Wetter-Ereignis hat es so seit Jahrzehnten nicht gegeben - El-Niño-Befürchtungen spitzen sich weiter zu
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Stand: 16.10.2026, 14:15 Uhr
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Der stärkste El Niño seit Beginn der Messungen baut sich auf. Ausgerechnet für Deutschland könnte das böse enden. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Im Pazifik braut sich gerade etwas zusammen, das es so seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. Das Wasser im äquatorialen Pazifik ist teils um mehr als drei Grad zu warm. Die großen Wetterdienste rechnen mit einem der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950, der Höhepunkt wird rund um den Jahreswechsel erwartet. Viele denken jetzt automatisch: Dann wird unser Winter eben mild. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht.

El Niño kippt das Winter-Wetter: Erst mild, dann frostig
Ein Blick auf frühere starke El-Niño-Winter zeigt für Mitteleuropa ein auffälliges Muster. Der Frühwinter fällt oft mild und wechselhaft aus, mit Westwetter, viel Regen und dem einen oder anderen Sturm. Im Spätwinter, also ab Ende Januar und vor allem im Februar, wächst dagegen die Neigung zu kräftigen Hochs über Skandinavien und dem Nordatlantik. Die milde Westströmung kommt ins Stocken, und dann kann aus Nordosten und Osten richtig kalte Luft zu uns vordringen. Nächte mit zweistelligen Minusgraden, Dauerfrost und Schnee bis ins Flachland wären dann plötzlich wieder realistisch. Meteorologen sprechen von einer negativen Nordatlantischen Oszillation. Sie tritt nach starken El-Niño-Ereignissen im Spätwinter etwas häufiger auf.
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Kein Freifahrtschein für den Eiswinter
Bevor Sie jetzt Streusalz hamstern: Das Signal ist für Deutschland zwar vorhanden, aber schwach. El Niño ist nur ein Mitspieler von vielen. Der Polarwirbel, die Wassertemperaturen im Atlantik und die Schneedecke in Sibirien reden ebenfalls kräftig mit. Der letzte Super-El-Niño 2015/16 brachte uns sogar einen der mildesten Dezember überhaupt, mancherorts blühten an Weihnachten schon die ersten Frühlingsblumen. Der große Wintereinbruch blieb damals aus. Trotzdem ist die Chance auf einen knackig kalten Februar in diesem Winter höher als in einem normalen Jahr. Eine Garantie gibt es dafür nicht. Spannend wird vor allem, wie sich der Polarwirbel in den kommenden Wochen entwickelt. Bekommt er Risse, kann es ganz schnell gehen.