Neurentner gewinnt gegen Rentenversicherung – Das bedeutet das Dresdner Urteil für Sie
StartseiteWirtschaftWichtiges Urteil für Neurentner: Wann Ihnen jetzt eine Rückzahlung zustehtStand: 12.09.2026, 18:00 UhrKommentareUns auf Google folgenSeit Januar zahlen Rentner höhere Pflegeversicherungsbeit...
- 2 min read
Wichtiges Urteil für Neurentner: Wann Ihnen jetzt eine Rückzahlung zusteht
Stand: 12.09.2026, 18:00 Uhr
Kommentare
Seit Januar zahlen Rentner höhere Pflegeversicherungsbeiträge. Ein Urteil könnte für viele nun jedoch eine Rückzahlung in Aussicht stellen.
Kassel – Zum 1. Januar 2025 stieg der Beitragssatz zur Pflegeversicherung von 3,4 auf 3,6 Prozent. Weil die technische Umstellung bei der Deutschen Rentenversicherung Zeit brauchte, kamen die höheren Beiträge für die Monate Januar bis Juni 2025 erst im Juli auf einmal: ein einmaliger Abzug von 4,8 Prozent statt der üblichen 3,6 Prozent. Für viele fiel das genau mit der jährlichen Rentenanpassung zusammen – die Freude über mehr Rente war daher schnell verflogen.

Für Neurentner, die ihre Rente erst zwischen Februar und Juni 2025 begannen, entstand durch dieses Vorgehen jedoch ein besonderes Problem: Die Rentenversicherung zog die volle Nachholpauschale ein – also auch für Monate, in denen noch gar kein Rentenanspruch bestand, wie gegen-hartz.de berichtet. Wer zum Beispiel erst im Mai 2025 in Rente ging, zahlte trotzdem Nachholbeiträge für Januar bis April.
Dresdner Gericht gibt Rentnerin Recht
Genau dagegen klagte eine Rentnerin – und gewann. Das Sozialgericht Dresden entschied am 8. Mai 2026 (Aktenzeichen S 1 R 137/26) zu ihren Gunsten. Ihr Rentenstart war im Mai 2025, trotzdem zog die Rentenversicherung den vollen Nachholbetrag ein. Im konkreten Fall ging es um 14,90 Euro.
Das Gericht stellte laut klar: Pflegebeiträge dürfen nur auf tatsächliche Renteneinnahmen erhoben werden. Wer in bestimmten Monaten noch keine Rente bezog, kann dafür auch keine Beiträge nachzahlen müssen. Laut Gericht könnten rund 744.000 Neurentner betroffen sein. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, Berufung und Sprungrevision sind zugelassen.
Was betroffene Rentner jetzt tun können
Dennoch: Wer seine Rente zwischen Februar und Juni 2025 angetreten hat, sollte den Rentenbescheid und die Juli-Abrechnung 2025 prüfen. Die Widerspruchsfrist ist zwar längst abgelaufen – doch ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X bleibt möglich.
Dieser Antrag greift auch bei bereits bestandskräftigen Bescheiden und kann eine Erstattung zu Unrecht einbehaltener Beiträge einleiten. Im Antrag sollten Versicherungsnummer, Rentenbeginn und der beanstandete Pflegebeitrag aus dem Juli 2025 konkret benannt werden. (Quelle: gegen-hartz.de, Urteil des Sozialgericht Dresden) (sp)