Wöllstadt: Nach FWG-Antrag – Bürgerentscheid zum Bürgerzentrum abgelehnt
Die FWG wollte die Wöllstädter über das Bürgerzentrum abstimmen lassen. CDU und Pro Wöllstadt lehnten den Antrag ab – obwohl Pro Wöllstadt in der letzten Legislaturperiode selbst einen Bürgerentscheid gefordert hatte.
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Stand: 15.08.2026, 14:00 Uhr
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Die FWG wollte die Wöllstädter über das Bürgerzentrum abstimmen lassen. CDU und Pro Wöllstadt lehnten den Antrag nach einiger Diskussion ab.
Wöllstadt – Mit ihrem Versuch, einen Bürgerentscheid zur Fortführung des Projekts Bürgerzentrum (BZW) zu erwirken, ist die Wöllstädter FWG in der Gemeindevertretersitzung gescheitert. Zwar hatte der Antrag am Mittwochabend zunächst die nötige Zweidrittelmehrheit erhalten, um auf die Tagesordnung zu kommen – CDU und Pro Wöllstadt lehnten ihn dann jedoch mehrheitlich ab. Eingangs ging FWG-Fraktionsvorsitzender Jürgen Ristau darauf ein, dass Vertreter von Pro Wöllstadt in der vergangenen Legislaturperiode ebenfalls Bürgerentscheide zum BZW hatten durchführen wollen. „Die FWG hat das damals abgelehnt, weil Zahlen, Daten, Fakten fehlten“, sagte er. Die habe man jetzt mit dem Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, das in einer Ausschusssitzung vorgestellt wurde (diese Zeitung berichtete). Die Prüfung sah Variante 3, den Neubau des BZW in der Frankfurter Straße 15, als die vorteilhafteste Lösung an – diese war allerdings per CDU-Antrag bereits im Juni gestoppt worden.
Unser Bürgerbegehren hat am 15. März stattgefunden.
„Ein Bürgerentscheid ist ein wichtiges Instrument der Demokratie“, begründete Ristau. „Eine Entscheidung in dieser Tragweite braucht Daten, Fakten, Transparenz und eine gute Vorbereitung.“ Die Abstimmungsfrage sollte lauten: „Soll das geplante Projekt BZW in der Frankfurter Str. 15 in seiner bisher geplanten Form weiter realisiert werden?“ Ein Ja bedeute, dass das Projekt weiterverfolgt; ein Nein, dass es gestoppt und rückabgewickelt werde. Vor der endgültigen Abstimmung hatte die FWG geplant, die Bürger bei einer Veranstaltung über die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zu informieren. Doch so weit sollte es gar nicht erst kommen.
Bürgerzentrum in Wöllstadt: Kosten für Entscheid bis zu 8000 Euro
Christine Yazdani sagte für Pro Wöllstadt: „Darüber kann ich mich eigentlich nur freuen, dass Sie jetzt versuchen, was Sie letztes Jahr bei uns abgeschmettert haben.“ Die Kosten für den Bürgerentscheid habe die FWG mit 6000 bis 8000 Euro beziffert, Pro Wöllstadt hätte ihn mit der Kommunalwahl zusammengelegt: „Das hätten wir umsonst haben können.“ Die Gemeinde hat kein Geld, sagte Yazdani und kritisierte, dass nun Geld ausgegeben werden soll, um noch mehr Geld auszugeben. „Haarsträubend!“
Diesem Tenor schloss sich Dr. Lukas Wanka (CDU) an: „Unser Bürgerbegehren hat am 15. März stattgefunden“, sagte er mit Blick auf die Kommunalwahl. Dort hatten FWG und SPD, Befürworter des BWZ, an Stimmen verloren, Pro Wöllstadt und CDU an Stimmen gewonnen. „Unsere Wähler wussten, wie wir zu dem Projekt stehen.“ Sascha Baade (Pro Wöllstadt) hatte nach eigener Aussage den ganzen Tag mit sich gerungen: „Ich wollte eigentlich zustimmen.“ Allerdings seien z.B. die Sportvereine beim BZW-Neubau kaum berücksichtigt – deswegen könne er dies nicht. Nach einem Hin und Her zwischen Ristau, Yazdani und Baade meldete sich Hilde Thiele (SPD) zu Wort: „Immer wenn neue Fakten vorliegen, können, nicht müssen, Dinge neu bewertet werden.“ Dass jetzt Zahlen vorlägen, verdiene Beachtung.
Bürgerzentrum in Wöllstadt: Ärger um Ältestenrat
Markus Breidenbach (CDU) merkte an, man könne den Bürgern eine wohl steigende Grundsteuer wegen der BZW-Zinsen nicht zumuten. Sein Fraktionskollege Jürgen Schweitzer gab zu bedenken, dass die Rücklagen der Gemeinde in ein paar Jahren leer seien und man jetzt sparen müsse. „Wenn wir wollten, könnten wir das Projekt umsetzen“, entgegnete Bürgermeister Markus Schütz (FWG). Das Geld für Zinsen nehme man aus Grundstücksverkäufen. Rüdiger Holzammer (Pro Wöllstadt) fühlte sich ans „Hütchenspiel“ erinnert: „Hier wird hin- und hergeschoben, aber in der Kasse ist null.“
Ristau wollte daraufhin eine Sitzungsunterbrechung beantragen und den Ältestenrat einberufen – dies wurde mehrheitlich abgelehnt. Nach einiger Diskussion darüber – Ristau, ehemaliger Vorsitzender der Gemeindevertretung, warf dem jetzigen Vorsitzenden Thomas Friedl (CDU) vor, er hätte darüber nicht abstimmen lassen dürfen, der Ältestenrat hätte einberufen werden müssen, und wollte dies im Protokoll vermerkt haben – kam es zur Abstimmung. Der Bürgerentscheid wurde mit den Stimmen von CDU und Pro Wöllstadt, wobei Baade sich enthielt, abgelehnt.