Zverev könnte länger als Nummer 1 auf dem Tennis-Thron sitzen als einst Boris Becker

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Zverev könnte länger als Nummer 1 auf dem Tennis-Thron sitzen als einst Boris Becker

Zverev kann länger die Nummer 1 im Tennis bleiben als Boris Becker

Stand: 14.10.2026, 18:59 Uhr

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Alexander Zverev steht an der Spitze der ATP-Weltrangliste – und hat dank einer komfortablen Punkte-Konstellation beste Chancen, das Becker-Erbe weit zu überflügeln.

München – 35 Jahre nach dem letzten deutschen Triumph an der Spitze des Männer-Tennis schreibt Alexander Zverev Geschichte: Nach einer überragenden Saison mit zwei Grand-Slam-Titeln bei den French Open und den US Open erklimmt der gebürtige Hamburger den Thron der ATP‑Weltrangliste. Doch Zverevs Meilenstein ist keinesfalls nur eine Momentaufnahme – die mathematische Ausgangslage spricht sogar dafür, dass er die Regentschaft von Tennis-Legende Boris Becker übertreffen könnte.

Kann sich der frischgebackene Weltranglistenerste Alexander Zverev am Ende sogar länger an der Spitze halten als einst Boris Becker?

Kann sich der frischgebackene Weltranglistenerste Alexander Zverev am Ende sogar länger an der Spitze halten als einst Boris Becker? © picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Dan Herrick

Zur Einordnung: In der Geschichte des Profitennis schafften es vor Zverev erst drei deutsche Profis auf den Tennis-Thron. Da wäre zum einen natürlich Boris Becker, der im Jahr 1991 insgesamt zwölf Wochen an der Spitze der Herren-Weltrangliste stand. Bei den Damen schaffte dieses Kunstwerk die deutsche Tennis-Ikone Steffi Graf, die damals das Damentennis dominierte und sage und schreibe 377 Wochen den Sonnenplatz halten konnte.

Rivalen können kaum aufholen – Zverev könnte am Ende sogar Boris Becker überflügeln

Und dann wäre da natürlich noch Angelique Kerber, die die WTA-Weltrangliste ab September 2016 insgesamt 34 Wochen lang anführte. Doch während Becker seine Position damals nach knapp drei Monaten wieder abtreten musste, deuten die aktuellen Zahlen darauf hin, dass Zverev die Zwölf-Wochen-Marke tatsächlich knacken könnte.

Wie die SportBild herausgearbeitet hat, muss Zverev bis zum Jahresende nämlich aus dem Vorjahr lediglich 930 Punkte verteidigen (Wien: 330, Paris Masters: 400, ATP-Finals: 200). Spielt Zverev den Herbst erfolgreich zu Ende, kann er sein Punktekonto um bis zu 2.070 Zähler auf knapp 12.000 Punkte ausbauen. Auch im kommenden Frühjahr (Januar bis Mai) steht Zverev kaum unter Druck: Von 8.500 möglichen Punkten holte er im Vorjahr nur 3.040 – ein enormes Steigerungspotenzial von bis zu 5.460 Punkten.

Erschwerend für die Verfolger kommt die Verletzungsmisere der Konkurrenz hinzu: Der bisherige Branchenprimus Jannik Sinner fällt wegen einer Knieverletzung für den Rest der Saison aus und kehrt erst Anfang 2027 mit rund 7.950 Punkten zurück. Da der Südtiroler im ersten Halbjahr 2026 fünf Großturniere (darunter Indian Wells, Miami, Madrid, Rom) gewann, hat er kaum Spielraum für Punktezuwächse (maximal rund 1.600 Punkte bis zu den French Open).

Der spanische Tennis-Star Carlos Alcaraz wiederum hat erst nach den Australian Open wieder greifbare Möglichkeiten, Boden gutzumachen, da er im Frühjahr des Vorjahres verletzungsbedingt pausieren musste. Mit seiner neuen aggressiveren Spielweise und der Rolle als Nummer 1 im Tennis-Zirkus hat Zverev alle Trümpfe in der Hand – und könnte nun sogar die nächste Legendenstufe erreichen. (kus)