Wasserrettung: „Wir sind nicht bei Baywatch“

Der Badeunfall im Wiener Schafbergbad vergangene Woche hat  ein Todesopfer gefordert: Jener etwa 40-jährige Mann, der am Donnerstag aus dem Wasser geborgen und ins AKH gebracht worden war, ist nun gestorben. Da...

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Wasserrettung: „Wir sind nicht bei Baywatch“

Der Badeunfall im Wiener Schafbergbad vergangene Woche hat  ein Todesopfer gefordert: Jener etwa 40-jährige Mann, der am Donnerstag aus dem Wasser geborgen und ins AKH gebracht worden war, ist nun gestorben. Das teilte das Krankenhaus am Montag mit. 

Er reiht sich damit unter mittlerweile fast 30 Todesopfer von Badeunfällen in Österreich seit Jahresbeginn. Die Zahl soll laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KVF) höher sein, als im Vorjahr, wobei noch keine Gesamtzahl für 2025 veröffentlicht wurde. 2024 waren es hingegen 44 Badeunfälle.

Aktionswoche bis Sonntag

Die Samariterbund-Wasserrettung möchte deshalb mit einer Aktionswoche in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg aufklären. Anlass ist der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene „Tag gegen das Ertrinken“ am 25. Juli. In Wien gibt es deshalb am Samstag Aktivitäten für Kinder im Gänsehäufel: Mit Malbüchern sollen sie die Baderegeln spielerisch lernen. Am Sonntag können Interessierte mit der Wasserrettung mitfahren. Dort wird gezeigt, wie ein Einsatz in der Regel abläuft.

Auch der KURIER durfte am Montag bei einer derartigen Übung dabei sein: Mit einem Boot fährt ein mehrköpfiges Team zur im Wasser treibenden Person – in diesem Fall ist es eine Puppe. Zwei Wasserretter springen ins Wasser, verschaffen sich einen Überblick und verständigen sich per Handzeichen mit der Bootsbesatzung. 

Zwei Rettungsschwimmer in Schutzkleidung bergen eine Übungspuppe auf einem Rettungsbrett aus dem Wasser.

Mit einer Puppe demonstrieren die Einsatzkräfte eine Wasserrettung.

Sie legen die Puppe auf ein langes Kunststoffbrett, das einen sicheren Transport ermöglichen soll. Sobald die beiden Retter mit der Faust auf ihren gelben Helm schlagen, signalisieren sie dem Boot, dass  sie bereit für den Transport sind. Über eine Rampe werden Retter und gerettete Person an Bord gezogen. An Land übernimmt die Wasserrettung die Koordination mit den übrigen Einsatzkräften.

Was am Montag nur eine Übung war, kann an den Sommertagen am Wasser jederzeit zum Ernstfall werden: Sollte man einen vermeintlichen Notfall beobachten, ist es am besten, die Feuerwehr zu rufen. Der Samariterbund ist nämlich nur präventiv auf Veranstaltungen vor Ort und sollte daher nicht im Notfall alarmiert werden.  

Verhalten im Notfall

Gegenüber dem KURIER erklärt Dominik Wiest vom Samariterbund, was Augenzeugen abgesehen von einem Notruf noch unternehmen können:  „Das Wichtigste ist, sich selbst nicht zu überschätzen.“ Falls man ins Wasser springt, um zu helfen, sollte man immer eine Schwimmhilfe wie einen Rettungsring mitnehmen. „Sich selbst und eine andere Person aus dem Wasser zu bringen, ist sehr anstrengend.“ 

Denn man sei ja nicht bei Baywatch, scherzt er. Traue man sich nicht ins Wasser, solle man am Ufer bleiben und die Person nicht aus den Augen verlieren. „Damit kann man uns Rettungskräften sehr helfen.“ 

Was aber, wenn man selbst in Gefahr gerät? Wiest rät dazu, generell nicht alleine schwimmen zu gehen. Vor allem in Naturgewässern wie der Alten Donau, empfiehlt er, eine Boje mitzunehmen. „Die hält sich über Wasser, dadurch müssen Einsatzkräfte nicht so lange suchen.“ 

Werde einem beim Schwimmen schlecht, sei das beste, sich auf den Rücken zu legen. „Arme und Beine ausstrecken und laut um Hilfe schreien.“ Dadurch wird das Gewicht auf der Wasserfläche reduziert und man sinkt nicht so schnell. Die Faustregel sei aber immer: Baderegeln kennen, sich selbst nicht überschätzen und Alarm schlagen, wenn es brenzlig wird.

kurier.at  |  20.07.2026, 18:30