Welcher RTL-SDR-Stick für DAB+ am Sat-Receiver? Die große Kauf- & Einstellungsberatung
1 Mit OpenATV 8.0 und einem RTL-SDR-Stick kann mit dem Sat-Receiver auch terrestrisches DAB+ empfangen werden Nicht jeder RTL-SDR-Stick eignet sich für DAB+ mit OpenATV 8.0. Thomas Riegler hat 7 USB-Sticks gete...
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Nicht jeder RTL-SDR-Stick eignet sich für DAB+ mit OpenATV 8.0. Thomas Riegler hat 7 USB-Sticks getestet und zeigt, worauf du bei Empfang und RF-Verstärkung achten musst.
Dass man mit Enigma-Receivern und der Software OpenATV 8.0 seit Kurzem auch DAB+ über Satellit empfangen kann, darüber wurde bereits berichtet. Alles, was es dafür braucht, ist ein sogenannter RTL2832U-SDR-Stick. Gibt es bei ihnen Unterschiede?
Die Auswahl an RTL-SDR-Sticks ist groß. Sie kosten vergleichsweise wenig Geld und sind, wenn es um den Empfang von Funksignalen geht, universell einsetzbar. Gewöhnlich kommen sie am PC zum Einsatz. Was mit ihnen empfangen wird, kommt auf die installierte Software an. Mit ihnen kann man also nicht nur DAB+, sondern auch andere analoge Funkdienste hören – darin eingeschlossen sogar Funksignale von der Internationalen Raumstation ISS.
Mit der komfortablen Empfangsmöglichkeit von DAB+ über Satellit haben diese Sticks ein zusätzliches Einsatzgebiet erfahren. Wie sich aber gezeigt hat, eignen sich nicht alle dafür gleich gut. Wie merkt man das?

Günstig vs. teuer: Wie ist die Ausgangssituation bei SDR-Sticks?
Sticks mit eingebautem RTL2832U-Chip gibt es bereits seit geraumer Zeit. Entsprechend lange sind auch schon RTL-SDR-Sticks für den Empfang am Rechner verfügbar. Dabei zeigte die langjährige Erfahrung, dass es beim DAB+-Empfang ziemlich egal war und ist, ob man nun zu einem ausgesprochen billigen oder teuren RTL-SDR-Stick greift. Sie alle arbeiteten vorzüglich und lassen gewöhnlich keine Unterschiede bei den Empfangsleistungen erkennen, womit in der Regel auch kein Mehrwert der teureren Sticks erkennbar wurde.

OpenATV 8.0 & SDR-Sticks: Wo liegen die Probleme im Detail?
Der RTL-SDR-Stick an einen Sat-Receiver anzudocken, ist ein eher außergewöhnliches Einsatzgebiet. Voraussetzung dafür ist, dass die Box mit dem externen Tuner gut klar kommt. Nur wenn beides optimal aufeinander abgestimmt ist, überzeugen die Empfangsresultate. Das Problem ist allerdings, dass man nicht davon ausgehen darf, dass jeder RTL-SDR-Stick gleich gut mit dem Sat-Receiver zusammenarbeitet. Unterschiede gibt es sogar bei Sticks, die vermeintlich gleich aussehen. Was insofern nicht verwundert, wenn man sich deren Innenleben etwas genauer ansieht. Dabei wird man erkennen, dass solche Sticks außer dem Gehäuse kaum Gemeinsamkeiten zeigen.

Empfangsunterschiede: Wie machen sich die Differenzen bemerkbar?
Die Unterschiede machen sich je nach verwendetem Stick zunächst in der Anzahl der empfangenen Multiplexe und Programme bemerkbar. Weiter erlaubt OpenATV 8.0 in den DAB+-Einstellungen Anpassungen bei der Verstärkung der empfangenen Signale. Neben einer automatischen Verstärkung kann die RF-Verstärkung wahlweise auch manuell anhand einer Zahl von Null bis 100 gewählt werden, wobei Null keine und 100 die maximale Verstärkung darstellt. Wird die manuelle Verstärkung gewählt, ist 35, also eine moderate Verstärkung, voreingestellt.
Bemerkenswert ist ferner, dass ein und derselbe Stick mit denselben Einstellungen bei hintereinander durchgeführten Scans eher selten zum selben Ergebnis kommt – zumindest, wenn am Empfangsort die verfügbaren terrestrischen DAB+-Multiplexe zwar solide, aber nicht übermäßig stark empfangen werden. Damit kann nicht nur die Anzahl der empfangenen Multiplexe, sondern auch jene der Programme insofern variieren, weil nicht immer dieselben Muxe eingelesen werden. Weiter werden immer wieder Muxe unvollständig erfasst, womit zum Beispiel anhand 16 nur zwei Programme in die Senderliste übernommen werden. Um einschätzen zu können, wie erfolgreich der Scan war, ist es hilfreich, wenn man über die Zahl der vor Ort verfügbaren DAB+-Muxe und der Anzahl der in ihnen enthaltenen Programme Bescheid weiß.

