Powerbank im Flugzeug: Diese Regeln gelten
Eine brennende Powerbank hat ein Lufthansa-Flugzeug von Frankfurt nach Lissabon zur außerplanmäßigen Landung in Lyon gezwungen. Verletzt wurde niemand. Der Fall zeigt, warum für Zusatzakkus im Flugzeug strenge Regeln gelten.
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AUDIO: Lufthansa-Flieger muss wegen brennender Powerbank landen (3 Min)
Flugsicherheit
Warum Powerbanks im Flieger gefährlich werden
Stand: 29.09.2026 08:02 Uhr
Eine brennende Powerbank hat ein Lufthansa-Flugzeug von Frankfurt nach Lissabon zur außerplanmäßigen Landung in Lyon gezwungen. Verletzt wurde niemand. Der Fall zeigt, warum für Zusatzakkus im Flugzeug strenge Regeln gelten.
von Till Ganswindt, MDR AKTUELL
- Brennende Lithium-Ionen-Akkus von Powerbanks lassen sich nicht löschen, sondern nur in speziellen Sicherheitsbeuteln eindämmen.
- Akkus können durch extreme Temperaturen, Stürze sowie falsches Laden Feuer fangen.
- Bei deutschen Airlines dürfen Powerbanks nur im Handgepäck mitgeführt, nicht im Gepäckfach verstaut und an Bord nicht zum Laden genutzt werden.
Die Crew der Lufthansa-Maschine hat schnell reagiert. Sie hat die brennende Powerbank in einem speziellen Beutel gesichert, einem sogenannten Lithium-Safe-Bag. Das ist eine Tasche aus schwer entflammbarem, hitzebeständigem Material. Dass ein Flugzeug aus so einem Grund außerplanmäßig landen muss, ist die Ausnahme.
Dass Fluggesellschaften auf solche Vorfälle besonders sensibel reagieren, hat aber gute Gründe. Hendrik Schäfer vom VDE-Prüf- und Zertifizierungsinstitut erklärt, dass Lithium-Ionen-Akkus sich nicht löschen lassen, wenn sie einmal brennen: "Es gibt ein Phänomen, das sich Thermal Runaway nennt. Das heißt, haben sich die Zellen einmal entzündet, ist ein Löschen nicht mehr möglich."
Heißt: Auch der Sicherheitsbeutel löscht das Gerät nicht, sondern dämmt das Feuer nur ein.
Empfindliche Akkus
Die Akkus können aus ganz unterschiedlichen Gründen Feuer fangen, sagt Experte Schäfer. Sie reagierten empfindlich auf zu hohe oder zu niedrige Temperaturen.
Auch mechanische Schäden, etwa durch einen Sturz, könnten problematisch sein, sagt Schäfer. Zudem müsse beim Laden und Entladen darauf geachtet werden, den Akku weder zu überladen noch zu tief zu entladen.
Powerbanks müssen ins Handgepäck
Bei deutschen Fluggesellschaften ist der Transport von Powerbanks im Aufgabegepäck verboten. Carola Scheffler, Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft
Deswegen gelten für Powerbanks im Flugzeug besondere Vorschriften. Die seien zwar nicht bei jeder Airline identisch, sagt Carola Scheffler vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, BDL. Generell gelte aber: "Bei deutschen Fluggesellschaften ist der Transport von Powerbanks im Aufgabegepäck verboten. Das heißt, die Powerbanks müssen im Handgepäck in der Obhut des Passagiers verbleiben."
Die Powerbank darf auf gar keinen Fall in dem Handgepäckfach über den Köpfen verstaut werden. Carola Scheffler, Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft
Die Geräte sollen also dort sein, wo Crew und Passagiere sie jederzeit im Blick haben, um schnell reagieren zu können. Deshalb ist es auch nicht erlaubt, die Powerbank einfach irgendwo in der Kabine zu verstauen. "Die Powerbank darf auf gar keinen Fall in dem Handgepäckfach über den Köpfen verstaut werden, sondern die Powerbank muss in die Tasche am Vordersitz, unter dem Vordersitz im Handgepäck oder am Passagier verbleiben", erklärt Scheffler.
Benutzung? Verboten!
Und: An Bord der deutschen Airlines dürfen Powerbanks nicht zum Laden anderer Geräte genutzt werden. Auch bei Größe und Anzahl gibt es Grenzen, erklärt BDL-Sprecherin Scheffler: Pro Passagier dürfen demnach nur maximal 2 Powerbanks mitgeführt werden und die dürfen auch nur eine maximale Energiemenge von 100 Wattstunden haben."
Das entspricht einer Akku-Ladung von etwa 26.000 mAh. Haben die Geräte mehr Energie, braucht man dafür dann eine Transportgenehmigung der Fluggesellschaft.
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