Zoll-Aktionstag in Frankfurt: Hund spürt Mähnenwolf-Haare in Koffern auf
Der deutsche Zoll feiert sein 75-jähriges Bestehen mit einem Aktionstag auf dem Frankfurter Roßmarkt. Artenschutz-Spürhund „Mad Max“ zeigt dabei, wie er Haare von geschützten Tieren selbst in verschlossenen Koffern erschnüffelt.
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Stand: 23.08.2026, 17:53 Uhr
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Der deutsche Zoll feiert sein 75-jähriges Bestehen mit einem Aktionstag auf dem Frankfurter Roßmarkt. Artenschutz-Spürhund „Mad Max“ zeigt dabei, wie er Haare von geschützten Tieren selbst in verschlossenen Koffern erschnüffelt.
Wenn der hessische Zoll mit zahlreichen Fahrzeugen und in bemerkenswerter Mannschaftsstärke auf dem Frankfurter Roßmarkt auftaucht, dann denkt man natürlich, dass ein Großeinsatz im Gange ist und gleich die Handschellen klicken könnten. Das taten sie am Samstagmittag auch, aber anders, als man glaubt.
Denn die Hauptzollämter Frankfurt, Gießen und Darmstadt sowie das Zollfahndungsamt Frankfurt hatten einiges auf die Beine gestellt, um das 75-jährige Bestehen des deutschen Zolls zu feiern. Genau genommen war das bereits im Oktober 2025 im Bundesministerium der Finanzen begangen worden. Aber unter dem Motto „Wir sind der Zoll“ gibt es im Rahmen des Jubiläums bundesweit Aktionen und Veranstaltungen.
In Frankfurt gab es ein umfassendes Bühnenprogramm, welches einige Tätigkeitsfelder des Zolls veranschaulichte. Dazu ein großes Angebot für Kinder und mehrere Zelte, in denen die einzelnen Bereiche Einblicke in ihre Arbeit gewährten.
Doch noch mal zurück zu den Handschellen. Bei der einsatzorientierten Selbstverteidigung auf der Bühne demonstrierte ein Kollege an einem bemitleidenswerten anderen, wie man eine Person zu Boden bringt, mit Hebeltechniken fixiert und schließlich mit Handschellen festnimmt. Immerhin gab es reichlich Applaus für den Sparringspartner.
Generell kann man festhalten, dass der Publikumsstrom am Samstag sehr zufriedenstellend für den Zoll war. Egal ob die Menschen gezielt kamen oder zufällig auf die Angebote stießen, überall gab es Gespräche und neugieriges Ausprobieren.
So konnte man im Bereich der Kontrollen selbst ausprobieren, ob man in einem Koffer alle Schmuggelwaren finden würde. Oder eines der verschlossenen Pakete öffnen und dann überrascht feststellen, dass darin Drogen oder ein gefälschter WM-Pokal waren. Oder auch erfahren, dass ein Messgerät des Zolls durchaus feststellen kann, ob das weiße Pulver in der Tüte nun Mehl, Waschpulver oder Kokain ist – die Messung gelingt durch das Plastik hindurch.
Auf der Bühne haben die Nahkämpfer mittlerweile den Vierbeinern Platz gemacht. Okay, die Hundeführer sind natürlich auch dabei, aber die Stars sind die Hunde, die dank ihrer viel besseren Nase sogar in Koffern eine Spur entdecken. So wie der zehnjährige „Mad Max“, der nach einer Duftprobe an Haaren eines Mähnenwolfs, seinem Hundeführer immer richtig anzeigte, in welchem der vielen Koffer ebenfalls solche Haare sind.
Hunde für jeden möglichen Geruch
„Mad Max“ zählt damit zu den Artenschutz-Spürhunden, die speziell auf Gerüche von geschützten Tieren trainiert sind. Daneben gibt es noch Hunde speziell für Rauschgift, Tabak oder Bargeld. Insgesamt 24 Hunde sind beispielsweise am Frankfurter Flughafen im Einsatz.
An den Zelten nahe des Gutenbergdenkmals sind am Nachmittag auch Peter Nusdorfer und Hans-Jürgen Berson unterwegs. Sie hatten im „Journal Frankfurt“ von der Veranstaltung gelesen und sind deshalb da. „Ich habe früher mit dem Zoll zu tun gehabt“, verrät Berson. Er war Speditionskaufmann und handelte mit verderblichen Waren. „Ich hab viel mit dem Zoll erlebt, es war nicht immer einfach.“ Nusdorfer freut sich, dass der Tag „Wissen to go“ bietet. Die Informationen seien interessant, und der Platz sei gut gefüllt. Beide seien speziell wegen der Versteigerung des Zolls gekommen.
Tatsächlich gab es auf der Bühne eine Auktion, bei der Dinge wie Alkoholflaschen, ein Vinyl-Set von Bruce Springsteen, ein Smartphone, ein Laptop oder auch Gedenkmünzen versteigert wurden. All diese Waren hat der Zoll entweder zuvor konfisziert, weil die Zollfreigrenze bei der Einfuhr überschritten wurde oder weil die Einfuhrabgaben nicht bezahlt wurden. Oder er hat die Sachen gepfändet. Etwa 50.000 Artikel werden pro Jahr auf einer Onlineseite versteigert. Darunter dann auch Fahrzeuge oder Gegenstände anderer Bundesbehörden.
Es würde nicht verwundern, wenn nach dem Aktionstag in Frankfurt künftig mehr Menschen beim Zoll arbeiten wollen. Neben raren Quereinstiegsmöglichkeiten durch externe Stellenausschreibungen, geht das am besten im mittleren Dienst über die zweijährige Ausbildung zum Zollbeamten oder zur Zollbeamtin. Oder mittels dreijährigem Studium geht es in den gehobenen Dienst. Übrigens kann man bis 49 Jahre mit Ausbildung oder Studium beginnen. Die 24-jährige Valentina Aleva hat den Weg des Studiums gewählt, weil sie einen sicheren Job haben wollte. „Die Aufgaben beim Zoll sind so vielseitig, ich wusste, ich werde was finden.“ Heute ist sie im Steuerstrafrecht tätig und sagt, sie habe sich beruflich und persönlich selbst gefunden.