Trockenheit: Bund unterstützt Landwirtschaft mit Massnahmen

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Trockenheit: Bund unterstützt Landwirtschaft mit Massnahmen

Wegen Trockenheit Kurzfristige Massnahmen gegen zu wenig Gras – der Bund hilft

Wegen der enormen Hitze und Trockenheit sichert das Bundesamt für Landwirtschaft den Bauern und Bäuerinnen Unterstützung zu.

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Das ist passiert: Der Schweizer Landwirtschaft setzt die anhaltende Trockenheit zu. Teilweise müssen die Bäuerinnen und Bauern ihren Tieren den Wintervorrat verfüttern, weil zurzeit kein frisches Gras mehr wächst. Um die Situation etwas abzufedern, hat das Bundesamt für Landwirtschaft BLW nun einige kurzfristige Massnahmen getroffen, die den Bauernbetrieben helfen sollen, mit der aktuellen Lage zurechtzukommen. Der Bund ist damit auf die Forderungen des Bauernverbandes vom Juli 2026 eingegangen.

Lamas stehen neben einem Futtertrog in den Bergen.
Legende:

Auf dieser Alp gibt es noch genug Wasser. Das ist aber nicht überall der Fall. Wenn nötig können die Bauern die Alpweiden dieses Jahr früher verlassen.

Keystone/Peter Schneider

Die Ausgangslage: Das BLW stehe in dauerndem Austausch mit den Kantonen und den Verbänden der Landwirte, sagt Christian Hofer, der Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft. Die Situation ist aussergewöhnlich. Dass bestätigt auch Marc Brodbeck, der Präsident der kantonalen Bauernverbände beider Basel. «Wenn es ständig über 30 Grad ist und ständig Bise und Westwind gibt, trocknet alles aus», sagt er.

Die Futterversorgung: Seit dem 1. August kann Heu zollfrei in die Schweiz importiert werden, zudem werden per 15. August die Importzölle auf Futtermais gesenkt. Diese Massnahme sei in Vorbereitung, wie das Bundesamt für Landwirtschaft mitteilte. Markus Ritter, der Präsident des Bauernverbandes, ist froh darüber, dass der Bundesrat dies entschieden hat. Ritter sagt aber: «Die Futtermittelpreise sind enorm angestiegen, in der Schweiz und auch im Ausland.» Es sei im Moment auch im Ausland eine Frage der Verfügbarkeit von Futter für die Tiere. Trotzdem lobt Ritter den Bund: «Der Bund und die Verwaltung haben gut gearbeitet. Sie haben versucht, die Situation zu antizipieren, und das hat funktioniert.»

Onlinebörse für Futtermais in Planung:

Box aufklappen Box zuklappen

Weil Dürre auch in kommenden Jahren ein Problem darstellen wird, lancieren die Bauernverbände der Kantone Zürich und Schaffhausen nun eine Onlinebörse für Herbstfutter. Ackerbaubetriebe und Betriebe mit wenig Tierhaltung sollen bei geeigneter Witterung sogenanntes «Zwischenfutter» für jene Betriebe anbauen, die viele Kühe halten. Sie sollen das bereits im Frühling gesäte Körnermais den Berufskollegen als Futtermais verkaufen. Gemäss den Bauernverbänden sind viele Landwirte dazu bereit, wenn die Abnahme gesichert ist und die Konditionen geklärt sind. Auf der Onlinebörse sollen sich die Bauern «unkompliziert finden». Die Details würden die Betriebe dann selbst regeln.

Die Unterstützung: Die Bauern erhalten die ganzen Direktzahlungen, auch wenn sie nicht alle Bedingungen dafür erfüllen, wenn z.B. die Tiere zurzeit seltener auf der Weide sind als verlangt, da die Weiden nichts hergeben. Die Tiere dürfen heuer auch früher von der Alp abgezogen werden. Zuständig für die Festlegungen dieser Ausnahmen sind die Kantone. Weiter will sich der Bund künftig an den Prämien für Ernteversicherungen beteiligen. Zudem bieten die Kantone Bäuerinnen und Bauern die Möglichkeit, bei Liquiditätsengpässen zinslose Darlehen zu beantragen.

Der Kostenpunkt: «Diese Massnahmen haben keine zusätzlichen Kosten zur Folge», so Hofer, der Direktor des BLW. Gerade bei den Direktzahlungen handle es sich um Gelder, die vorgesehen waren. Auch dass die Zolleinnahmen auf Heu aus dem Ausland wegfallen, wirke sich nicht negativ aus, da gar keine Heu-Importe eingeplant sind, weil es meistens gar kein zusätzliches Heu braucht.

Ein Mann im Anzug steht auf einer Brücke mit einem historischen Gebäude im Hintergrund.
Legende:

Aufgrund der verschärften Situation für die Landwirtschaftsbetriebe ist das Bundesamt für Landwirtschaft, dessen Direktor Christian Hofer ist, auf die Vorschläge des Bauernverbandes eingegangen.

Keystone/Christian Beutler

Die langfristige Strategie: Christian Hofer hält fest, dass sein Bundesamt auch schon längerfristig greifende Massnahmen getroffen hat, denn die Auswirkungen des veränderten Klimas spüre man nicht erst seit diesem Jahr. «Wir haben eine Klimastrategie verabschiedet, die uns beispielsweise hilft, die Züchtung von Pflanzen zu stärken, die trockenheitsresistent sind.» Zudem gebe es mehr finanzielle Mittel, um Bewässerungsinfrastrukturen zu bauen. «Wir haben auch die Möglichkeit, bodenschonende Anbauverfahren zu unterstützen. Denn mehr Humus heisst auch, dass mehr Wasser aufgenommen werden kann», so Hofer. Damit seien die Kulturen resilienter gegen die Trockenheit.

Echo der Zeit, 05.08.2026, 18 Uhr ;  srf/agenturen/lin;stol