Wasserwirtschaftsamt verbietet Bank an der Isar bei Marzling: Astbruchgefahr

Der Marzlinger Frauenbund wollte eine Bank für Senioren nahe der Isarbrücke spenden. Das Wasserwirtschaftsamt lehnt ab: Äste könnten auf Spaziergänger fallen – während das Landratsamt 500 Meter weiter eine Liege aufstellt.

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Wasserwirtschaftsamt verbietet Bank an der Isar bei Marzling: Astbruchgefahr

Stand: 15.08.2026, 14:00 Uhr

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ein flussufer

In dem rot gekennzeichneten Bereich sollte die Bank stehen. Wegen der Bäume in der Nähe ist das Aufstellen einer Bank aber laut Wasserwirtschaftsamt nicht zulässig. © Privat

Der Marzlinger Frauenbund wollte eine Bank für Senioren nahe der Isarbrücke spenden. Das Wasserwirtschaftsamt lehnt ab: Äste könnten auf Spaziergänger fallen – während das Landratsamt 500 Meter weiter eine Liege aufstellt.

Marzling – In der Nähe der Isarbrücke in Marzling gehen viele gerne und oft spazieren – darunter freilich auch Senioren. Und gerade die wünschen sich seit längerer Zeit in diesem Bereich eine Sitzbank zum Ausruhen. Eine solche darf dort aber auf keinen Fall aufgestellt werden, wie das Wasserwirtschaftsamt jüngst Bürgermeister Thomas Sellmeir (Marzlinger Liste) mitteilte. Der wiederum versteht jetzt die Welt nicht mehr, vor allem, weil für das Landratsamt selbst scheinbar ganz andere Regelungen gelten. „Dieser Wunsch besteht ja schon seit langer Zeit“, erklärte Sellmeir dem FT, nachdem die Causa „Isar-Bankerl“ bei der jüngsten Gemeinderatsitzung kurz angerissen worden war.

Der Marzlinger Frauenbund würde gerne eine solche Sitzbank spenden, damit die Spaziergänger an der Isar endlich stilecht verschnaufen können. Das Problem: Das Wasserwirtschaftsamt Freising verbietet das Aufstellen dieser Spenden-Bank, denn in dem von Sellmeir präferierten Bereich, den er auf dem Foto rot gekennzeichnet hat, darf auf keinen Fall ein Sitzbankerl installiert werden. „In der Nähe stehen nämlich Eschen und Pappeln, da könnte jemand ein Ast auf den Kopf fallen, meint das Wasserwirtschaftsamt“, erklärte Sellmeir.

Zudem befände sich das gewünschte Ruhe-Areal im Überschwemmungsgebiet. Was der Rathauschef nicht verstehen kann: Der erst kürzlich vom Landratsamt Freising gestaltete Radl-Point in Hangenham (wir haben berichtet), an dem neben einer Ruhebank auch eine Liege zu finden ist, befindet sich seines Wissens auch im Überschwemmungsgebiet. „Und da sind ja auch Bäume, vielleicht nicht so nahe wie an der Isar, aber da könnte einem ja auch ein Ast auf den Kopf fallen“, so Sellmeir gegenüber dem FT. „Mit gesundem Menschenverstand ist das alles nicht mehr zu erklären.“

Die Ruhebank hat er vorsorglich noch gar nicht bestellt, weil er nicht weiß, wann er sie aufstellen darf – und wo genau. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Wie Sellmeir herausgefunden hatte, wird scheinbar das bayerische Naturschutzgesetz durch die Staatsregierung demnächst wieder entschärft, nachdem zahlreiche Ruhebänke in Wäldern und an Wiesen von den Besitzern aufgrund der Angst vor Haftung bei Schadensfällen, von Grundstücksbesitzern und Vereinen abmontiert worden waren. Heißt im Klartext: Schon bald könnte gesetzlich klar geregelt sein, dass das Sitzen auf solchen Bänken auf eigene Gefahr stattfindet – und eben der Besitzer des Grundstücks oder der Bank nicht dafür haftbar gemacht werden kann.

Das Wasserwirtschaftsamt empfahl Sellmeir deshalb, schlichtweg auf diese Gesetzesänderung zu warten und sich danach wieder bei ihnen zu melden. Was sich Sellmeir vor Ort an der Isar fragt: „Ich weiß immer noch nicht, was bei einer Überschwemmung passieren würde. Haben die Angst, dass das Bankerl davongeschwemmt wird oder die Spaziergänger auf dem Bankerl – oder beides? Ich habe keine Ahnung.“