ZDF lädt Danger Dan aus: Intendant reagiert auf scharfe Zensur-Kritik
In der Debatte um die Ausladung der Musiker Danger Dan und Igor Levit aus der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ hat Intendant Norbert Himmler das Vorgehen der Senderspitze verteidigt. Auf Anfrage der „Süddeutsche...
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In der Debatte um die Ausladung der Musiker Danger Dan und Igor Levit aus der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ hat Intendant Norbert Himmler das Vorgehen der Senderspitze verteidigt. Auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ wies er den Vorwurf zurück, die Sendeanstalt sei vor der AfD und anderen rechten Kräften eingeknickt: „Wir treffen unsere Programm-Entscheidungen unabhängig, souverän und gemäß unserer Programm- und Qualitätsrichtlinien.“ In einer schriftlichen Stellungnahme räumte er zugleich ein, der Sender müsse sich die Kurzfristigkeit der Ausladung vorwerfen lassen.
Tatsächlich habe das Justiziariat des ZDF „frühzeitig und eindeutig“ davor gewarnt, das Lied „Keine Angst“ unwidersprochen in der Sendung aufzuführen. Es sei klar geworden, dass ein über siebenminütiger Aufruf zum Widerstand gegen Rechtsextreme, in dem auch illegale Aktionen und Gewalt in Erwägung gezogen würden, „in dieser Form nicht mit unseren Richtlinien zu vereinbaren“ gewesen sei: „Bis zuletzt hat die Redaktion versucht, in enger Absprache mit der Kabarettistin und den Kabarettisten, den Auftritt so zu gestalten und einzuordnen, dass er vertretbar gewesen wäre.“
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„Wir haben es hier meiner Ansicht nach unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun, der in ‚freundlichen Grüße‘ an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter mündet“, teilte Himmler der Zeitung mit. „Spätestens bei der letzten Strophe ist klar, dass es keine zweite Ebene, dass es keine Ironie, keine Konjunktive gibt, auf die man sich zurückziehen könnte.“

Pianist Igor Levit und Sänger Danger Dan (r) hätten eigentlich einen Auftritt in der Satire-Sendung „Anstalt“ gehabt. Nun rechtfertigt ZDF-Intendant Himmler die Ausladung.© Carsten Koall/dpa | Carsten Koall
Der vom ZDF kurzfristig gestoppte Auftritt für die 100. Ausgabe der „Anstalt“ hatte eine breite Debatte über den Umgang mit provokanter Kunst ausgelöst. Danger Dan sagte dem „Spiegel“, es sei ein „furchtbares Zeichen“, wenn „antifaschistische Lieder“ zensiert würden. Der Künstler sprach von einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit; die Macher der Satiresendung kritisierten die Entscheidung als mutlos.
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Danger Dan will nach der Absage des Auftritts im ZDF gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit am Dienstag ein Ersatzkonzert in Berlin spielen, wie die Agentur des Musikers ankündigte. Der Gewinn aus dem Ticketverkauf soll an Betroffene rechter Gewalt gehen.
daw, epd, dpa