Wollitz schlägt Alarm: Ist Energie Cottbus bereit für die 2. Bundesliga?

Es wird nicht mehr viel Zeit verstreichen, da beginnt schon die 2. Bundesliga. Am Freitag, dem 7. August, eröffnen der VfL Bochum und Hertha BSC die neue Spielzeit. Zwei Tage später beginnt die Saison auch für ...

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Wollitz schlägt Alarm: Ist Energie Cottbus bereit für die 2. Bundesliga?

Es wird nicht mehr viel Zeit verstreichen, da beginnt schon die 2. Bundesliga. Am Freitag, dem 7. August, eröffnen der VfL Bochum und Hertha BSC die neue Spielzeit. Zwei Tage später beginnt die Saison auch für den FC Energie Cottbus. Und so richtig bereit dafür scheinen die Lausitzer zweieinhalb Wochen vorher nicht zu sein.

Am vergangenen Wochenende endete das Trainingslager des Aufsteigers in Österreich. Auf dem Weg von Tirol zurück nach Brandenburg musste die Mannschaft zwei Niederlagen mit ins Gepäck nehmen.

Die Vorbereitung läuft nicht

Auf ein 2:4 gegen den tschechischen Erstligisten FK Mlada Boleslav folgte ein 0:5 bei RB Salzburg. Auch die vorherigen Ergebnisse gegen die beiden Regionalligisten VSG Altglienicke (1:1) und die Zweitvertretung von Hertha (3:1) sorgten nicht dafür, dass Energie die Euphorie vom umjubelten Aufstieg weiter mit sich herumtragen kann.

Trainer Claus-Dieter Wollitz sparte gegenüber dem RBB nicht mit Kritik an seiner Mannschaft: „Ich bin insgesamt mit der Vorbereitung nicht so zufrieden. Wir haben im Moment nicht diese Abläufe, wir haben kein gutes Gegenpressing, wir haben keine gute Struktur im Spielaufbau und alles das hat man dann in den Testspielen gesehen.“

Trainer Claus-Dieter Wollitz beim Unentschieden gegen VSG Altglienicke.

Trainer Claus-Dieter Wollitz beim Unentschieden gegen VSG Altglienicke.

© IMAGO/Steffen Beyer

Dabei nahm der Coach auch den Verein in die Pflicht. Geht es nach Wollitz, muss der noch weitere Transfers tätigen, damit die Mannschaft in der 2. Bundesliga mithalten kann: „Um die Wahrscheinlichkeiten für den Klassenerhalt zu erhöhen, braucht man einen ausgewogenen Kader und den sehe ich im Moment nicht.“

Elf Neue sind schon da

Dabei hat Cottbus schon früh viele Transfers eingetütet. Erst am Wochenende verkündete der Klub die Verpflichtung des 24-jährigen Torhüters Kevin Kratzsch, der den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten anheizen soll.

Insgesamt haben der Verein um Kaderplaner Maniyel Nergiz bereits elf Spieler für die neue Saison verpflichtet, wobei Lukas Michelbrink und King Manu schon in der Vorsaison leihweise in der Lausitz spielten.

Der spektakulärste Zugang ist natürlich Leonardo Bittencourt, der vom SV Werder Bremen zurück zu seinem Jugendverein gekommen ist. Doch auch Manu, Torwart Marcel Lotka oder Stürmer Lucas Copado könnten wichtig werden.

Leonardo Bittencourt wird dem FCE helfen müssen, in der 2. Liga Fuß zu fassen.

Leonardo Bittencourt wird dem FCE helfen müssen, in der 2. Liga Fuß zu fassen.

© IMAGO/Steffen Beyer

Copado etwa ist eine der Verstärkungen, die Wollitz noch bei der Saisoneröffnung gefordert hatte. „Lucas Copado war so jemand, den wollten wir ja auch im Winter zurückholen“, sagte Wollitz damals. Nun ist der Stürmer da. Trotzdem sollen noch weitere Verstärkungen folgen.

Quantität bei Transfers stimmt. Die Qualität auch?

Denn zur Wahrheit gehört auch, dass vielleicht die Zahl der Zugänge groß ist, ihre Qualität aber erst einmal nachgewiesen werden muss. Denn viele der Neuen haben kaum Erfahrung in der 2. Bundesliga oder höher gesammelt.

Die Sommertransfer vom FC Energie Cottbus (stand 21. Juli)

Kevin Kratzsch, 24, Tor, vorher Rot-Weiß Oberhausen (Regionalliga)
Marcel Lotka, 25. Tor, vorher Fortuna Düsseldorf (2. Bundesliga)
King Manu, 22, Abwehr, vorher Fortuna Düsseldorf (war schon an Cottbus verliehen)
Fousseny Doumbia, 21, Abwehr, vorher Eintracht Frankfurt II (Regionalliga)
Ryan Malone, 33, Abwehr, vorher Erzgebirge Aue (3. Liga)
Lukas Michelbrink, 21, Mittelfeld, vorher Hertha BSC (war schon an Cottbus verliehen)
Leonardo Bittencourt, 32, Mittelfeld, vorher Werder Bremen (Bundesliga)
Julian Guttau, 26, Mittelfeld, vorher Erzgebirge Aue (3. Liga)
Yusuf Wardak, 20, Mittelfeld, vorher Waldof Mannheim (3. Liga)
Christian Kinsombi, 26, Mittelfeld, vorher Hansa Rostock (3. Liga)
Lucas Copado, 22, Sturm, vorher SC Paderborn (2. Bundesliga)

Nur Bittencourt, Copado und Lotka kamen in der vergangenen Saison auf Spielminuten in Liga eins oder zwei. Keiner von ihnen spielte aber eine übergeordnete Rolle in seinem Verein. Viele andere kamen aus der 3. Liga oder sogar der Regionalliga nach Cottbus.

Wollitz ist gefordert

Wollitz schien, als er zum Saisonstart über die Neuen sprach, davon auszugehen, dass er in der Lage ist, mehr aus Spielern herauszukitzeln, als sie in ihrer bisherigen Karriere gezeigt haben. Dass er das durchaus kann, zeigen unter anderem seine bisherigen Erfolge beim FCE.

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Dasselbe wird er nun aber erneut schaffen müssen. Die Zeit vor dem Ligabeginn schwindet. Und wenn die 2. Bundesliga erst einmal gestartet ist, werden die Gegner schon kleinste Fehler seiner Spieler bestrafen. Gleich zu Beginn empfängt Cottbus immerhin am 9. August Hannover 96, eines der Teams, die als Favoriten auf den Aufstieg gehandelt werden. Spätestens dann muss die Mannschaft bereit für die 2. Bundesliga sein.

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