Welche Äpfel für Apfelkuchen? Die besten Sorten im Überblick
Du möchtest für deine Familie einen leckeren Apfelkuchen backen, stehst vor dem Apfelregal, siehst zehn verschiedene Sorten und fragst dich, zu welchem Apfel du jetzt greifen solltest? Ich kenne das Problem nur...
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Du möchtest für deine Familie einen leckeren Apfelkuchen backen, stehst vor dem Apfelregal, siehst zehn verschiedene Sorten und fragst dich, zu welchem Apfel du jetzt greifen solltest? Ich kenne das Problem nur zu gut und bei der riesigen Auswahl an Äpfeln ist man leicht überfordert. Glücklicherweise gibt es einige Apfelsorten, die einfach immer zum Backen funktionieren und die man auch immer im Supermarkt bekommt. Also lass uns mal schauen, welche das sind.

Für nahezu jede Art von Apfelkuchen nimmst du am besten leicht säuerliche Äpfel mit festem Fruchtfleisch, zum Beispiel Boskop, Elstar, Topaz, Cox Orange oder Braeburn. Die Säure sorgt dafür, dass der Kuchen nicht nur süß schmeckt und das Apfelaroma besser durchkommt. Mein Klassiker ist der Boskop, mit ihm liegst du beim Backen nie verkehrt. Sehr süße Sorten wie Gala oder Pink Lady schmecken im Kuchen eher fad, gemischt mit einem säuerlichen Apfel funktionieren sie aber auch.
Woran erkennst du gute Äpfel zum Backen?
Ein guter Backapfel bringt drei Dinge mit:
- Säure: Zucker, Teig und Streusel bringen schon genug Süße mit. Die Säure im Apfel hält dagegen, so schmeckt der Kuchen frisch und fruchtig.
- Festes Fruchtfleisch: Mehlige Äpfel zerfallen im Ofen schnell zu Mus. Ein fester Apfel wird weich, behält aber seine Form.
- Kräftiges Aroma: Beim Backen geht Geschmack verloren. Aromatische Sorten schmecken auch nach dem Backen noch nach Apfel.
Ein leckerer Apfel zum Reinbeißen ist nicht automatisch ein guter Apfel zum Backen. Das zeigt ein Backversuch der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg mit 20 Apfelsorten. Einige Sorten blähten im Kuchen auf, zerfielen und weichten den Teig durch.

Welche Apfelsorte passt zu welchem Apfelkuchen?
| Sorte | Geschmack | Im Ofen | Passt gut zu |
|---|---|---|---|
| Boskop | kräftig säuerlich, sehr aromatisch | wird weich und saftig | gedecktem Apfelkuchen, Kuchen mit Pudding, Crumble |
| Elstar | süß-säuerlich, aromatisch | wird weich, bleibt aber in Stücken | Streuselkuchen, versunkenem Apfelkuchen |
| Topaz | säuerlich, kräftiges Aroma | bleibt fest | Blechkuchen, Apfelspalten obenauf |
| Cox Orange | süß-säuerlich, würzig | wird weich | Rührkuchen, Apfelstrudel |
| Braeburn | säuerlich-würzig, knackig | bleibt lange fest | dünnen Spalten auf dem Kuchen |
| Jonagold | süß, mild, sehr saftig | wird cremig weich | Rührteig, am besten gemischt |
| Gala, Pink Lady | süß, wenig Säure | bleibt eher fest | nur gemischt mit säuerlichen Äpfeln |
Die Angaben sind Richtwerte, denn wie weich ein Apfel wird, hängt auch von Reife und Lagerzeit ab. Den Boskop findest du übrigens oft auch als Boskoop, aber das ist nur eine unterschiedliche Schreibweise, keine andere Sorte.
Musst du die Äpfel für Apfelkuchen schälen?
Für die meisten Apfelkuchen schäle ich die Äpfel. Die Schale wird beim Backen oft nicht richtig weich und stört beim Essen, vor allem im gedeckten Apfelkuchen und unter einer Puddingschicht. Bei dünnen Spalten auf dem Blechkuchen darf sie auch mal dranbleiben, aber auch nur, weil ich dann zu bequem zum Schälen bin. Grundsätzlich gilt, ab schmeckt (mir) besser.

Wie viele Äpfel brauchst du für einen Apfelkuchen?
Für eine Springform mit 26 cm Durchmesser rechne ich mit rund 1 kg Äpfeln, das sind 5 bis 6 mittelgroße Äpfel. Für den gedeckten Apfelkuchen dürfen es 1,2 kg sein, damit die Füllung schön hoch wird. Für meinen Apfelkuchen vom Blech mit Zimtstreuseln reicht ebenfalls 1 kg, weil die Äpfel dort nur in einer Schicht liegen.
Fehler bei der Apfelwahl und Zubereitung
- Nur süße Tafeläpfel: Der Kuchen schmeckt dann mehr nach Zucker als nach Apfel. Mische lieber: Ein Boskop bringt die Säure, ein Jonagold den Saft.
- Mehlige, länger liegende Äpfel: Sie werden im Ofen zu Mus und weichen den Boden durch. Solche Äpfel sind in einem einfachen Apfelkompott mit Zimt besser aufgehoben.
- Zu dicke Stücke / Würfel: Braeburn oder Topaz bleiben meistens zu bissfest, wenn sie zu groß geschnitten wurden. Schneide feste Äpfel deshalb lieber in dünne Spalten.
- Geschnittene Äpfel offen stehen lassen: Sie werden schnell braun. Ein Spritzer Zitronensaft verhindert das und bringt zusätzlich Frische.
Meine Apfelkuchen-Rezepte für den Herbst
Noch mehr Ideen von süß bis herzhaft findest du in meinen 10 Apfel Rezepten für den Herbst.

Gedeckter Apfelkuchen vom Oma Friedchen
Dieser gedeckte Apfelkuchen nach dem Rezept von Oma Friedchen ist ein echter Klassiker. Ich nehme dafür Boskoop, weil er schön säuerlich ist und unter der Teigdecke nicht gleich zu Mus zerfällt. Mit Rosinen und Zimt schmeckt er wie früher.
Zum Rezept

Omas bester Apfelkuchen mit Pudding und Streuseln
Unter knusprigen Streuseln steckt eine cremige Puddingfüllung mit Äpfeln, darunter ein mürber Boden. Für diesen Kuchen nach Omas Rezept empfehle ich dir eine mürbe, säuerliche Sorte wie Boskoop oder Elstar. Sie bringt Frische gegen den süßen Pudding.
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Apfelkuchen vom Blech mit Streusel
Für viele Gäste ist mein Apfelkuchen vom Blech genau richtig. Der Boden ist ein einfacher Rührteig, obendrauf kommen Äpfel und Zimtstreusel. Ich mag hier eine leicht säuerliche Sorte, und Boskoop geht immer.
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