Wie viel mehr Gehalt ist realistisch? So finden Frauen eine realistische Forderung

5, 10 oder sogar 15 Prozent mehr Gehalt? Vor einem Gehaltsgespräch ist oft schwer einzuschätzen, welche Forderung angemessen ist. Finanzexpertin Margarethe Honisch erklärt, woran sich Beschäftigte orientieren können.

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Wie viel mehr Gehalt ist realistisch? So finden Frauen eine realistische Forderung

Stand: 01.10.2026, 06:30 Uhr

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Geschäftsfrau auf kleinem Stapel Geldmünzen schaut zu Geschäftsmann auf

Wie viel mehr Gehalt ist realistisch? ©  IMAGO / Ikon Images

5, 10 oder sogar 15 Prozent mehr Gehalt? Vor einem Gehaltsgespräch ist oft schwer einzuschätzen, welche Forderung angemessen ist. Finanzexpertin Margarethe Honisch erklärt, woran sich Beschäftigte orientieren können.

Wer eine Gehaltsverhandlung vorbereitet, steht früher oder später vor einer entscheidenden Frage: Wie viel mehr kann eigentlich verlangt werden? Eine zu niedrige Forderung verschenkt möglicherweise Verhandlungsspielraum. Eine sehr hohe Summe sollte dagegen gut begründet werden können.

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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Eine konkrete Gehaltsforderung festzulegen, ist nur ein Teil der Vorbereitung. Ebenso wichtig ist es, den eigenen Marktwert einzuschätzen, überzeugende Argumente zu sammeln und sich auf mögliche Gegenargumente vorzubereiten.

Im kostenlosen Gehalts-Coaching-Webinar von Fortunalista zeigt Finanzexpertin Margarethe Honisch, wie Frauen ihre Gehaltsverhandlung strukturiert vorbereiten, eine passende Forderung entwickeln und ihre Leistungen selbstbewusst vertreten können.

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Eine pauschale Prozentzahl, die für jede Gehaltsverhandlung gilt, gibt es nicht. Entscheidend sind unter anderem die aktuelle Position, die bisherige Bezahlung, die Entwicklung der eigenen Aufgaben und das marktübliche Gehalt.

„Statt irgendeine Prozentzahl festzulegen, sollte zuerst geprüft werden, welchen Marktwert die eigene Position aktuell hat“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista.

Nicht beim aktuellen Gehalt anfangen

Viele Beschäftigte machen ihre Forderung vor allem davon abhängig, was sie derzeit verdienen. Wer beispielsweise 50.000 Euro erhält, überlegt, wie viel Prozent zusätzlich angemessen wären.

Doch das aktuelle Gehalt ist nicht automatisch der beste Ausgangspunkt. Wurde es vor einigen Jahren niedrig angesetzt oder über längere Zeit kaum angepasst, kann eine rein prozentuale Erhöhung weiterhin unter dem marktüblichen Niveau liegen.

Sinnvoller ist deshalb die Frage: Welches Gehalt ist für die aktuelle Tätigkeit, Erfahrung und Verantwortung angemessen?

Gehaltsportale, Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben, Brancheninformationen und Gespräche im beruflichen Netzwerk können dabei erste Anhaltspunkte liefern. Wichtig ist, mehrere Quellen miteinander zu vergleichen.

Neue Aufgaben können eine höhere Forderung rechtfertigen

Auch die Entwicklung innerhalb des Unternehmens spielt eine wichtige Rolle. Wer heute deutlich mehr Verantwortung trägt als bei der letzten Gehaltsverhandlung, sollte diese Veränderung berücksichtigen.

Dazu können eine Projektleitung, Personalverantwortung, zusätzliche Kunden, neue Fachgebiete oder Aufgaben gehören, die ursprünglich nicht Teil der Position waren.

„Viele schauen bei einer Gehaltsverhandlung nur darauf, wie lange sie bereits im Unternehmen sind. Viel wichtiger ist, wie sich die eigene Rolle in dieser Zeit entwickelt hat“, erklärt Honisch.

Je deutlicher sich Aufgaben und Verantwortung verändert haben, desto besser lässt sich auch eine größere Gehaltsanpassung begründen.

Drei Zahlen vor dem Gespräch festlegen

Vor der Verhandlung kann es helfen, nicht nur eine einzige Summe im Kopf zu haben. Stattdessen sollten drei Werte feststehen: das Wunschgehalt, ein realistisches Verhandlungsziel und die persönliche Untergrenze.

Das Wunschgehalt eröffnet Verhandlungsspielraum. Das Verhandlungsziel beschreibt die Summe, mit der das Gespräch zufriedenstellend abgeschlossen wäre. Die Untergrenze hilft dabei, während der Verhandlung nicht spontan einer Anpassung zuzustimmen, die deutlich unter den eigenen Vorstellungen liegt.

Entscheidend ist dabei, die Forderung nicht nur nennen, sondern auch begründen zu können.

Leistung schlägt private Argumente

Höhere Mieten, gestiegene Lebensmittelpreise oder andere private Ausgaben sind nachvollziehbare Gründe dafür, sich mehr Einkommen zu wünschen. Für die Gehaltsverhandlung sind sie jedoch meist nicht das stärkste Argument.

Überzeugender ist der konkrete Beitrag zum Unternehmen. Erfolgreiche Projekte, zusätzliche Verantwortung, verbesserte Abläufe, neue Qualifikationen oder messbare Ergebnisse können zeigen, warum eine höhere Vergütung angemessen ist.

„Eine gute Forderung verbindet den eigenen Marktwert mit konkreten Leistungen. Je besser diese beiden Punkte vorbereitet sind, desto weniger muss sich eine Gehaltsverhandlung wie eine spontane Bitte um mehr Geld anfühlen“, betont Honisch.

Auch eine höhere Forderung kann realistisch sein

Eine größere Gehaltssteigerung ist nicht automatisch überzogen. Besonders bei einer Beförderung, einem deutlichen Zuwachs an Verantwortung oder einem bisher vergleichsweise niedrigen Gehalt kann sich die angemessene Anpassung stärker vom bisherigen Einkommen unterscheiden.

Statt sich deshalb an einer vermeintlich üblichen Prozentzahl festzuhalten, sollte die Forderung zur individuellen Situation passen.

Am Ende lautet die entscheidende Frage also nicht: Wie viel Prozent mehr darf verlangt werden? Sondern: Welches Gehalt passt heute zu Position, Verantwortung, Erfahrung und Marktwert?