Wie Saarbrücker das Gesundheitssystem finden: „Ich bin privat versichert, da fühle ich mich gut aufgehoben“
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Wie Saarbrücker das Gesundheitssystem finden „Ich bin privat versichert, da fühle ich mich gut aufgehoben“
Saarbrücken · Die Bundesregierung will im Gesundheitswesen sparen. Passanten in Saarbrücken erzählen, wie zufrieden sie mit der Versorgung sind. Dabei geht es auch um Wartezeiten.
21.08.2026 , 14:13 Uhr
Die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen werfen Fragen zur künftigen medizinischen Versorgung auf. Passanten in Saarbrücken blicken unterschiedlich auf das Saarbrücker Gesundheitssystem.
Foto: Marijan Murat/dpa/Marijan Murat
Die Bundesregierung plant weitreichende Einsparungen im Gesundheitswesen und wird damit die medizinische Versorgung jedenfalls verändern. Inwieweit sich das auf den Einzelnen auswirkt, ist noch gar nicht klar. Wir haben Passanten gefragt, ob sie sich im Saarbrücker Gesundheitsangebot gut aufgehoben fühlen und welche Erwartungen sie haben.
Winfried Busche ist 65 Jahre alt und wohnt in Friedrichsthal. Er meinte: „Ja, ich bin zufrieden mit dem System. Ich hatte bisher keine Probleme und kenne mich auch in dem Bereich aus, weil ich in diesem Bereich im Management gearbeitet habe. Ich fühle mich gut aufgehoben.“
Auch Gabi Klesner ist zufrieden mit dem aktuellen System. „Lange Wartezeiten können natürlich schon ein Problem sein, ich hatte da aber bisher immer Glück. Grundsätzlich finde ich das Gesundheitssystem gut“, so die 69-Jährige aus St. Ingbert.
Ulrike Nikolaus sieht das Ganze anders. Die 79-jährige Saarbrückerin sagte: „Noch fühle ich mich aufgehoben, jedoch mittelmäßig. Das liegt daran, dass ich beispielsweise im Moment keine Verschreibung für Krankengymnastik am Gerät bekomme. Es wird dann immer gesagt, dass ich das selbst bezahlen solle oder dass es gar nicht ausgestellt werden könne. Wenn ich das Krankenhaus brauche, bekomme ich immer einen Platz. Ansonsten hoffe ich, dass ich das Gesundheitssystem nicht allzu sehr brauche. Ich nutze die Leistungen auch nur, wenn ich sie wirklich brauche.“
Sonja Friedrich ist 68 Jahre alt und wohnt in Frankfurt. Sie ist aktuell mit ihrem Mann zu Besuch in Saarbrücken: „Ich habe viele Bekannte und Freunde im Ausland und denke deshalb, dass wir in Deutschland gut aufgehoben sind. Ich bin mir trotzdem bewusst, dass es in diesem Bereich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt. Aber wenn man kurzfristig einen Termin braucht, kann man diesen auch über die 116 117, den ärztlichen Notdienst, bekommen. Das klappt tatsächlich gut.“
Jenny Ludwig findet es beunruhigend, dass es in der Medizin – ihrer Meinung nach – ein „Zwei-Klassen-System“ gebe.
Foto: BeckerBredel
Michael Scholl (55) berichtete: „Ich bin privat versichert, da fühle ich mich gut aufgehoben. Dadurch ist man vielleicht etwas von den langen Wartezeiten befreit. Das ist nicht gerecht, aber leider ist es so. Ich bin aber auch sehr selten beim Arzt und habe außer den üblichen Kontrollterminen wenig Berührung mit dem Thema.“
Auch Jenny Ludwig findet die Vorteile durch die private Krankenversicherung ungerecht. „Aus beruflichen Gründen bin ich privat versichert, ich wäre es aber lieber nicht. Ich finde, es wird an der falschen Stelle gespart, man sollte sich eher mal die Pharmaunternehmen anschauen. Ich finde es beunruhigend, dass es ein Zwei-Klassen-System gibt“, so die 45-jährige Saarbrückerin.
Lea Schäfer sieht das ähnlich: „Es wird nicht an den richtigen Stellen gespart, wir erwarten mehr Einsatz bei den Ärzten, die bekommen ihre Leistungen aber nicht mehr gänzlich vergütet. Das ist ein falsches Signal. In Saarbrücken geht das aber noch, da gibt es Regionen, wo es schlimmer ist. Und die Zwei-Klassen-Medizin dürfte es gar nicht geben. Aber sie ist Normalität geworden.“ (hck/skm)