Was man vor dem Start der Fußball-Bundesliga wissen muss
Die Fußball-Bundesliga startet in ihre 64. Saison. Es gelten einige neue Regeln, zudem ist mit der SV Elversberg ein echter Neuling dabei. Bei Transfers wurde eher in Talente als in fertige Stars investiert.
- 6 min read
Wie sieht der Rahmenkalender der neuen Bundesliga-Saison aus?
Die Fußball-Bundesliga startet am 28. August in die 64. Saison seit ihrer Gründung im Jahr 1963. Zum Auftakt empfängt Titelverteidiger FC Bayern München den VfB Stuttgart.
Neu ist, dass die Liga nach den ersten vier Spieltagen eine längere Pause macht. Während es bislang in der Hinrunde stets drei Länderspielpausen gab - mit jeweils zwei Spielen im September, Oktober und November - gibt es nun nur noch zwei Pausen, die erste davon ist dafür aber ganze 16 Tage lang. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit ihrem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp tritt zwischen dem 24 September und dem 4. Oktober viermal in der UEFA Nations League an und trifft dabei auf die Niederlande, Griechenland und Serbien.
Die Winterpause beginnt nach dem 14. Spieltag am 20. Dezember. Der Spielbetrieb wird am Wochenende des 8. Januar fortgesetzt, unmittelbar gefolgt von einem Spieltag unter der Woche. Der 34. und letzte Spieltag ist für den 22. Mai 2026 terminiert.
Gibt es neue Regeln in der Bundesliga?
Einige der neuen Regeln, die bereits bei der Weltmeisterschaft galten, werden auch in der Bundesliga eingeführt.
Um Zeitspiel zu verhindern, zählt der Schiedsrichter bei Abstößen und Einwürfen sichtbar einen Fünf-Sekunden-Countdown runter. Wird die Zeit überschritten, wird der Abstoß zu einer Ecke für den Gegner, der ein Einwurf wechselt die Mannschaft.
Auswechselspieler haben künftig maximal zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Andernfalls darf der Einwechselspieler erst nach einer Minute Wartezeit bei der nächsten Spielunterbrechung auf das Feld und sein Team spielt so lange mit einem Mann weniger.

Nach einer Behandlung auf dem Feld muss der betreffende Spieler den Platz verlassen und mindestens 60 Sekunden am Spielfeldrand warten, bevor er wieder am Spiel teilnehmen darf.
Auch der VAR erhält zusätzliche Kompetenzen und darf künftig bei zweiten Gelben Karten sowie bei Eckballentscheidungen eingreifen. Hält sich ein Spieler während einer Auseinandersetzung mit einem Gegenspieler die Hand vor den Mund, kann dies mit einer Gelben Karte geahndet werden. Bei der Weltmeisterschaft war dafür sogar eine Rote Karte möglich.
Generelle Trinkpausen unabhängig von der Temperatur, die bei der WM für viel Unmut bei den Fans gesorgt hatten, werden in der Bundesliga dagegen nicht eingeführt.
Gab es bedeutende Transfers in der Bundesliga?
Einen absoluten Transferkracher, bei dem ein Top-Star innerhalb der Bundesliga den Verein gewechselt hat, gab es in diesem Sommer nicht. Mit Nathaniel Brown verpflichtete der FC Bayern einen deutschen Nationalspieler. Der Außenverteidiger kam für 50 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt nach München. Außerdem wechselte Marrokos WM-Teilnehmer Ismael Saibari von der PSV Eindhoven zum deutschen Rekordmeister.
Mit Niclas Füllkrug holte Werder Bremen seinen ehemaligen Torjäger zurück. Der Nationalspieler war schon von 2019 bis 2023 in Bremen erfolgreich, ging dann nach Dortmund und kam danach bei West Ham United und der AC Mailand nicht wie gewünscht zurecht. Mit Robin Gosens kehrte ein weiterer Nationalspieler nach Deutschland zurück und läuft künftig für Aufsteiger FC Schalke 04 auf.

