Warner Bros.: Wird es teuer für Paramount? Richterin friert 111-Milliarden-Dollar-Fusion vorerst ein
Eigentlich sollte die Tinte unter den Verträgen der 111-Milliarden-Dollar-Fusion zeitnah trocken sein. Doch ein US-Gericht verordnet Paramount und Warner Bros. nun eine Zwangspause - und die könnte Paramount ab September verdammt teuer zu stehen kommen.
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Eigentlich sollte die Tinte unter den Verträgen der 111-Milliarden-Dollar-Fusion zeitnah trocken sein. Doch ein US-Gericht verordnet Paramount und Warner Bros. nun eine Zwangspause - und die könnte Paramount ab September verdammt teuer zu stehen kommen.
Im Juni hatte das US-Justizministerium die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount noch überraschend durchgewunken, dennoch gerät der 111 Milliarden Dollar schwere Deal jetzt ins Wanken.
Nachdem eine Koalition aus zwölf US-Bundesstaaten Klage eingereicht hatte, gab Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín dem Eilantrag am heutigen Montagabend statt und verhängte eine zweiwöchige Notbremse. Die dürfte die Paramount-Führungsriege nun mächtig nervös machen.
2 Wochen Zwangspause: Richterin sieht „schwerwiegende Fragen“
Angeführt wird die Zwölf-Staaten-Klage von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Die Befürchtung: Wenn zwei der größten Traditionsstudios Hollywoods verschmelzen, leidet der Wettbewerb, die Preise für Konsumenten steigen und die Vielfalt an Filmen, Serien und Videospiel-Adaptionen schrumpft.
Entsprechend euphorisch zeigte sich Bonta nach dem heutigen Gerichtsbeschluss, wie Variety berichtet: „Dies ist ein kritischer erster Sieg in unserem Fall, um sicherzustellen, dass diese Megafusion niemals das Licht der Welt erblickt. Die Geschichte zeigt, was passiert, wenn wenige Menschen große Macht über Märkte haben, die für das Leben der Amerikaner von zentraler Bedeutung sind: weniger Chancen für mehr Menschen, schlechtere Produkte und Dienstleistungen für alle.“
Die Richterin begründete den vorübergehenden Stopp damit, dass die Argumente der Bundesstaaten rechtlich Hand und Fuß haben und die Fusion den Markt irreparabel verändern könnte, bevor überhaupt ein Urteil gefällt ist.
In ihrer Urteilsschrift heißt es: „Die Darlegung der klagenden Staaten zeigt zumindest, dass weiterhin schwerwiegende Fragen bezüglich der Begründetheit der Klage bestehen, was für den Erlass eines vorläufigen Rechtsschutzes spricht. Paramount und Warner Bros. werden weiterhin als separate, lebensfähige Unternehmen agieren, die im Wettbewerb zueinander stehen, während sie auf die Entscheidung des Gerichts in diesem Fall warten.“
Für Paramount tickt die finanzielle Megabombe
Doch während die Kläger jetzt jubeln, dürfte bei Paramount die Hütte brennen. Nachdem zunächst alles danach aussah, als würde der Deal problemlos über die Bühne gehen, könnte das gesamte Kartenhaus nun einzustürzen.
Im schlimmsten Fall könnte die Zwangspause noch verlängert werden, und in der US-Rechtsprechung gilt: Wird eine Fusion per einstweiliger Verfügung monatelang blockiert, platzen die Deals meistens komplett, weil die Finanzierung wegbricht.
Ohnehin könnte eine Verzögerung für Paramount richtig teuer werden. Das Studio hatte sich in einer wilden Bieterschlacht gegen Netflix durchgesetzt und den Warner-Aktionären astronomische Summen sowie eine Absicherung versprochen.
Heißt im Klartext: Schafft Paramount den endgültigen Abschluss der Fusion nicht bis zum 30. September 2026, greift eine brutale Vertragsklausel: Paramount müsste ab diesem Tag eine sogenannte „ticking fee“ von zusätzlich 0,25 Dollar pro Aktie je Quartal zahlen, was dazu führen könnte, dass der Kaufpreis um Hunderte Millionen Dollar steigt.
Spannend wird es jetzt wieder am 3. August 2026. Dann findet die nächste große Anhörung statt, bei der die Richterin entscheidet, ob die Fusion für mehrere Monate auf Eis gelegt wird. Und das könnte dann das endgültige Todesurteil für den Deal bedeuten.
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