandverursacher - zuzüglich des Schadenersatzes für den zerstörten Wald.
Bisher Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr
Bisher gilt bei vorsätzlicher Brandstiftung eines Waldes eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr, bei Gefährdung oder Gesundheitsschädigung von Menschen von zwei Jahren. Krings wies darauf hin, dass die Höchststrafen bei fahrlässiger Brandstiftung schon heute identisch seien mit der Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung.
"Wer im Wald zum Beispiel grillt oder achtlos eine Zigarette wegschmeißt und so einen Waldbrand auslöst, handelt in der Regel fahrlässig", erklärt WDR-Rechtsexperte Philip Raillon. Da drohen bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe - das entscheidet dann ein Gericht je nach Einzelfall.
Waldbrandeinsätze schädigen auch den Steuerzahler
CDU-Politiker Krings forderte zudem, der Staat müsse sich dafür einsetzen, dass geschädigte Zivilpersonen vom Waldbrandverursacher entschädigt würden. "Der Staat sollte den Geschädigten helfen, die Schäden von den Verantwortlichen einzutreiben. Auch das dürfte faktisch als sehr spürbare Strafe wirken", sagte er.
CDU-Innenminister Reul fordert mehr Eigenverantwortung
NRW-Innenminister Herbert Reul, CDU, äußert sich zu höheren Strafen zurückhaltend: Er plädiert für eine Prüfung, ob der bisherige Strafrahmen überhaupt ausgeschöpft wird. Entscheidend sei, dass jeder Einzelne Verantwortung übernimmt, so Reul gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. "Bei extremer Trockenheit gehört man nicht mit Feuer, Grill oder Zigarette in Wald und auf Wiesen."