Einige größere Transfers im Wert von jeweils rund 30 Millionen Euro tätigte Bayer 04 Leverkusen: Nach dem Abgang von Weltmeister Alejandro Grimaldo zu Atletico Madrid, verpflichtete die Werkself als Ersatz für die linke Defensivseite den Spanier Miguel Gutierrez. Dazu holte Bayer 04 den argentinischen Vizeweltmeister Facundo Medina und Flügelstürmer Afonso Moreira nach Leverkusen.
Borussia Dortmund setzte dagegen eher auf junge Talente und verpflichtete unter anderem den vielversprechenden 19-jährigen Innenverteidiger Joane Gadou von RB Salzburg sowie das belgisch-griechische Toptalent Konstantinos Karetsas vom KRC Genk.
Wer sind die prominentesten Abgänge?
An vorderster Stelle ist hier neben Grimaldo der Leipziger Stürmer Yan Diomande zu nennen, der zu Real Madrid wechselte. Mit einer Ablöse von mindestens 125 Millionen Euro, ist er einer der teuersten Verkäufe der Bundesliga-Historie.
Dortmunds Innenverteidiger Niklas Süle hat seine Karriere beendet, sein Teamkollege Julian Brandt ging vom BVB zu Ajax Amsterdam, mit Karim Adeyemi landete ein weiterer Dortmunder beim FC Barcelona. Beim FC Bayern erhielt Leon Goretzka keinen neuen Vertrag und steht nun offenbar kurz vor einem Wechsel zu Aston Villa in die englische Premier League.
Dort könnte er Teamkollege des ehemaligen Freiburgers Johan Manzambi werden. Der Schweizer Mittelfeldspieler war von vielen Top-Klubs umworben worden und entschied sich für den Klub aus Birmingham.
Wer sind die neuen Teams und Trainer in der Bundesliga?
Weil der VfL Wolfsburg in der Relegation verlor, gibt es zum ersten Mal seit 2012 drei neue Vereine in der Bundesliga. Die weiteren Absteiger waren der FC St. Pauli und der 1. FC Heidenheim. Aufsteiger sind der FC Schalke 04, Bundesliga-Neuling SV Elversberg und Relegationsgewinner SC Paderborn 07.
Vor der Saison gab es vier Trainerwechsel: Beim 1. FC Union Berlin übernimmt der Schweizer Mauro Lustrinelli dauerhaft den Posten von Marie-Louise Eta, die zuvor fünf Spiele lang erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga war.
Eintracht Frankfurt trennte sich nach einer enttäuschenden Zeit von Albert Riera und holte Adi Hütter zurück, der die Geschicke der Eintracht bereits von 2018 bis 2021 leitete. In Leverkusen folgte der Spanier Carles Martinez auf den Dänen Kasper Hjulmand.
Etwas überraschend war der Wechsel auf der Trainerbank in Leipzig: Obwohl Ole Werner eine Saison, in der im Team ein Umbruch stattgefunden hatte, auf Rang drei beendete, musste er seinen Posten räumen und wurde durch den ehemaligen Bayern-Profi Martin Demichelis ersetzt.
Der Hamburger SV hat keinen neuen Trainer, begrüßt jedoch mit Kathleen Krüger eine neue Sportvorständin. Sie durchbricht nicht nur traditionelle Strukturen im Fußball, sondern soll dem Verein auch eine neue strategische Ausrichtung geben.
Welche jungen Spieler sollte man beobachten?
Dortmunds Konstantinos Karetsas ist ein spannender, sehr talentierter Spieler, der bei vielen Klubs in Europa auf dem Wunschzettel stand. Der 18-Jährige, der im offensiven Mittelfeld oder auf dem Flügel eingesetzt werden kann, wollte aber unbedingt zum BVB.
Noch ein Jahr jünger ist Nathan De Cat, ein belgischer U18-Spieler und eines der größten Talente seiner Heimat. Der defensive Mittelfeldspieler wechselte vom RSC Anderlecht, wo er trotz seines jugendlichen Alters in der vergangenen Saison Stammspieler war, zur TSG Hoffenheim.

Interessant wird ein Duo junger deutscher Nachwuchsspieler bei Aufsteiger Elversberg: Francis Onyeka (ausgeliehen aus Leverkusen) und Noah Darvich (ausgeliehen aus Stuttgart) gelten zum Besten, was der Jahrgang 2006/2007 in Deutschland zu bieten hat. Sie sollen in Elversberg Spielminuten und Erfahrung sammeln und sich als Fußballer weiterentwickeln.
Deutschlands wohl begehrtestes Talent, Kennet Eichhorn, der im Sommer von Hertha BSC zu Bayer Leverkusen wechselte, muss erst wieder gesund werden. Der 16-Jährige leidet an einer Stoffwechselstörung, die in der Saisonvorbereitung starken Gewichtsverlust und körperliche Schwäche zur Folge hatte. Der Teenager wird daher zunächst geschont und behutsam wieder aufgebaut. In der Hinrunde ist eher nicht mit seinem Bundesligadebüt zu rechnen.