Wie extrem sind die Unterschiede?
Hier sind zwei Kriterien zu berücksichtigen: einmal der verwendete Stick und weiter die genutzten Einstellungen. Bereits in den Standardeinstellungen erstreckt sich die Bandbreite von keinem bis zu allen empfangbaren Programmen. Dasselbe Bild setzt sich auch bei deaktivierter RF-Automatik fort, wobei es hier stark darauf ankommt, welcher Verstärkungsfaktor gewählt wird.
Laut Versuchen mit sieben RTL-SDR-Sticks an mehreren Boxen sind der obere und untere Grenzbereich der Verstärkung wenig zielführend. Vor allem Verstärkungen im Bereich von 50 bis 100 sind zu vermeiden, da sie mindestens zu einer deutlichen Verringerung der gefundenen Multiplexe und Programme führen. Mit etwa der Hälfte der unter die Lupe genommenen Sticks wurden am Testort bei derart hohen eingestellten RF-Verstärkungen keiner bis maximal zwei Multiplexe eingelesen.
Bei der Frage nach der besten Einstellung lässt sich keine pauschale Antwort geben, da die einzelnen Sticks durchaus unterschiedlich reagieren. Es gibt Modelle, die in einem weiten Rahmen mit programmierten RF-Verstärkungen von 20 bis 80 ganz gut klarkommen, während andere nur in einem kleinen Bereich, wie etwa von 20 bis 35, zufriedenstellende Resultate liefern. Dies ist auch jener Bereich, in dem die meisten Sticks am besten arbeiten.

Gibt es auch schwarze Schafe?
Zumindest mit einem höherpreisigen RTL-SDR-Stick, der an PCs aller Art stets zur vollen Zufriedenheit gearbeitet hatte, ist es nicht gelungen, ihm am Sat-Receiver auch nur einen einzigen terrestrisch empfangbaren DAB+-Multiplex eingelesen zu bekommen. Und das, obwohl je drei Sendersuchläufe mit den Einstellungen Automatik, sowie die Verstärkungsstufen Null, Zehn, 20, 35, 50, 60, 80 und 100, durchlaufen wurden. Nach denselben Kriterien wurden übrigens auch alle anderen Sticks getestet.
Auf der Suche nach einer möglichen Erklärung für den variablen Erfolg bei der Sendersuche, wurden die RTL-SDR-Sticks nicht nur an der rückwärtigen USB-Buchse der Sat-Receiver, sondern auch an deren Front-Buchse angedockt. Weiter wurden sämtliche Tests auch mit einem USB-Verlängerungskabel vorgenommen, bei denen die Sticks jedenfalls einen Meter vom Receiver entfernt zu liegen kamen. Auf diese Weise sollten eventuelle Beeinträchtigungen durch Störstrahlungen ausgeschlossen werden. Diese Maßnahmen führten jedoch zu keiner Veränderung bei der Anzahl der eingelesenen terrestrischen DAB+-Pakete. Womit es auch egal ist, an welcher USB-Buchse der RTL-SDR-Stick angedockt wird.


Kaufempfehlung: Welche Sticks sind für OpenATV 8.0 geeignet?
Nachdem es sich bei den RTL-SDR-Sticks durchweg um No-Name-Produkte handelt und sich zudem in gleich aussehenden Gehäusen auch unterschiedliche Elektronik befinden kann, lässt sich keine eindeutige Empfehlung aussprechen. Zumindest sollte man die Finger von den günstigen Einsteiger-Sticks – erkennbar am meist blauen oder schwarzen Kunststoffgehäuse mit großen Abrundungen an zwei der vier Ecken – lassen. Sie funktionieren am PC zwar klaglos, vermögen am Sat-Receiver, zumindest am Testort, bestenfalls die Hälfte der verfügbaren Muxe zu empfangen.
Mit den durchweg teureren Modellen mit Metallgehäuse hat man meist ungleich bessere Karten in der Hand und große Chancen, alle verfügbaren Programme eingelesen zu bekommen. Allerdings können auch teurere RTL-SDR-Sticks in Zusammenarbeit mit OpenATV 8.0 total versagen.
Fazit
Nicht alle RTL-SDR-Sticks eignen sich gleich gut für den Empfang terrestrisch ausgestrahlter DAB+-Programme mit dem Sat-Receiver. Hier kommt es auf einen Versuch an, welcher Stick am besten geeignet ist. Um das Maximum an verfügbaren Programmen zu empfangen, können Anpassungen der RF-Verstärkung erforderlich sein. Um alle vor Ort empfangbaren Programme eingelesen zu bekommen, können mehrere Sendersuchläufe erforderlich sein.