Sachsen-Anhalt: Was die internationale Presse zur Wahl schreibt

Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ein Rekordergebnis eingefahren. Die CDU verliert deutlich. Linke, SPD und Grüne ziehen sicher ins Parlament ein. Das BSW kommt über die Fünf-Prozent-Hürde, an der die FDP scheitert. Lesen Sie dazu die internationale Medienschau.

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Sachsen-Anhalt: Was die internationale Presse zur Wahl schreibt
Internationale Zeitungen stecken in einem Zeitungsständer.

AUDIO: Internationale Presseschau zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (2 Min)

Medienschau

Stand: 06.09.2026 23:29 Uhr

Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ein Rekordergebnis eingefahren. Die CDU verliert deutlich. Linke, SPD und Grüne ziehen sicher ins Parlament ein. Das BSW kommt über die Fünf-Prozent-Hürde, an der die FDP scheitert. Lesen Sie dazu die internationale Medienschau.

von MDR AKTUELL

Die BBC in Großbritannien stellt fest: "Seit dem Zweiten Weltkrieg hat in Deutschland noch nie eine Rechtsaußenpartei die Kontrolle über ein Bundesland übernommen. Eine Regierungsbeteiligung auf Landesebene würde Zuständigkeiten für die Polizei sowie für das Bildungs- und Kulturwesen mit sich bringen."

Die britische Times ergänzt: "Sollten sich die Hochrechnungen bestätigen, wäre das Ergebnis eine persönliche Demütigung für Friedrich Merz, dem geraten worden war, den Wahlkampf fast gänzlich zu meiden - aus Angst, seine persönliche Unbeliebtheit könnte der AfD Auftrieb geben."

Folha de São Paulo aus Brasilien: "Die Wahl Siegmunds, der einen populistischen Wahlkampf auf TikTok geführt und dabei emotionale Erinnerungen an die ehemalige DDR geweckt hat, wäre ein seit dem Zweiten Weltkrieg beispielloses Ereignis in Deutschland."

Rzeczpospolita aus Polen erwartet: "Um Sachsen-Anhalt wird es noch lange laut bleiben. Das kleine Land hat in aufgebauschter Form gezeigt, was viele Deutsche quält. Sie vertrauen der politischen Klasse nicht mehr, sie sind besorgt über den sinkenden Lebensstandard und die Probleme der deutschen Wirtschaft."

Le Monde in Frankreich schreibt: "Auch wenn es noch zu früh ist, um zu sagen, ob die AfD an die Macht kommen wird, hat ihre Galionsfigur Ulrich Siegmund der CDU, der Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz, auf jeden Fall eine schwere Niederlage zugefügt. Merz hatte bei seinem Amtsantritt im Mai 2025 versprochen, den Aufstieg der rechtsextremen Partei einzudämmen."

Video: Was wäre, wenn die AfD regiert? Ein Rückblick auf ihr 100 Tage-Programm (6 Min)

Die New York Times meint: "Nach ersten Prognosen vom Sonntag dürfte die Partei 'Alternative für Deutschland' bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Osten Deutschlands auf den ersten Platz kommen, was die Möglichkeit eröffnet, dass die extreme Rechte zum ersten Mal seit dem Ende der Nazizeit in einem Teil des Landes die Macht übernehmen könnte. (...) Dieser Zuwachs ging fast ausschließlich zulasten der Christdemokraten, der Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz, die heute Abend gemessen am Stimmenanteil mit Abstand die größten Verlierer sind."

Video: So reagieren Bürgerinnen und Bürger auf das Wahlergebnis (1 Min)

Die italienische La Repubblica schreibt: "Die schwarze Welle der AfD in Sachsen-Anhalt. (...) Die Wahllokale schlossen um 18:00 Uhr bei den Wahlen zum Landesparlament des ärmsten und zugleich ältesten Bundeslandes des Landes. Die Alternative für Deutschland liegt mit großem Vorsprung vorn: Sollte es ihr gelingen, allein zu regieren, wäre dies die erste rechtsextreme Regierung in Deutschland seit 1945."

Video: Meinung zur Landtagswahl von MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann (1 Min)

Der Standard aus Österreich: "Dieser denkwürdige Sonntag markiert den völligen Absturz der CDU. Ihre brutale Schwäche hat die Radikalisierung der Konservativen ermöglicht. Dabei ist das Versagen der Christsozialen kein Spezifikum von Sachsen-Anhalt, sondern strahlt von Berlin, direkt aus dem Kanzleramt von Friedrich Merz, in die Länder. Ein klareres Votum als dieses gegen die Weiter-wie-bisher-Politik ist undenkbar. Was in Sachsen-Anhalt seinen Höhepunkt erreicht hat, wird nicht in Sachsen-Anhalt enden."

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MDR

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